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Machtblind Kriminalroman von Kocznar, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Machtblind

Finanzchef Albert Heller lebt in einer Welt, in der Fachkenntnisse durch akademische Grade ersetzt und in der Zahlen beliebig interpretiert werden. Mit einem Investor in der Hinterhand will Heller seine eigenen Pl"ne im Unternehmen durchsetzen und den Vorstand beseitigen. F r den groáen Coup, den er als Finanzierungsprojekt tarnt, holt er Verm"gensdienstleister Paul Prokop als Berater an Bord, dem er seine wahren Absichten jedoch verschweigt. Sein Plan scheint vorerst aufzugehen. Doch er hat die Rechnung ohne Prokop gemacht.

Reinhard Kocznar, geboren 1951 in Hall in Tirol, war urspr nglich Postbeamter, dann Bankkassier, sp"ter Gesch"ftsf hrer eines Nachtlokals und F hrung eines Reifenhandels- und Vulkanisierbetriebs. Anschlieáend arbeitete er als Verkaufsleiter in einer Versicherung, zuletzt als Direktor und seit 1990 ist er selbstst"ndiger Versicherungsmakler. Ab Ende 1980 erlernte er etliche Programmiersprachen und entwickelte sp"ter in seinem zweiten Berufsfeld als Systemadministrator und Softwareentwickler wesentliche Komponenten eines heute weltweit eingesetztes Internet-Verkaufssystems f r ber hrungslose Tickets. Der Autor hat in seinem Berufsleben weniger auf Sicherheit geachtet, sondern Wert auf anregende Besch"ftigung gelegt. Das f hrte auch zu zahlreichen investigativen Jobs sowie dem Einsatz als Troubleshooter.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 309
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249314
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2862 kBytes
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Machtblind

I. Kapitel

Es war fast 6 Uhr abends, ich betrachtete missmutig mein Handy und überlegte, ob ich noch einmal anrufen sollte. 'Fahr zur Hölle, Albert', sollte ich sagen und auflegen, ohne die Antwort abzuwarten.

In letzter Zeit war etwas in ihm vorgegangen, was nur der engste Kreis bemerkt hatte. Albert begann, ernst zu machen. Warum ich in sein Fadenkreuz geraten war, verstand ich längst. Verstehen oder nicht, das änderte nichts an den Fakten. Keiner von uns würde es ansprechen. Ich konnte ihm nicht sagen: 'Albert, wie kannst du nur so dämlich sein, zu glauben, dass man dir tatenlos zusieht?'

Das Handy blieb liegen. Ich stand auf und ging zur Kaffeemaschine. Der wievielte Espresso war das heute?

Wer in der guten alten Zeit durch die legendäre Westernstadt Tombstone spazierte, konnte die Bösen und die Guten problemlos auseinanderhalten, denn Letztere trugen den Stern an der Brust. Ob der legendäre Marshal Wyatt Earp Gesetze gerade brach oder hütete, erkannte man daran, ob er sein Abzeichen trug oder nicht. Diese Klarheit war unwiederbringlich vorbei.

Um mich nicht mit dem Bevorstehenden zu beschäftigen, da ohnehin alles von vornherein feststand, holte ich ein Buch hervor und versank darin. Zwischendurch machte ich noch Kaffee, und als es endlich 20 Uhr geworden war, stand fest, dass Albert nicht mehr kommen würde.

Albert war nicht nur Finanzchef meines Auftraggebers, sondern auch Ankläger, Richter und Scharfrichter in einer Person. Fehler kritisierte er unerbittlich. Was er von der sicheren Warte der Finanzabteilung aus beobachtete, das kommentierte er gnadenlos, wie er an der Stelle der von ihm Gerichteten gehandelt hätte, musste er nie beweisen. Meine Freundin Katja bezeichnete ihn in letzter Zeit des Öfteren als Bullterrier, der nicht mehr loslässt, wenn er sich einmal verbissen hatte. Ich hörte den Schlüssel im Schloss, sie kam soeben herein.

"Hi", sagte sie mit ihrer melodiösen Stimme, für die sie am Telefon so geschätzt wurde.

Ich ging zur Tür. Katja sah mich erstaunt an.

"Du bist allein?"

"Ja."

Sie hängte ihren Mantel auf, ich lehnte mich an den Türrahmen und sah ihr zu. Ihre kurvige Figur sprach mich so an wie vor den vielen Jahren, als wir uns kennengelernt hatten. Sie war Anwältin. Da sie heute Jeans trug, hatte sie keine Verhandlung gehabt.

"Ist er schon weg?"

"Er ist nicht gekommen."

Katja lehnte sich an mich und sah mich forschend an.

"Ein Whisky?", fragte ich.

"Lieber ein Bier."

Ich wollte mich zur Kaffeeküche wenden, als das Telefon läutete. Katja ging hin und nahm ab. Ich wartete.

"Jetzt noch?", fragte sie und sagte zu mir: "Es ist die Polizei, ein Inspektor Pirker, er fragt, ob du noch heute kommen könntest."

"Kein Problem."

Ich holte Sakko und Mantel, während Katja weiter redete und dann auflegte.

Wir schlugen den Weg zur Polizeiinspektion zu Fuß ein. Es war nicht weit, und Parkplätze waren am Abend Mangelware. Wenn man einen preisgab, bekam man ihn nicht wieder.

"Was wollen die?", fragte Katja nach einigen Schritten.

"Keine Ahnung."

"Keine Ahnung? Du trägst doch etwas mit dir herum, schon die längste Zeit. Hat Albert seine Cruise Missiles abgeschossen?"

"Er hat sie aufgetankt und programmiert. Sie fliegen noch nicht."

Ich sagte nichts mehr.

"Eine Zeugenvernehmung", begann Katja wieder.

"Okay."

"Du wirst nicht beschuldigt. Als Verdächtiger dürftest du sie anlügen, so stehst du unter Wahrheitspflicht. Das werden sie dir alles vorher erklären. Wahrscheinlich sind sie zu zweit."

"Von mir aus."

Wir redeten in den nächsten Minuten nichts mehr, bis wir an Ort und Stelle waren.

Polizeiposten waren heute kleine Festungen, obwohl sie nie angegriffen wurden. Die Staatsmacht war sicher. In den nächtlichen Straßen ringsherum gab es allerdings immer öfter Schlägereien, meis

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