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Lottoglück für eine Leiche Karlo Kölners neunter Fall von Ripper, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2016
  • Verlag: Verlag Vogelfrei
eBook (ePUB)
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Lottoglück für eine Leiche

Ein grausiger Fund in der Wohnung eines Bekannten beschäftigt Zufallsdetektiv Karlo Kölner - und die Frankfurter Polizei. Ein Lottoschein kommt abhanden, sorgt für Verwirrung und weckt Begehrlichkeiten. Überdies muss sich Karlo mit einem Mordversuch an seinem alten Zellengenossen Lotto-Otto herumschlagen. Als dann Kommissar Reichards Frau Roberta verschwindet, führt die Spur in die Rhön. Karlo mietet sich mit Freundin Jeannette in einem Hotel in Ehrenberg-Seiferts ein und freut sich insgeheim auf beschauliche Ermittlungen mit Urlaubsfeeling. Doch es kommt anders ...

Peter Ripper, Jahrgang 1954, ist selbstständiger Werbefachmann, Gitarrist bei einer Frankfurter Rockband und begeisterter Motorradfahrer und Fotograf. Er lebt in Langenbieber in der Rhön und in Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 22.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783981712452
    Verlag: Verlag Vogelfrei
    Größe: 875 kBytes
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Lottoglück für eine Leiche

Mittwoch, 15. Juli
Frankfurt am Main

3

"Bitte, einmal die Rundschau. Haben Sie sonst noch einen Wunsch?" Der Inhaber des Zeitschriftenladens gegenüber der Eisdiele in Alt-Fechenheim schaute Karlo erwartungsvoll an. Karlo überlegte. "Ja", begann er dann zögerlich, "ich wollte noch Lotto spielen."

Karlo war kein Lottospieler, das war er noch nie gewesen. Deshalb überkam ihn plötzlich das unangenehme Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.

"Meine Freundin hat heute Nacht von einer Zahlenreihe geträumt", erklärte er betreten, "und jetzt hat sie Angst davor, dass, wenn sie nicht spielt, genau diese Zahlen gezogen werden."

"Ja, diese Frauen, nicht wahr? So sind sie eben." Der Ladeninhaber fing sich einen bösen Blick seiner Angestellten ein, die das Gespräch mitbekommen hatte. Er zuckte mit den Schultern und drückte Karlo einen Lottoschein in die Hand.

Augenblicke später war der Schein ausgefüllt. War ja nur ein Kästchen.

"Komm schon, auf einem Bein kann man nicht stehen."

Karlo erschrak, als er die Stimme hörte. Seine Hand zuckte zur Seite und blieb an einem Zeitungsständer hängen. Dabei ritzte er sich die Haut am Handballen auf, und ein kleiner Tropfen Blut fiel auf den Lottoschein.

"Mist", fluchte Karlo leise. Er wischte den Schein an der Hose ab und schaute nach links, von wo die heisere Stimme kam. Der Mann, dem die Stimme gehörte, schaute ihn erwartungsvoll an. Karlo taxierte ihn mit einigen knappen Blicken. Der Typ sah irgendwie ... abgelebt aus. Die Kleider schlotterten ihm um den hageren Leib. Sein graubraunes Fischgratsakko hatte schon bessere Zeiten gesehen. Fatalerweise war die rostbraune Cordhose etwas zu kurz und ließ einen gnadenlosen Blick auf die marode Fußbekleidung, ein paar speckige braune Wildlederschuhe nebst löcherigen Socken, zu.

Karlo zupfte sich nervös an der Nase. Er begriff nicht. "Bitte?", fragte er unwillig.

"Na ja, ich meine, ein Kästchen ist einfach zu wenig. Du solltest wenigstens das nächste Feld noch ankreuzen. Diese Woche kommen bestimmt meine alten Zahlen dran, pass auf: zwei, elf, fünfzehn, siebzehn, fünfunddreißig, achtundvierzig."

Karlo war perplex. Was erlaubte sich dieser Kerl? Doch irgendwie konnte er nicht anders. Bedächtig kreuzte er die Zahlen an. Was war heute nur los mit ihm? Zum zweiten Mal an diesem Tag ließ er sich überfahren.

Lottospielen.

Ausgerechnet er.

Er schüttelte den Kopf, tippte sich mit dem Finger an die Schläfe, ging zum Tresen und bezahlte. Dann steckte er Schein und Quittung in die Innentasche seiner Lederjacke und ging zur Tür. Er hatte keine Lust, sich auf den Hageren einzulassen, und ließ ihn einfach links liegen. Karlos innere Stimme meldete sich, und er kannte ihre Sprache, er kannte sie nur zu gut.

Vorsicht, Alter! Hierbei kommt nichts Vernünftiges raus!

Dieses eine Mal vernünftig bleiben.

Also zog er die Tür auf.

Na also, Karlo, geht doch.

Bevor er den Laden verlassen konnte, stach ihm die heisere Stimme in den Rücken.

"Butzbach? Neunzehnhundertzweiundneunzig?"

Karlo blieb ruckartig stehen und versteifte sich.

"Was?" Langsam drehte sich Karlo um. "Wer zum Henker sind Sie?"

"Nein," rief der Hagere ungerührt, "nicht Butzbach." Er schien zu grübeln. Dann riss er theatralisch die Augen auf. "Klar, jetzt weiß ich's wieder, eben fällt's mir ein: Preungesheim. Zweitausendeins." Triumphierend schaute der Dürre in Karlos Gesicht. "Stimmt's?"

Die Situation wurde ungemütlich, Karlo bekam feuchte Hände. Seine nicht ganz gesetzeskonformen Ausrutscher hatte er weit hinter sich gelassen. Klar, er hatte durchaus schon mal Mist gebaut. Das war jedoch Schnee von gestern, er hatte dazu gestanden und seine Strafe abgesessen. Es mussten nach all der Zeit aber nicht alle erfahren. Vor allem nicht durch diese Jammergestalt. Denn Karlo war beileibe kein schlechter Ker

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