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Mirror Welt Prequel von Olsberg, Karl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2016
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Mirror Welt

Willkommen in der schönen neuen Welt der Mirrors! Die Nachfolger der Smartphones kennen dich besser als jeder andere, wissen besser als du selbst, was du brauchst. Sie beschützen dich vor Gefahren, optimieren deinen Job, deine Liebe, dein Leben. Ob du willst oder nicht ... Fünf miteinander verwobene Geschichten - in einer Welt, in der wir schon bald leben werden - vom Bestseller-Autor Karl Olsberg. Karl Olsberg promovierte über Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Er war Unternehmensberater, Marketingdirektor eines TV-Senders, Geschäftsführer und erfolgreicher Gründer mehrerer Start-ups. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Unternehmer und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Bislang erschienen im Aufbau Taschenbuch seine Thriller 'Das System', 'Der Duft', 'Schwarzer Regen', 'Glanz' sowie 'Die achte Offenbarung'. Mehr vom und zum Autor unter: www.karlolsberg.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 30
    Erscheinungsdatum: 11.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841212030
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 3976 kBytes
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Mirror Welt

1. MirrorProtect (TM)

Robert Kreutzer sprang aus dem Wagen und drückte die Autopark-Taste auf der Fernbedienung. Sein Samsung Smartcar setzte sich in Bewegung, um fahrerlos zum nächsten freien Parkplatz vor dem Hamburger Hauptbahnhof zu steuern. Kreutzer verschwendete keine Zeit damit, dem Fahrzeug dabei zuzusehen. Er war spät dran; seine MirrorGlass Augmented-Reality-Brille blendete die Abfahrtszeit und das Gleis des ICE nach Köln sowie einen Richtungspfeil im oberen Rand des Sichtfelds ein. Der Text "Bitte begeben Sie sich unverzüglich zum Bahnsteig!" blinkte rot, während die Brille die Zeit, die ihm noch blieb, herunterzählte: drei Minuten und fünfzehn Sekunden.

Als er bereits im Bahnhof war, fiel Kreutzer ein, dass er seinen Trolley im Kofferraum vergessen hatte. Verdammt! Er rannte zurück. Sein Auto kurvte noch im Schritttempo auf dem vollen Parkplatz herum, darauf lauernd, dass ein Platz frei wurde. Mit der Stopp-Taste brachte er das Fahrzeug zum Stehen, was empörtes Hupen des menschlichen Fahrers eines Opel Astra hinter seinem Wagen zur Folge hatte. Kreutzer hätte Lust gehabt, ganz gemächlich hinzuschlendern, nur um dem Blödmann zu zeigen, dass er sich nicht unter Druck setzen ließ. Doch dazu hatte er nicht die Zeit. Also sprintete er quer über den Parkplatz und zerrte am Kofferraumdeckel, der sich jedoch nicht öffnen ließ. Die Fernbedienung rutschte ihm aus der Hand, er hob sie auf und drückte den Öffnen-Knopf, während das Arschloch hinter ihm immer noch hupte.

Endlich gelang es ihm, den Trolley herauszuwuchten. Er drückte auf "Kofferraum Schließen", dann auf "Automatisch Einparken", warf dem Opelfahrer einen giftigen Blick zu und hastete zurück zum Bahnhof, während seine Brille ihn informierte, dass ihm nur noch dreißig Sekunden bis zur Abfahrt blieben. Natürlich fuhr der Zug auf Gleis vierzehn ganz am anderen Ende des Bahnhofs ab.

Sein Herz pochte, und er spürte ein schmerzhaftes Ziehen im linken Arm. Egal. Er biss die Zähne zusammen und rannte schnaufend weiter.

"Dein Blutdruck ist zu hoch", sagte seine eigene Stimme in seinem Ohr, ein wenig falsch betont, aber durchaus natürlich klingend. "Bitte verlangsame dein Tempo!"

Kreutzer pfiff auf die Anweisung seines Mirrors. Er musste den Zug kriegen! Er konnte es sich nicht leisten, zu dem Meeting mit Dürrmann zu spät zu kommen.

Als er die Treppe erreichte, die hinab zum Bahnsteig führte, war sein Hemd durchgeschwitzt und die Krawatte fühlte sich an wie ein Galgenstrick. Gleis vierzehn war leer, aber der Bahnsteig voller wartender Menschen. War der Zug schon weg, oder hatte er Verspätung?

"Mirror, Ausschnittvergrößerung dreihundert Prozent", sagte er keuchend. Das Display in seiner Brille zeigte einen rechteckigen Ausschnitt seines Sichtfeldes in dreifacher Vergrößerung. Er steuerte durch Drehung des Kopfes den kleinen Cursor in der Mitte seines Blickfelds so, dass er auf der Digitalanzeige über dem Bahnsteig ruhte. Nun konnte er die Anzeige in der Ausschnittvergrößerung problemlos lesen: Der Zug nach Köln hatte fünfzehn Minuten Verspätung.

Kreutzer schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, während Zorn seinen Blutdruck weiter steigen ließ. Wenn es die Bahn endlich mal hinkriegen würde, Verspätungsinformationen zeitnah ins globale MirrorNet einzuspeisen, das alle Mirrors miteinander verband, hätte er sich die ganze Hektik sparen können! Sein Arzt hatte ihm gesagt, er solle es ruhig angehen lassen und Stress vermeiden. Der hatte gut reden. Als Unternehmensberater hatte man nun einmal eine Siebzigstundenwoche und war ständig unter Erfolgsdruck.

"Dein Blutdruck ist zu hoch", informierte ihn sein Mirror. "Soll ich etwas beruhigende Musik spielen?"

"Nein!", sagte Kreutzer laut, was ihm irritierte Blicke einiger Passanten einbrachte.

Allmählich kam sein Puls zur Ruhe, doch das schmerzhafte Ziehen im linken Arm blieb, während er den schweren Trolley die Treppe hin

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