text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Miss Daisy und der tote Professor Kriminalroman von Dunn, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Miss Daisy und der tote Professor

Anonyme Briefe für Lord John. Ob sich Miss Daisy da nicht überschätzt hat? Ihr Schwager Lord John hat sie gebeten herauszufinden, wer ihm seit einiger Zeit diese kompromittierenden anonymen Briefe ins Herrenhaus von Oakhurst schickt. Zu Anfang kommt sie ausgesprochen gut voran mit ihren Ermittlungen, doch dann entdeckt sie eines Nachmittags auf dem Friedhof eine Leiche, erschlagen von einem Granitengel. War es ein Unfall oder gar Mord? Und führt die Spur zu dem treuherzigen Landpfarrer, dem eleganten Arzt oder den frömmelnden Damen in ihren viktorianischen Villen? Ein neuer Fall für die junge, charmante Miss Daisy und ihren Verlobten Alec Fletcher von Scotland Yard. 'Miss Daisy hat all das, was auch den Charme der Miss Marple- oder Hercule Poirot-Stories ausmacht.' Westdeutsche Allgemeine. Carola Dunn wurde in England geboren und lebt heute in Eugene, Oregon. Sie veröffentlichte in den USA mehrere historische Romane, bevor sie die 'Miss Daisy'-Serie zu schreiben begann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841211897
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Styx and Stones
    Größe: 2135 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Miss Daisy und der tote Professor

1

"Schätzchen, ich wünschte, ich könnte. Aber Johnnie hat mich zum Lunch eingeladen, und er wird jeden Moment hier sein."

"Johnnie?" Der eifersüchtige Ton in Alecs Stimme klang durch den Draht bis an Daisys Ohr.

Mit einem kleinen selbstgefälligen Lächeln erklärte sie: "Johnnie Frobisher - Lord John - mein Schwager."

"Oh, Lady Johns Johnnie." Seine Erleichterung war offenkundig, obgleich er etliche Meilen weit weg war, im New Scotland Yard.

"Lady Johns Johnnie!" lachte Daisy. "Ich weiß, sie hat dich sicher gebeten, sie Violet zu nennen, Schatz. Egal, jedenfalls ist er heute in der Stadt und hat mich zum Lunch eingeladen."

"Ins Ritz vermutlich oder ins Savoy ", sagte Alec trübsinnig. Das Gehalt eines Detective Chief Inspectors vertrug keine Lunchs im Ritz .

"Schätzchen, du weißt, ich würde lieber mit dir im Lyons' Corner House ein Welsh Rarebit essen, aber woher sollte ich wissen, daß du heute Zeit hast? Oh, es klingelt an der Tür, ich muß rennen." Sie wandte sich um und rief die Treppe hinunter zur Putzfrau in der Küche im Souterrain: "Ich geh schon, Mrs. Potter! Alec, ich ruf dich heute abend von zu Hause an. Bis da-a-nn, mein Lieber."

Sorgfältig hängte Daisy den Hörer des nagelneuen Telephons ein, das sie und Lucy sich erst vor einer knappen Woche geleistet hatten. Lucy hatte den kompletten Anschluß zu ihrem Photoatelier in den alten, zu Wohnquartieren umgebauten Remisen bezahlt. Es befand sich hinter der schmukken Wohnung, die sie sich teilten, aber Daisys Anteil an den allgemeinen Kosten war noch hoch genug. Sie lebten wieder genügsam von Eiern, Käse und Sardinen; da kam ein Essen in einem guten Restaurant gerade richtig.

Wie dem auch sei, so sehr sie Johnnie mochte, sie hätte lieber mit Detective Chief Inspector Alec Fletcher gespeist. Seit dem wunderbaren Wochenende im New Forest hatte sie ihren Verlobten kaum zu Gesicht bekommen.

In diese Erinnerungen versunken, starrte sie in den Spiegel über dem Flurtisch, und das kleine selbstgefällige Lächeln kehrte zurück. Sie richtete den blauen, mit weißen Rosen bekränzten Strohhut auf ihren honigbraunen, kurzgeschnittenen Locken. Der Hut paßte zur Farbe ihrer Augen, die Alec bei schlechter Laune als "irreführend harmlos" zu beschreiben pflegte, doch wenn er milder gestimmt war, wählte er schmeichelhaftere Worte.

Daisy trug ein Leinenkostüm in einem dunkleren Blauton, weiß paspeliert. Ziemlich schick, fand sie, wenn sie nur eine elegante jungenhafte Figur hätte. Von den geraden Linien und dem auf den Hüften sitzenden Gürtel konnte man nicht sagen, daß sie ihr standen.

Als sie die Nase über ihre runden Kurven rümpfte, die Alec für so herrlich knuddelig hielt, bemerkte sie drei Sommersprossen. Auf dem Lande kein Problem, aber in der Stadt inakzeptabel; schnell tupfte sie etwas Puder darauf. Den kleinen Leberfleck an ihrem Mundwinkel zu verbergen hatte sie aufgegeben, seit ihr Alec erzählt hatte, daß man ein Schönheitspflästerchen im achtzehnten Jahrhundert neckisch als "Küßchen" bezeichnet hatte.

Mit einem Seufzer bedauerte sie, daß Johnnie sie ausgerechnet an einem der wenigen Tage zum Lunch eingeladen hatte, an denen sich Alec zur Mittagszeit vom Yard verdrücken konnte.

Während sie zur Vordertür ging, zog sie sich die Handschuhe an. Als sie öffnete, stieß sie auf eine Hitzewand wie von einem Schmelzofen. Selbst hier in Chelsea stank die Großstadtluft nach vor sich hin schmorendem Asphalt und Abgasen.

"Der reinste Backofen, nicht?" begrüßte sie Johnnie.

Wie Alec war er Mitte Dreißig und mittelgroß, aber - im Gegensatz zu Alec - schmächtig und blond. Er war makellos gekleidet, ein hellgrauer Straßenanzug im unverkennbaren Schnitt der Savile Row. Nur das sonnengebräunte Gesicht verriet den Gentleman vom Lande, der für diesen Tag in die Stadt gekommen war. Von der braunen Haut hob sich die weiße Linie einer von der

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen