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Maus im Aus Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Maus im Aus

Eisige Kälte herrscht im Städtchen Crozet, Virginia. Nichts würde da Mrs. Murphy von ihrem warmen Ofenplatz wegbewegen. Doch als der merkwürdige Tod eines stadtbekannten Bauunternehmers für Furore sorgt und ihr Frauchen Mary Minor "Harry" Haristeen beginnt, ihre Nase in den Fall zu stecken, kann die samtpfötige Tigerkatze einfach nicht tatenlos zusehen. Kälte hin oder her?

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714655
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4128kBytes
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Maus im Aus

1

G raue Graupeln prasselten an die mundgeblasenen Fensterscheiben vom Pfarrhaus der lutheranischen St. Lukaskirche. Wie zur Ergänzung knisterte ein Feuer in dem großen, aber schlichten Kamin, dessen Sims ein geschnitzter gezackter Streifen zierte. Die Hände des Schnitzers waren im Jahre 1797 zu Staub geworden.

Die Mitglieder des Pfarrbeirats saßen im Halbkreis am Kamin, ein zierlicher Couchtisch stand in der Mitte. Wie jedermann weiß, ist es eine zweifelhafte Ehre, einem Ausschuss oder Komitee anzugehören. Die meisten Leute durchschauen derlei Aufgaben rechtzeitig genug, um sich zu drücken. Die Arbeit muss jedoch getan werden, und manche braven Menschen beugen sich dem Joch.

Mary Minor Haristeen war dem prickelnden Gefühl erlegen, von der Gemeinde gewählt und für verantwortungsvoll gehalten zu werden. Das Prickeln legte sich, als sich bei den Versammlungen nach und nach der Wust von Aufgaben zeigte. Praktische Probleme lagen ihr mehr als menschliche. Ein Fallrohr instand zu setzen fiel in ihren Kompetenzbereich. Ein gebrochenes Herz instand zu setzen, Kranken Beistand zu leisten, gut, sie war dabei, es zu lernen.

Reverend Herbert C. Jones, der gute Hirte von St. Lukas, verstand sich ausgezeichnet sowohl auf die menschlichen Probleme wie aufs Vermitteln. Er gab gerne jedem Ausschussmitglied, jedem Pfarrkind etwas von sich mit. Da er Mrs. Haristeen, Harry mit Spitznamen, getauft hatte, fühlte er eine besondere Zuneigung für die gut aussehende Frau Ende dreißig. Diese Zuneigung wurde vollauf erwidert; denn Harry liebte den Rev, wie sie ihn nannte, von ganzem Herzen.

Zwar stritt sich der Beirat momentan, doch muss gerechterweise gesagt werden, dass alle Mitglieder Reverend Jones liebten. Ebenso muss gerechterweise gesagt werden, dass die meisten von ihnen Harry mochten - wenn nicht liebten. Die einzige Ausnahme war BoomBoom Craycroft, die sie irgendwie mochte und irgendwie nicht. Das beruhte auf Gegenseitigkeit.

Wie großes weißes Konfetti lagen Papiere neben Tassen auf dem Couchtisch. Der Duft von Kaffee und Kakao vertrieb die Anspannung ein bisschen.

"Wir können nicht einfach so eine Ausgabe von zwölftausend Dollar genehmigen." Tazio Chappars verschränkte die Arme. Sie war Architektin, eine junge, attraktive dunkelhäutige Frau mit einer italienischen Mutter und einem afroamerikanischen Vater.

"Also, wir müssen was tun", sagte Herb mit seiner volltönenden, hypnotischen Stimme.

"Wieso?" Tazio rutschte streitlustig auf ihrem Sitz herum.

"Weil es hier schlimmer aussieht als in der Hölle", platzte Harry heraus. "Verzeihung, Rev."

"Schon gut. Ist ja wahr." Herb lachte.

Hayden Mclntyre, praktischer Arzt der Stadt, war ein korpulenter Mann von beherrschendem, wenn nicht gar leicht arrogantem Wesen. Er zog seinen Stift hinterm Ohr hervor und kritzelte etwas auf die Budget-Papiere, die zu Beginn der Sitzung verteilt worden waren. "Versuchen wir's mal so. Ich hab nichts dagegen, den Teppich im Pfarrhaus zu erneuern. Wir schieben das seit vier Jahren vor uns her. Ich erinnere mich an die Pros und Kontras, als ich neu im Beirat war. Diese Kirche ist eine der schönsten, lieblichsten in dieser Gegend, und das sollte sie auch zeigen." Zustimmendes Gemurmel begleitete seine Verlautbarung. "Ich habe diese Angelegenheit in drei Bereiche von unmittelbarer Dringlichkeit eingeteilt. Erstens die Sakristei: muss gemacht werden." Er hob die Hand, als Tazio den Mund aufmachte. "Und zwar unbedingt. Ich weiß, was Sie sagen wollen."

"Nein, wissen Sie nicht." Ihre haselnussbraunen Augen leuchteten auf. "Hm, okay, vielleicht doch. Den Teppich wegnehmen und die Böden abschmirgeln."

"Tazio, das hatten wir schon. Das geht nicht, weil die Bodenbretter zu dünn sind, sie würden es nicht überstehen." Matthew Crickenberger, Chef des größten Bauunternehmens von Charlottesville, klatschte zur Unterstreichung leise in die Hände. "Die Bodenbre

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