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Mathilda oder Irgendwer stirbt immer Roman von Heldt, Dora (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2020
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
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Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

Willkommen in Dettebüll! Mathilda liebt ihr Dorf Dettebüll in Nordfriesland, seine Einwohner und ihre Familie. Na ja, bis auf Ilse, ihre Mutter, vielleicht. Ilse ist – im Gegensatz zu Mathilda – eine Ausgeburt an Boshaftigkeit und Niedertracht. Veränderungen sind Mathilda ein Gräuel, und so kämpft sie seit vierzig Jahren um Harmonie in der Familie. Doch dann gerät Mathilda und mit ihr ganz Dettebüll in einen Strudel von Ereignissen, die den Frieden in ihrem Dorf gründlich aus den Angeln heben: Dubiose Männer in dunklen Anzügen interessieren sich plötzlich für die endlosen Wiesen von Dettebüll. Unruhe macht sich breit unter der Dorfbevölkerung. Und noch bevor Mathilda sich auf all das einen Reim machen kann, gibt es die erste Tote: Ilse kommt bei einem tragischen Unfall (unter Einwirkung von Tiefkühlkost) ums Leben. Und sie wird nicht die einzige Tote bleiben. Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, hat sich mit ihren Romanen und Krimis auf die Spitzenplätze der Bestsellerlisten und in die Herzen von Millionen von Leserinnen und Lesern geschrieben. Wie kaum eine andere Autorin in Deutschland kennt sie den Buchmarkt von allen Seiten: Die gelernte Buchhändlerin war über 30 Jahre lang Verlagsvertreterin für einen großen Publikumsverlag. Neben humorvollen Familien- und Frauenromanen (u.a. 'Urlaub mit Papa', 'Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt' oder 'Drei Frauen am See') begeistert sie ihr Publikum mit lustig-skurrilen Sylt-Krimis (u.a. 'Wir sind die Guten'), Erzählungen und Kolumnen. Die Liebe zu ihrer norddeutschen Heimat ebenso wie die zu den Menschen dort fängt Dora Heldt auf unnachahmliche Weise in all ihren Büchern ein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423436922
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1202 kBytes
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Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

2 .

Zur gleichen Zeit in Hamburg

Die Neonröhre über dem Tresen flackerte, bevor sie mit einem leisen "Ping" erlosch. Pit Petersen ließ den Lappen in die Spüle fallen und sah resigniert nach oben. Jetzt war es fast ganz dunkel in der Bar PP , es war die dritte Lampe, die an diesem Abend ausgefallen war. Heute war nicht sein Tag. Er streckte den Arm aus und tippte gegen die dunkle Röhre, sie blieb dunkel, war aber noch heiß. Pit fluchte und tauchte den Finger in das lauwarme Spülwasser. Was für ein Dreckstag.

"Ganz schön düster hier", sagte plötzlich Hermann, der schon seit Stunden nahezu unbeweglich am Tresen saß. "Machst du mir noch ein Bier?"

"Das ist das letzte für heute", Pit kniff die Augen zusammen, um im Halbdunkel Bier zu zapfen. "Kommt wohl keiner mehr, ich mach dann Feierabend."

Hermann nickte. "Nicht viel los heute."

"Die ganze Woche nicht", Pit schob ihm das Bier über den Tresen, der dringend mal wieder abgewischt werden musste. Pit hasste Putzen.

"Du musst eine Frau einstellen. Dann kommen auch wieder mehr. Nix mehr los, seit Eva weg ist."

Pit sah Hermann irritiert an. "Wirst du jetzt auf den letzten Metern geschwätzig?" Er rieb mit den Fingern über den klebrigen Tresen. Widerlich. "Wo soll ich denn eine Frau herkriegen?"

"Schild."

"Was?"

Hermann trank das Bier langsam aus, stellte das Glas ab und wischte sich über den Mund. Dann kletterte er vom Barhocker und schwankte langsam zum Spielautomaten, unter dem leere Pappkartons standen. Er riss eine Klappe ab und kam zurück. "Gib mal einen Stift."

In der Schublade fand Pit einen alten Filzstift, Hermann nahm ihn und kritzelte etwas auf die Pappe, die er Pit anschließend hinhielt. "Ins Fenster", sagte er, kramte einen Geldschein aus der Hosentasche und legte ihn hin. "Stimmt so. Tschüs."

Die Tür fiel hinter ihm zu, verblüfft hielt Pit die Pappe in den Händen.

Servissfrau gesucht

Die Schrift war nicht schön, die Rechtschreibung falsch, aber die Idee war gut. Pit nickte, der alte Hermann hatte recht. Seit Eva ihn verlassen hatte, lief die Kneipe nicht mehr. Zum einen gab es nichts mehr zu essen, weil Pit weder Lust noch die Fähigkeiten besaß, irgendwelche Suppen oder Frikadellen zu machen, zum anderen hatte Eva auch ständig mit den Gästen gelabert, dazu hatte Pit noch weniger Lust. Er hätte auch gar nicht gewusst, worüber er mit ihnen reden wollte. Die sollten hier ihr Bier trinken, bezahlen und wieder gehen. Fertig. Aber jetzt kam - außer Hermann und ein, zwei anderen traurigen Gestalten - überhaupt niemand mehr. Weil es nichts zu essen gab. So ein Schwachsinn, er hatte eine Kneipe und kein Restaurant. Aber eine Angestellte könnte zumindest putzen.

Pit ging langsam zur Tür, um abzuschließen, seine Schuhe machten auf dem Linoleum ein schmatzendes Geräusch. Die Idee war wirklich nicht schlecht, er hatte zwar keine Ahnung, wie er eine Angestellte bezahlen sollte, aber darüber konnte er später nachdenken. Er stellte einen der leeren Kartons auf den Tisch und riss eine zweite Pappe ab, die er - so gut er konnte - beschriftete.

Hübsche Frau für Service gesucht

Er stellte das Schild ins Fenster. Die Scheibe war schmierig, aber man müsste es trotzdem von außen lesen können. Hoffte er zumindest. Seine Stimmung hob sich augenblicklich. Pit Petersen war schon mit allen möglichen Situationen fertig geworden. Das würde auch so weitergehen. Davon war er überzeugt. Der Blick in die Kasse ernüchterte ihn wieder. 24 , 80 Euro. Der gesamte Tagesumsatz. Er nahm einen Zehn-Euro-Schein heraus und schob ihn sich in die Hosentasche. Ein Döner und ein Bier für ihn, 14 , 80 Euro fürs Kassenbuch, das musste reichen. Warum den Haien vom Finanzamt das Geld hinterherschmeißen?

Er griff zu de

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