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Lost You - Ich werde dich finden Thriller von Beck, Haylen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2020
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Lost You - Ich werde dich finden

Wenn dein schlimmster Albtraum wahr wird Die alleinerziehende Libby und ihr dreijähriger Sohn Ethan machen zum ersten Mal Urlaub in einem Luxus-Resort, um sich für die vergangenen schwierigen Jahre zu belohnen. Doch Libby kann sich nur schlecht entspannen: Sobald Ethan aus ihrem Blickfeld verschwindet, gerät sie in Panik. Ihre Sorge ist berechtigt - denn sie hat ein Geheimnis, das sie mit niemandem teilen kann. Als Ethan eines Abends in einem Fahrstuhl spielt und sich die Türen zu Libbys Entsetzen plötzlich schließen, beginnt der Kampf einer Mutter um das geliebte Kind. Ethan verschwindet spurlos. Und die Gespenster der Vergangenheit tauchen wieder auf.

Haylen Beck ist ein Pseudonym.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423436779
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 21841
    Originaltitel: Lost You
    Größe: 1904 kBytes
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Lost You - Ich werde dich finden

3

Die ersten beiden Tage des Urlaubs waren die schönsten, an die sie sich erinnern konnte. Als das Taxi durch das Eingangstor des Resorts gefahren war, hatte sie die Luft angehalten. Sie konnte nicht anders. So etwas hatte sie noch nie gesehen, nicht einmal als sie und Mason noch zusammen gewesen waren.

Eine von Palmen gesäumte Auffahrt führte zu einer Wendeplatte vor dem Hauptgebäude. Eine u-förmige Fassade umgab einen Hof mit einem Springbrunnen in der Mitte. Als das Taxi hielt, öffnete ein Hoteldiener die Tür, während ein zweiter den Kofferraum aufklappte und die beiden großen Koffer, die kleinere Tragetasche und den kleinen Rollkoffer aus Plastik herausholte, den Libby extra für Ethan gekauft hatte.

Der Hoteldiener lud alles auf einen Handwagen und forderte sie lächelnd auf, ihm zu folgen. Ein unangenehm hektischer Moment entstand, als sie in ihrer Handtasche nach einem Dollarschein als Trinkgeld für den Hoteldiener suchte, der ihr die Wagentür geöffnet hatte, bis ihr einfiel, dass sie ja vergessen hatte, den Fahrer zu bezahlen. Als Fahrgeld und Trinkgeld schließlich verteilt waren, blieb sie einen Moment lang wie erstarrt stehen und sah ihrem Gepäck nach, das in das prächtige Gebäude gerollt wurde.

Ich gehöre hier nicht her, dachte sie. Die anderen werden es merken. Alle werden es merken.

Sie war schon immer so gewesen. Schon als kleines Mädchen hatte sie sich in der Schule fehl am Platz gefühlt. In ihre Klasse waren Mittelschichtkinder von Eltern gegangen, die gut verdienten, Kranken- und Zahnzusatzversicherungen hatten, neue oder wenigstens fast neue Autos fuhren, Kabelfernsehen und Computer hatten. Libbys Vater hatte in einem Sägewerk gearbeitet, das irgendwann dichtgemacht worden war, und in ihrer Jugend hatte er sich mit Gelegenheitsjobs in der Stadt durchgeschlagen. Es war ihr immer furchtbar peinlich gewesen, wenn sie erfuhr, dass er im Haus einer Mitschülerin Decken anstrich, Gerümpel entsorgte oder mit einem Schlauch die Hauswände abspritzte.

Vom ersten Tag der Junior High School an hatte sie darauf bestanden, dass er sie immer mindestens einen Block vor der Schule absetzte. Sie wollte nicht, dass jemand sah, wie sie aus dem rostigen Van stieg. Sie hatte es nie ausgesprochen, aber rückblickend war sie sich sicher, dass er es gewusst und es ihn verletzt hatte. Aber er hatte sich nie beklagt oder diskutiert. Jeden Morgen hatte er an derselben Stelle angehalten und gesagt, er habe sie lieb, auch als sie schon längst nicht mehr darauf antwortete.

Es war Libbys Mutter gewesen, die sie unablässig an ihren Platz in dieser Welt erinnert hatte. Sie wohnten in einem bescheidenen Haus, das sie von ihren Großeltern mütterlicherseits geerbt hatten. Ihre Mutter hielt es gut in Schuss, aber die Möbel waren abgenutzt und die Teppiche verschlissen. Ihr älterer Bruder war mit siebzehn zur Armee gegangen. Seitdem hatte er keinen Fuß mehr in das Haus gesetzt, rief aber einmal im Monat an. Auf jeder Ablage standen seine gerahmten Fotos und Libbys Mutter trauerte um ihn, als sei er gestorben und nicht vor ihrer erstickenden Umarmung geflohen.

Als Libbys Kunstlehrer sie eines Tages mit der Empfehlung nach Hause schickte, privaten Unterricht zu nehmen, um ihr Talent zu fördern, sagte ihre Mutter, Kunst sei etwas für reiche Kinder, nicht für Leute wie sie. Vielleicht wirst du Krankenschwester, sagte sie. Kranke wird es immer geben und man wird immer Krankenschwestern brauchen. Das war das höchste Ziel für eine junge Frau mit ihrem Hintergrund: ein bescheidener Beruf und dann Kinder. Kinder großzuziehen sei das eigentliche Lebensziel, alles andere zweitrangig.

»Vergiss nie, wer du bist und woher du kommst«, hatte ihre Mutter gesagt. »Du brauchst dich nicht zu schämen, aber es gibt auch nichts, worauf du stolz sein könntest. Nicht mit einem solchen Vater. Wenn du Mutter bist, dann kannst du vielleicht auf etwas stolz sein«, hatte sie gesagt. »Ich habe meinen Jung

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