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Mörderischer Rhein

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2014
  • Verlag: edition oberkassel
eBook (ePUB)
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Mörderischer Rhein

In 15 Kurzkrimis zeigt der Rhein auch seine dunklen Gesichter. Folgen Sie einem der größten und schönsten Ströme Europas von der Quelle bis zur Mündung und gehen Sie auf Verbrecherjagd. Dieses Buch begleitet Sie dabei als krimineller Reiseführer. Für todsicher spannende Unterhaltung stromauf- und abwärts sorgen die schaurigen Reisebegleiter: TH Booltink -Verdränger Tatjana Flade - Tod am Drachenfels Heike Gellert - Die Spur führt ins Museum Sabine Giesen - Opfer Wolfgang Kemmer - Der Absacker Annegret Koerdt - Loslassen Dieter Kuhlmann - Der rote Marc Wilmore Mercene - Kollateralschaden Astrid Plötner - Rheinengel Anja Puhane - Kilometer 555 Regina Schleheck - Nagelprobe Klaus Stickelbroeck - Stille Wasser sind tödlich Elke Schwab - Die Uhr schlägt 13 Helmut Wichlatz - Warum ist es am Rhein so schön Andreas Zwengel - Prototyp

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 01.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943121896
    Verlag: edition oberkassel
    Größe: 588kBytes
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Mörderischer Rhein

Die Uhr schlägt 13

Elke Schwab

"Fünf Millionen Euro in vier verschiedenen Taschen!", lautete die Ansage mit monotoner, verstellter Stimme. "Morgen früh um zehn Uhr! Und keine Polizei - oder Ihre Tochter ist tot!"

"Kann ich mit Tessa sprechen? Geht es ihr gut?", schrie Thomas Kolb ins Handy. Doch die Verbindung war bereits unterbrochen.

Schockstarr schauten sich Thomas und seine Frau Louisa an. Ihre Tochter war entführt worden. Tessa Kolb, ein vierjähriges Mädchen, das ganz behütet bei seinen Eltern aufgewachsen war. Tessa, das Nesthäkchen, der Liebling aller. Tessa, das Mädchen, das für Louisa und Thomas ein Geschenk des Himmels war, denn erst nach jahrelangem Herumexperimentieren und allen negativen Prognosen zum Trotz war mit ihr ein gesundes Mädchen auf natürlichem Weg geboren worden.

Kein Tag verging, an dem Louisa und Thomas nicht dankbar für dieses Geschenk waren. Sie waren reich; Thomas hatte eine eigene Immobilienfirma in Baden-Baden, die erfolgreich florierte. Doch im Fall ihres Kinderwunsches hatte ihnen Geld nicht weiterhelfen können. Dessen ungeachtet war ihnen viele Jahre später Tessa geschenkt worden. Klein, hübsch, voller Leben und voller Liebe. Alles, was man sich von einem Kind wünschte.

Und nun das.

"Wie konnte das passieren?", fragte Louisa weinerlich. Ihre Augen waren gerötet, ihr Gesicht eingefallen, und ihre blonden Haare klebten an ihrem Kopf. Nichts an ihr erinnerte mehr an die schöne Frau, die sie eigentlich war. Thomas fuhr sich mit beiden Händen über seine grauen Schläfen und meinte: "Wir müssen uns auf das Jetzt und Hier konzentrieren, sonst werden wir verrückt. Ich besorge das Geld, und dann machen wir alles, was er von uns verlangt."

Louisa nickte, doch dann riss sie die Augen weit auf und fragte: "Wo willst du das Geld herbekommen? Wir sind im Elsass, hier gibt dir keine Bank diese Summe."

"Mist! Daran habe ich gerade nicht gedacht." Thomas fasste sich an seinen Kopf.

Erst am Morgen waren sie mit ihrer funkelnagelneuen Siverton-Yacht über den Rhein ihrem Ziel Straßburg entgegengefahren. Diese neue Errungenschaft hatten sie einweihen und diese Fahrt mit interessanten Zielen für die kleine Tessa verbinden wollen. Dafür hatte sich Thomas Kolb eine Woche von seiner Arbeit freigenommen - ein Luxus, den er sich selten erlaubte. Ihr erstes Ziel galt einem kleinen Hafen bei Straßburg, wo es einen Abenteuerspielplatz für Tessa gab. Außerdem war die schöne Stadt nicht weit. Ein Bummel durch Straßburg war schon lange Louisas Wunsch, den er ihr endlich hatte erfüllen wollen. Seine Arbeit nahm ihn mehr in Anspruch, als seiner Familie guttat. Zwar war der Verdienst gut - aber für Louisa und sein Kind blieb ihm darüber nie genügend Zeit, was ihn schon befürchten ließ, sich von seiner eigenen Familie zu entfremden. Deshalb hatte er sich endlich vorgenommen, alles zu tun, wonach den beiden der Sinn stand. Die Sonne hätte am azurblauen Himmel nicht vielversprechender strahlen können. Mit ungetrübter Vorfreude waren sie aufgebrochen und über das gleichmäßig dahinfließende Wasser des Rheins geschippert.

Immer noch sah er das lachende Gesicht seiner Tochter vor seinem inneren Auge. Ihre roten Haare und ihre Sommersprossen hatten mit der Sonne um die Wette gefunkelt. Ebenso die Augen der Kleinen, die bei jedem Spritzer, der über Bord der Yacht geschwappt war, laut auflachen musste. Auch Louisa hatte so schön ausgesehen wie schon lange nicht mehr. Ihre kurzen, blonden Haare waren vom Wind zerzaust und ihre Gesichtsfarbe gerötet vor Aufregung gewesen. Es hätte in diesem Augenbl

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