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Marconipark Kriminalroman von Edwardson, Åke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.08.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Marconipark

Göteborg in höchster Alarmbereitschaft: Mitten in der Stadt wird ein Toter gefunden. Inszeniert für die Polizei, im Marconipark. Hände und Füße gefesselt, um den Kopf eine Plastiktüte, platzierte Hinweise. Alles deutet darauf hin, dass weitere Morde geschehen. Und tatsächlich - fünf Tage später wird eine zweite Leiche gefunden. Kommissar Erik Winter vermutet Rache als Motiv. Für etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist und die Kraft hat, Böses hervorzubringen. Der Täter geht mit einer besonderen Brutalität vor, doch auch die Opfer selbst waren alle auf die ein oder andere Art gewalttätig. Kommissar Winter wird plötzlich von Alpträumen gequält. Kindheitserlebnisse kehren zurück. Hatte er sie verdrängt? Als eine weitere Leiche auftaucht, droht der Kommissar unter der Last der Erinnerung zu zerbrechen.
Erik Winter ist längst eine Legende. Seine Karriere ist einmalig, die Liste seiner Erfolge lang, und seine Methoden haben Schule gemacht. Doch nun drohen ihn die dunklen Seiten seiner Arbeit einzuholen. Eine Mordserie konfrontiert ihn mit seiner eigenen Vergangenheit. Plötzlich wird Kommissar Winter von Alpträumen gequält. Kindheitserlebnisse kehren zurück. Als eine weitere Leiche auftaucht, gerät der Kommissar unter Druck. Düster, dicht, unglaublich spannend.

Åke Edwardson, geboren 1953, lebt mit seiner Frau in Göteborg. Einige Monate im Jahr verbringt das Ehepaar im Süden Spaniens, in Marbella. Bevor Edwardson einer der weltweit erfolgreichsten Krimiautoren wurde, arbeitete er als Journalist u. a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 07.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843712293
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2610kBytes
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Marconipark

1

Kriminalkommissar Erik Winter roch den Duft des Frühlings, der auch in diesem Jahr wieder nahte, halleluja. Winter war plötzlich froh, wie jemand, der meinte, dieses Gefühl vergessen zu haben. Er machte ein paar Tanzschritte über den Kungstorget. Nein, das tat er nicht, er hätte gern getanzt, aber etwas hielt ihn zurück. Vielleicht das Paket, das er unterm Arm trug, mit einer Lammkeule und einer Büchse Sardellen. Winter war auf dem Heimweg, er würde allein sein, aber ein Mann am Herd ist eigentlich nie allein. Er würde ein Glas Whisky trinken, nur eins, während er das Lamm mit Kräutern und Knoblauch einrieb. Ein Mann mit einem Whiskyglas in Reichweite fühlt sich nie einsam.

Es war sechs, und es war immer noch hell. Allein das. Er dachte an Angela, Elsa und Lilly. Noch drei Monate, dann war die Familie wieder für immer vereint.

Das Handy vibrierte in seiner Hemdentasche. Er nahm es heraus, las die Nummer ab und hielt es ans Ohr; kein Headset für Señor Winter, nicht gut für seinen Tinnitus, aber für Tinnitus war nichts gut, nicht mal guter Whisky, nicht mal Coltrane.

"¡Hola!", sagte er.

"Du scheinst ja richtig fröhlich zu sein."

"Ich bin froh."

"Das macht mich froh", sagte sie.

"Das macht mich auch froh."

"Es klingt, als würdest du dich draußen aufhalten."

"Rate mal, wo."

"Kungstorget?"

"Richtig."

"Rotzunge?"

"Falsch."

"Blutpudding?"

"Guter Versuch, aber falsch."

"Lamm."

"Das war nicht mal eine Frage", sagte er.

"Hier regnet es", sagte sie.

"In Göteborg wird es Frühling."

"Wie schön für dich."

"Jetzt klingt deine Stimme nicht mehr froh", sagte er.

"Wer hat gesagt, dass ich froh bin?"

"Du, gerade eben."

"Schon wieder vorbei."

"Was ist los, Angela?"

"Ich weiß es nicht."

"Wir sehen uns bald."

"Noch drei Monate", sagte sie.

"Ich komme euch doch vorher besuchen."

"Mal sehen", sagte sie.

"Das klingt beunruhigend."

"Etwas wird passieren, und irgendwann verschwindest du, Erik", sagte sie.

"Ich verschwinde?"

"Du verschwindest in dir selbst."

Es ist irgendwann im Lauf der Nacht geschehen, genau an dieser Stelle. Ungefähr das sagte Gerichtsmedizinerin Pia Fröberg zu Winter, als sie kurz vor der Morgendämmerung mitten im Gebüsch dieser Sahneschnitte der üppigen Vegetation unterhalb vom Kulturhaus von Frölunda standen. Auf der anderen Seite war das Straßenbahndepot, unterirdisch, es sah aus wie ein offener Tunnel. Die ersten Wagen des Tages waren gerade wieder angerollt. Alles um sie herum war Glas und Beton, alter Beton, neuer Beton.

Winter betrachtete die Gestalt auf der Erde. Ein Opfer. Es war ein Mann, da gab es keinen Zweifel, denn seine Hose und Unterhose, bis zu den Knien heruntergezogen, verdeckten nicht länger sein Geschlecht. Dem Toten waren die Hände auf dem Rücken, seine Fußknöchel mit einer Art Kordel verschnürt, und sein Kopf steckte in einer Plastiktüte, die um den Hals zugezogen war. Winter beugte sich über ihn und sah das Gesicht wieder im Profil, es war undeutlich durch das blaue Plastik, wie ein Gesicht unter Wasser. Winters Gehirn machte einen Sprung zurück in der Zeit, zwei Jahre innerhalb von Sekunden, sein Körper im Wasser, all das Undeutliche, das ihn umgeben hatte, während er dem Tod entgegensank. Aber er war nicht ertrunken, er stand jetzt hier, mit einem ständigen Brausen in den Ohren wie Meeresbrausen bei Sturm, Erinnerung an sein Erlebnis, als er dem Tod so nah gewesen war. Der Mann auf der Erde vor ihm war dem Leben nicht mehr nah. "Trauma", hörte er Pia sagen und noch etwas, das er nicht verstand, er sah das Blut im Innern der Plastiktüte, es musste Blut sein, mehr schwarz als rot im bleiernen Licht des Himmels. Er schaute hinauf. Dort gab es nichts zu sehen. Er blickte wieder nach unten.

"Er war vermutlich bewusstlos, als ihm die Tü

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