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Macbeth Blut wird mit Blut bezahlt. Thriller - Internationaler Bestseller von Nesbø, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2018
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Macbeth

Jo Nesbøs packender Thriller über die Gier nach Macht
Er kennt seine Feinde nur allzu gut. Inspector Macbeth ist der taffste Cop in einer maroden Industriestadt im Norden. Einen Deal nach dem anderen lässt er hochgehen, die Drogenbosse beißen sich an ihm die Zähne aus. Doch irgendwann wird die Verlockung zu groß: Geld, Respekt, Macht. Schnell aber wird ihm klar, dass einer wie er, der schon in der Gosse war, niemals ganz nach oben kommen wird. Außer - er tötet. Angestachelt von seiner Geliebten, schafft er sich einen Konkurrenten nach dem anderen vom Hals. In seinem Blutrausch merkt er nicht, dass er längst jenen dunklen Kräften verfallen ist, denen er einst den Kampf angesagt hat.

Jo Nesbø wurde 1960 in Oslo geboren. Er war zunächst als Finanzanalytiker und Ökonom für die norwegische Handelshochschule in Bergen tätig, arbeitete aber nebenberuflich als Journalist, bevor er sich als Schriftsteller selbstständig machte. Schon für seinen ersten Kriminalroman Flaggermusmannen (dt. Der Fledermausmann) bekam Nesbø 1997 den Preis für den besten Krimi des Jahres. In ihm schildert der Autor die Erlebnisse von Kriminalkommissar Harry Hole auf einer Dienstreise nach Australien.
Jo Nesbø ist als Frontmann, Vokalist und Komponist der Pop-Band 'Di Derre' auch ein anerkannter Musiker.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 27.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220808
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: Macbeth
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Macbeth

1

Ein Regentropfen fiel schimmernd vom Himmel, durch die Dunkelheit und hinab auf die flackernden Lichter des Hafens. Kalte Nordwestböen trieben ihn über das ausgetrocknete Flussbett, das die Stadt der Länge nach teilte, und über die stillgelegte Bahnstrecke, die die Stadt diagonal durchschnitt. Die vier Quadranten der Stadt wurden im Uhrzeigersinn nummeriert; alles, was dahinter lag, hatte keinen Namen. Zumindest keinen, an den sich die Einwohner erinnert hätten. Und wenn man sie weit entfernt von zu Hause traf und sie fragte, woher sie kamen, behaupteten sie gern, sie könnten sich nicht einmal an den Namen ihrer Stadt erinnern.

Grau sah der schimmernde Regentropfen aus, als er in den Ruß und die giftigen Ausdünstungen eindrang, die wie ewiger Nebel über der Stadt hingen. Und das, obwohl die einheimischen Fabriken in den vergangenen Jahren nach und nach geschlossen worden waren und es sich die Arbeitslosen nicht mehr leisten konnten, ihre Öfen zu befeuern, obwohl der launenhafte Sturmwind keine Ruhe gab und es ununterbrochen regnete, angeblich seit jene zwei Atombomben den Zweiten Weltkrieg beendet hatten. Oder, anders gesagt: seit Kenneth zum Police Commissioner ernannt worden war. Von seinem Büro im obersten Stock des Polizeihauptquartiers hatte Chief Commissioner Kenneth die Stadt fünfundzwanzig Jahre lang mit eiserner Faust regiert, ohne sich darum zu kümmern, was der jeweilige Bürgermeister tat oder nicht tat oder was die jeweilige Regierung in Capitol sagte oder nicht sagte, sodass das zweitgrößte und wichtigste Industriezentrum des Landes in einem Morast aus Korruption, Bankrotten, Kriminalität und Chaos versank. Vor sechs Monaten hatte Chief Commissioner Kenneth in seinem Sommerhaus einen Schlaganfall erlitten und war drei Wochen später gestorben. Die Kosten für die Beerdigung hatte die Stadt übernommen - ein Ratsbeschluss, der vor langer Zeit von Kenneth persönlich angeregt worden war. Nach der Trauerfeier, die einem Diktator alle Ehre gemacht hätte, war von Stadtrat und Bürgermeister ein neuer Chief Commissioner berufen worden: Duncan, ein Bischofssohn mit breiter Stirn, der bislang in Capitol das Dezernat für Organisierte Kriminalität geleitet hatte. Die Bewohner der Stadt begannen zu hoffen. Es war eine überraschende Ernennung, schließlich gehörte Duncan nicht zu jenen Polizei-Urgesteinen, die wussten, wie man mit der Politik gemeinsame Sache macht, sondern zur neuen Generation gut ausgebildeter Beamter, die sich für Reformen, mehr Transparenz, Modernisierungen und den Kampf gegen Korruption einsetzten - was keineswegs auf die Mehrheit der Politiker im Stadtrat zutraf, denen es vor allem darum ging, schnell reich zu werden.

Die Hoffnung der Bürger, dass sie nun einen aufrechten, ehrlichen und visionären Chief Commissioner im Amt hatten, der die Stadt aus dem Sumpf ziehen konnte, wurde zusätzlich verstärkt, da Duncan die alte Garde der ranghöchsten Führungskräfte gegen seine eigene handverlesene Auswahl von Beamten ausgetauscht hatte. Junge, noch unbescholtene Idealisten, die tatsächlich alles daransetzten, dass man in dieser Stadt ein besseres Leben führen konnte.

Der Wind trug den Regentropfen über den Westteil von Distrikt 4 und über das höchste Gebäude der Stadt, den Funkturm auf dem Radiogebäude, in dem die einsame, stets empörte Stimme von Walt Kite kein R ungerollt ließ, während sie hoffnungsvoll verkündete, dass sie nun endlich einen Retter gefunden hatten. Zu Kenneths Lebzeiten war ausschließlich Kite mutig genug gewesen, den Chief Commissioner offen zu kritisieren und ihm einige seiner Verbrechen anzukreiden. An diesem Abend ließ Kite sich darüber aus, dass der Stadtrat derzeit alles tat, um die gewaltigen Befugnisse zurückzunehmen, mit denen Kenneth sich selbst ausgestattet hatte, um aus dem Police Commissioner den wahren Machthaber der Stadt zu machen. Paradoxerweise bedeutete das, dass sein Nachfolger - Duncan, der gute Demokrat - bei der

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