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Mein ist die Macht Thriller von Sachs, Leon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2018
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mein ist die Macht

Ein verstörend authentischer Thriller. Ein Bombenanschlag auf die Zentralmoschee in Köln erschüttert Europa, ein Attentat auf die Tochter des US-Prasidenten kann nur knapp verhindert werden. Als Alexander Kauffmann und Natalie Villeneuve erfahren, dass Natalies Onkel Fabrice hinter dem Attentat stecken soll, reisen sie überstürzt nach Köln. Was hat der Rabbiner mit einer jüdischen Terrororganisation zu tun? Oder brauchen mächtige Kräfte im Untergrund lediglich einen Sündenbock? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem Alex und Natalie erkennen: Sie können niemandem trauen - nicht einmal sich selbst. Leon Sachs, 1982 in Köln geboren, lebt und arbeitet als Autor und Jounalist in seiner Heimatstadt. Er studierte in Fribourg Medienwissenschaften und erwarb ein Diplom der Durham University in Religion und Theologie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 11.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960413776
    Verlag: Emons Verlag
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Mein ist die Macht

P ROLOG

20. November, Köln

Am Anfang war der Verrat, dachte Boris Ulbricht.

Der dichte Nebel schien die Geräusche ihrer schnellen Schritte zu verschlucken. Die Atemwölkchen, die ihren Mündern entwichen, vermengten sich augenblicklich mit der kalten, schweren Luft, die in diesen Tagen über Köln lag. Ulbricht blickte sich um. Nur einen Moment, um sicherzugehen, dass niemand sie beobachtete. Im gelben Licht der Laternen war von der Venloer Straße kaum etwas zu erkennen. Die Scheinwerfer eines Autos durchschnitten die weiße Nebelwand. Langsam glitt der Wagen an ihnen vorbei. Sekunden später waren die roten Rücklichter nicht mehr als ein fernes Flackern im Dunkel der Nacht. Zufrieden stellte Ulbricht fest, dass sich niemand für sie zu interessieren schien. Und sollte doch jemand zu dieser unchristlichen Zeit aus einem der Fenster der umliegenden Häuser in die Nacht blicken, würde er nur zwei dunkle Schemen erkennen, die um drei Uhr früh durch Köln-Ehrenfeld liefen. Der Nebel war ihr Freund.

Ulbricht sah wieder nach vorne. Auf den Rücken des Mannes, hinter dem er herlief. Er spürte, wie die Trageriemen seines Rucksacks in seine Schultern schnitten. Das Gewicht war brutal. Dazu trug er zwei kleinere Taschen links und rechts mit seinen behandschuhten Händen.

Dieser Typ hätte ihm wenigstens diese Last abnehmen können, ärgerte sich Ulbricht.

"Ich will nichts damit zu tun haben", hatte der Mann gesagt, als Ulbricht ihm die kleinen Taschen in die Hand hatte drücken wollen. "Ich zeige Ihnen nur den Weg."

Ulbricht hatte nur verächtlich gelacht.

Was für ein prinzipienloses Pack, dachte er. Sie waren bereit, ihre eigenen Leute zu verraten. Aber wenn einer wie er ihre Hilfe brauchte, taten sie nur das Nötigste. Doch er musste irgendwie in dieses Gebäude gelangen. Und der Mann, der nun vor ihm lief, war sein Schlüssel.

In diesem Moment gab sein Begleiter ihm ein Zeichen. Sie blieben stehen. Ulbricht sah zu, wie sein Begleiter an einem Schutzzaun herumfummelte und Sekunden später einen Spalt in dem Metallgestell öffnete. Das Loch war gerade groß genug, damit er hindurchschlüpfen konnte. Ulbricht folgte ihm, blieb aber mit einer Schlaufe seines Rucksacks am Zaun hängen. Er unterdrückte einen Fluch, befreite sich und betrat das Gelände, das er in den Monaten zuvor bis in den letzten Winkel erkundet hatte.

Ulbrichts Blick glitt am südlichen Minarett der Kölner Zentralmoschee hinauf. Die zwei goldenen Ringe des ausgehöhlten Gebetsturmes, die das Podest des Muezzins symbolisierten, waren gerade noch zu erkennen. Die fünfundfünfzig Meter hohe Spitze dagegen verschwand im Nebel.

"Hier entlang!", flüsterte der Gehilfe.

Ulbricht wandte sich dem Mann zu und sah ihm in die Augen. Sein Begleiter, sein Türöffner, war ein junger Mann von vielleicht dreißig Jahren. Er wollte Mohammed genannt werden. Ulbricht war sich sicher, dass dies nicht sein richtiger Name war. Der spielte auch keine Rolle. Sie würden sich nach heute Nacht nie wiedersehen. Mohammed hatte eine Wollmütze tief in die Stirn gezogen. Sein Feuermal, das eine Hälfte seines Gesichts bedeckte, konnte er damit aber nicht verbergen. Die Lippen des Mannes schienen ansatzlos in die Wangen überzugehen. Im diffusen Licht der Laternen sah er angsteinflößend aus.

Ulbricht riss sich von Mohammeds Gesicht los und sah die Betonstufen hinauf, die auf den Vorplatz der Moschee führten. Er war schon viele Male hier gewesen. Auch nachts. Aber nie hatte er die Stufen nach dem Nachtgebet erklimmen können, wenn das Gotteshaus seine Pforten bis zum nächsten Morgen schloss und den Zugang mit dem Schutzzaun verriegelte. Er hatte sich Führungen angeschlossen und über das sechzehntausend Quadratmeter große Gelände alles gelernt, was es zu wissen gab.

Die Moschee war auf einem ehemaligen Fabrikgelände errichtet worden, das schon vor ihrem Bau die Heimat der muslimischen Gemeinde gewesen

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