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Meine Seele so kalt Psychothriller von Mackintosh, Clare (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Meine Seele so kalt

Ein regnerischer Abend in Bristol. Der 5-jährige Jacob ist mit seiner Mutter auf dem Weg nach Hause, plötzlich reißt er sich los und stürmt auf die Straße. Das Auto, das wie aus dem Nichts erscheint und ihn erfasst, ist ebenso schnell wieder verschwunden. Für den kleinen Jungen kommt jede Hilfe zu spät.

Jenna Gray flieht vor den Ereignissen in die Einsamkeit eines walisischen Dorfes. Aber die Trauer um ihr Kind und die Erinnerungen lassen sie selbst dort nicht los. Schon bald ist sie sich sicher, dass nicht nur die Vergangenheit sie erbarmungslos verfolgt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514779
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: I Let You Go
    Größe: 1612kBytes
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Meine Seele so kalt

1

Detective Inspector Ray Stevens stand am Fenster und schaute nachdenklich auf seinen Bürostuhl, an dem schon seit mindestens einem Jahr die Lehne gebrochen war. Bis jetzt hatte er das Ganze eher pragmatisch gesehen und sich einfach nicht nach links gelehnt, doch während er in der Mittagspause gewesen war, hatte irgendjemand mit einem dicken schwarzen Filzstift "defective" auf die Rückenlehne gekritzelt, "defekt". Ray fragte sich, ob der neu gefundene Enthusiasmus der Verwaltung wohl so weit gehen würde, dass man ihm auch ein Ersatzmöbel zuteilte, oder ob er das CID, die Kriminalpolizei von Bristol, bis ans Ende seiner Tage von einem Stuhl aus würde leiten müssen, der ernste Zweifel an seiner Professionalität weckte.

Ray beugte sich vor, um im Chaos seiner Schreibtischschublade nach einem Marker zu suchen. Dann hockte er sich hinter die Lehne und änderte die Aufschrift in "detective". Im selben Augenblick öffnete sich die Tür zu seinem Büro. Rasch stand er auf und steckte die Kappe auf den Stift.

"Ah ... Kate ... Ich habe nur ..." Ray hielt inne. Er wusste sofort, was Kates Blick bedeutete, noch bevor er den Ausdruck der Notrufzentrale in ihrer Hand sah. "Was gibt's?"

"Ein Unfall mit Fahrerflucht in Fishponds. Einen fünfjährigen Junge hat's erwischt."

Ray streckte die Hand nach dem Blatt Papier aus und überflog es, während Kate verlegen in der Tür stand. Sie war erst vor ein paar Monaten vom Streifendienst zur Kriminalpolizei versetzt worden und hatte sich noch nicht so recht eingelebt. Aber sie war gut, besser sogar, als sie glaubte.

"Kein Kennzeichen?"

"Nicht, soweit wir wissen. Der Tatort ist abgesperrt, und der Skipper nimmt gerade die Aussage der Mutter auf. Wie du dir denken kannst, steht sie unter Schock."

"Ist es okay für dich, wenn wir ein paar Überstunden machen?", fragte Ray, doch Kate nickte bereits, bevor er die Frage beendet hatte. In freudiger Erwartung lächelten sie einander an, während das Adrenalin durch ihre Körper strömte. Das war immer so, wenn etwas Schreckliches geschah, auch wenn es sich falsch anfühlte.

"Nun denn ... Auf geht's."

Sie nickte den Rauchern zu, die sich unter dem kleinen Vordach am Hintereingang versammelt hatten.

"Alles klar, Stumpy?", sagte Ray. "Ich fahre mit Kate zu der Fahrerflucht in Fishponds. Kannst du mal bei der Verkehrsüberwachung nachfragen, ob schon was reingekommen ist?"

"Klar." Der ältere Mann nahm einen letzten Zug von seiner selbstgedrehten Kippe. Detective Sergeant Jake Owen wurde schon so lange Stumpy genannt, dass es jedes Mal komisch wirkte, wenn bei Gericht seinen richtiger Name verlesen wurde. Stumpy war ein Mann weniger Worte, auch wenn er mehr Kriegsgeschichten zu erzählen hatte, als er teilen wollte; ohne Zweifel war er einer von Rays besten Sergeants. Die beiden Männer waren mehrere Jahre lang zusammen Streife gefahren, und da Stumpy über eine Kraft verfügte, die seine kleine Statur Lügen strafte, war Ray mehr als einmal froh gewesen, ihn an seiner Seite zu haben.

Neben Kate bestand Stumpys Team noch aus dem zuverlässigen Malcolm Johnson und dem jungen Dave Hillsdon, einem zwar engagierten, aber bisweilen unberechenbaren Detective Constable. Dessen kaum zu bremsendes Verlangen, Täter hinter Gitter zu bringen, ging Ray häufig ein wenig zu weit. Zusammen jedoch bildeten sie ein gutes Team, und Kate lernte rasch von ihnen. Sie war mit einem leidenschaftlichen Eifer bei der Sache, der Ray wehmütig an seine Zeit als DC zurückdenken ließ, bevor siebzehn Jahre Bürokratie ihn auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hatten.

Kate lenkte den unauffälligen Corsa durch den zunehmenden Rushhour-Verkehr in Richtung Fishponds. Sie war eine ungeduldige Fahrerin. Vor jeder roten Ampel schüttelte sie missbilligend den Kopf und reckte den Hals, um an den wartenden Autos vorbeischauen zu können. Ständig war sie in Bewegung: Sie trommelte mit den Fingern

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