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Miss Daisy und der Tote im Chelsea Hotel Kriminalroman von Dunn, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Miss Daisy und der Tote im Chelsea Hotel

Miss Daisy in New York. Daisy Dalrymple reist mit ihrem frischgebackenen Ehemann Alec Fletcher von Scotland Yard nach Amerika. Im berühmten Chelsea Hotel in New York freundet Daisy sich mit einigen skurrilen Hotelgästen an. Bei einem Treffen mit dem Herausgeber des Magazins, für das sie schreibt, hört sie plötzlich einen Schuss - ein Reporter ist tot, doch der Täter kann entkommen. Mit ihren neuen Freunden mischt Daisy sich in die Ermittlungen ein. Eine Spur zum Mörder führt sie quer durch das Amerika der Roaring Twenties. Ein Kriminalfall aus den Goldenen Zwanzigern voll skurriler Figuren. Carola Dunn wurde in England geboren und lebt heute in Eugene, Oregon. Sie veröffentlichte in den USA mehrere historische Romane, bevor sie die 'Miss Daisy'-Serie zu schreiben begann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 18.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215055
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: The Case Of The Murdered Muckraker
    Größe: 2328 kBytes
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Miss Daisy und der Tote im Chelsea Hotel

Kapitel 1

Ä rgerlich erhobene Stimmen: Als Daisy das Ende der Seite erreichte und das Klappern der Tasten ihrer Schreibmaschine aufhörte, drangen sie als undeutliches Geräusch in die plötzliche Stille durch die Wand aus dem Zimmer nebenan.

Es war nicht das erste Mal. Offensichtlich war ihr Zimmernachbar kein versöhnlicher Mensch. Diesmal waren es zwei Männer und eine Frau, da war sich Daisy ziemlich sicher, aber sosehr sie sich auch anstrengte, sie konnte nichts verstehen. Ging sie ja auch nichts an, ermahnte sie sich und wendete sich wieder ihrer Arbeit zu.

Quietschend und unwillig gab die Remington zwei Bögen samt Kohlepapier frei. Daisy fächelte sich damit Luft zu. Da sie sich noch nicht an die Innentemperaturen gewöhnt hatte, die die New Yorker bevorzugten, und sie selbst mit prasselnden Kaminfeuern aufgewachsen war, durchmischt mit eisiger Zugluft, fand sie das Hotelzimmer erstickend heiß. Ihr Kampf mit dem störrischen Heizkörper war erfolgloser gewesen als der mit der Schreibmaschine, die sie vom Hotelmanagement zur Verfügung gestellt bekommen hatte.

Sehnsüchtig blickte sie zu den Balkonfenstern mit ihren verzierten Rosenholzrahmen, dann starrte sie ihre Schreibmaschine finster an. Das Chelsea Hotel war ein beliebter Zufluchtsort für Schriftsteller und auf ihre Bedürfnisse eingerichtet, doch die Remington pfiff auf dem letzten Loch. Daisy hatte den Verdacht, dass sie schon seit vierzig Jahren auf diesem Schreibtisch stand, nämlich seit 1883, als das Hotel erbaut worden war, und dass sie seitdem tagtäglich von mehr oder weniger geübten Fingern bearbeitet worden war. Sie knarrte und ächzte bei jeder Berührung und sperrte sich vehement gegen Großbuchstaben. Die Aussicht, den Kampf mit der garstigen Maschine erneut aufnehmen zu müssen, ließ sie in Schweiß ausbrechen.

Die Papierstapel neben der Schreibmaschine wurden immer höher. Mr. Thorwald hatte nur wenige Änderungen in ihrem Artikel über die Atlantiküberquerung gewünscht. Der Text war fertig getippt und konnte morgen abgeliefert werden. Mit dem Artikel über ihre ersten Eindrücke von Amerika kam sie gut voran. Sie hatte noch etwas Zeit.

Sie trat auf den Balkon. Die scharfe Kälte einer winterlichen Brise ließ sie frösteln. Der gelblich graue Himmel drohte Regen oder gar Schnee an, obwohl es noch nicht einmal ganz November war. Benzinschwaden, vermischt mit Staub, stiegen aus der West 23rd Street herauf, allerdings war der scharfe Geruch nach rußigem Kohlenrauch nicht so übermächtig wie im fernen London.

Daisy lehnte sich an das verschnörkelte gusseiserne Geländer und beobachtete eine Tram, die sieben Etagen unter ihr vorbeiratterte. Nicht eine Tram, eine Straßenbahn. Warum behaupteten die Amerikaner immer, sie würden Englisch sprechen, wo sie ihre Sprache doch genauso gut Amerikanisch hätten nennen können. Am seltsamsten war, dass ihr, einer Engländerin, die reinstes Oxfordenglisch sprach, immer gesagt wurde, sie habe einen drolligen Akzent!

Eine unmissverständlich amerikanische Stimme mischte sich in Daisys Überlegungen. Das Fenster des angrenzenden Zimmers stand einen Spalt offen. Die Stimme der Frau, die Daisy vorhin schon undeutlich gehört hatte, war jetzt glockenklar - nicht weich wie eine Kirchenglocke, nicht klingelnd wie die eines Pferdegeschirrs, sondern schriller als eine elektrische Hausklingel.

"Du Mistkerl!", schrie sie giftig. "Nicht für eine Million Dollar würde ich zu dir zurückkommen."

"Selbst wenn ich eine Million Dollar hätte", erwiderte eine bissige männliche Stimme, eher sarkastisch als erzürnt, "würdest du keinen einzigen roten Heller aus mir herausquetschen."

Ein anderer Mann sagte mit beruhigender, ziemlich nervöser Stimme etwas Unverständliches. Einen Augenblick später wurde eine Tür zugeschlagen.

Schuldbewusst gestand sich Daisy ein, dass nicht nur die überheizte Luft, sondern auch die Neugier sie nach draußen getrieben hatte. Rasch v

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