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Manhattan Fever Ein Leonid-McGill-Roman von Mosley, Walter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2013
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Manhattan Fever

Seine Frau trinkt mehr, als sie verträgt. Sein ältester Sohn fliegt vom College und zieht mit einer ehemaligen Prostituierten zusammen. Sein totgeglaubter Vater taucht plötzlich wieder auf. Und mal wieder muss Leonid McGill seine Seele vor den Schatten der eigenen Vergangenheit retten. Sieben Jahre ist es her, dass Zella Grisham wegen des Überfalls auf eine Versicherungsgesellschaft ins Gefängnis ging. Sie hatte immer ihre Unschuld beteuert, doch gegen die Beweislast von 80.000 Dollar, die in einem von ihr angemieteten Lagerraum gefunden wurden, kam sie nicht an. Leonid McGill war an ihrer Verurteilung damals nicht ganz unbeteiligt. Doch da er beschlossen hat, ein besserer Mensch zu werden, versucht er, seine früheren Übeltaten auszubügeln und Zellas Ehre wiederherzustellen. Er fahndet nach den wahren Drahtziehern hinter dem Überfall. Doch damit macht er alles nur noch schlimmer. Denn plötzlich muss Leonid auch Zellas Leben retten - und das seiner eigenen Familie ...

Walter Mosley, geboren 1952 in Los Angeles, wurde mit seinem ersten Roman schlagartig bekannt: Teufel in Blau wurde nicht nur von Präsident Clinton zur Lektüre empfohlen, sondern auch mit Denzel Washington erfolgreich verfilmt. Seitdem ist jedes seiner Bücher ein New York Times-Bestseller. Walter Mosley lebt in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 371
    Erscheinungsdatum: 15.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518731338
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Leonid McGill Bd.4
    Originaltitel: All I Did Was Shoot My Man
    Größe: 1399kBytes
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Manhattan Fever

3

Ich stand auf dem leeren Bussteig und hörte den jungen Männern beim Rappen zu. Der Mann mit der Hornbrille, der die Damen über den Zustand der Toilette befragt hatte, redete jetzt mit einem sehr großen, älteren weißen Mann in einem blauen Overall mit einem Namensschild über der linken Brust, auf dem " PETE " stand. Pete lehnte auf einem langstieligen Besen.

"Nicht schon wieder, Pete", sagte der Damentoiletten-Befrager.

"Nein, Joe, so war das nicht", erwiderte der weiße Riese. "Du weißt, dass ich jeden Job mache, den man mir gibt. Aber diese Idioten wollen mich zum Sündenbock für ihre Fehler machen."

Joe reagierte darauf, doch ich hörte es nicht, weil ich in etwas versank, was man nur Träumerei nennen konnte.

Gertie Longman war dunkelhäutig und auf eine Art schwer, wie es die Filmstars in alten Zeiten gewesen waren. Die Eltern ihrer Mutter stammten aus der Dominikanischen Republik, aber sie wusste nichts über Hispaniola. Gertie war auf der Insel Manhattan geboren worden und aufgewachsen. Sie hatte keinen Akzent und machte kein Aufheben um ihre Herkunft; sie war sechs Wochen meine Geliebte gewesen, bevor sie von Katrina erfahren hatte – meiner Frau.

Ich hatte sie nicht angelogen – nicht wirklich. Ich hatte bloß nie daran gedacht, meine familiären Verhältnisse zu erwähnen. Ich meine, Katrina und ich waren seit Jahren nicht mehr intim miteinander oder eifersüchtig aufeinander gewesen. Wir hatten drei Kinder, von denen zwei mit meiner DNA nichts zu tun hatten. Katrina behauptete, es seien meine, und ich machte den Schwindel mit, weil sie in meinem Haus lebten und Katrina den Haushalt führte. Außerdem kochte sie das beste Essen, das ich in meinem Leben gegessen hatte.

Doch Gertie sah die Dinge anders als ich. In den langen Nächten in ihrem Studio in SoHo hatte sie die Hochzeitsglocken läuten hören. Sie beendete unsere körperliche Beziehung, blieb jedoch zugunsten unserer gemeinsamen Geschäfte in Kontakt mit mir. Diese verknüpften auf perfekte Weise unsere jeweiligen Talente und Ressourcen.

Als ich sie kennen lernte, war Gertie Angestellte der Bewährungshilfe von Downtown Manhattan. Der Posten verschaffte ihr Zugriff auf Akten in der ganzen Stadt. Ich arbeitete für das organisierte Verbrechen und andere professionelle Bösewichter und suchte Sündenböcke für Leute, die sich von den Strafverfolgungsbehörden in die Enge getrieben fühlten. Gertie fand das passende Opfer, ich schob ihm falsche Beweise unter, manipulierte Telefonlisten und fälschte Dokumente, die bewiesen, dass das arme Schwein der Täter zumindest hätte gewesen sein können. Manchmal landeten die Leute, denen ich etwas untergeschoben hatte, im Gefängnis, meistens aber wurden nur so viele Zweifel gesät, dass der Distriktstaatsanwalt das Verfahren gegen meine Klienten einstellte.

Ich arbeitete weiter mit Gertie zusammen, weil sie eine fantastische Quelle war und weil ich hoffte, dass sie mir eines Tages verzeihen würde. Erst nachdem sie mich aus ihrem Bett verstoßen hatte, wurde mir klar, dass ich so etwas wie Liebe für sie empfand. Gertie war meine Komplizin gewesen, aber auch der Grund, warum ich ehrlich geworden bin. Es hatte damit zu tun, dass die Tochter eines der Männer, dessen Leben ich zerstört hatte, erwachsen wurde. Sie hieß Karmen Brown und war zielstrebig wie ein Kriegsgeneral, Kinderschänder oder großer Filmregisseur. Sie deckte meinen heimtückischen Betrug auf und ließ Gertie töten, nur um mir weh zu tun. Dann verführte sie mich und ließ sich anschließend von einem von ihr engagierten Mann in ihrem Haus erwürge

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