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Miss Daisy und die tote Sopranistin Kriminalroman von Dunn, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Miss Daisy und die tote Sopranistin

Tödliches Debüt in der Royal Albert Hall. Mord im Konzert! Bei ihrem Debüt in der Londoner Royal Albert Hall im Jahre 1923 bricht die Mezzosopranistin Betsy tot auf der Bühne zusammen. Miss Daisy Dalrymple, eine junge Adlige mit journalistischen Ambitionen, und ihr Freund Alec Fletcher von Scotland Yard ermitteln - und erweisen sich schnell als findige Experten für komplizierte Künstlerseelen und skandalöse Affären. Aber bis geklärt ist, wer Betsy vergiftete, erleben die beiden so manche bedrohliche Überraschung... 'Carola Dunn liefert in der Miss Daisy-Serie alles, was man sich als Krimi-Leser wünscht: Aristokraten, die den Skandal fürchten, dienstbare Butler, einen äußerst attraktiven und erfolgreichen Kommissar, dazu eine überaus charmante Hauptfigur.' The Oregonian. Carola Dunn wurde in England geboren und lebt heute in Eugene, Oregon. Sie veröffentlichte mehrere historische Romane, bevor sie die "Miss Daisy"-Serie zu schreiben begann. Im Aufbau Taschenbuch sind folgende Titel erhältlich: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis Miss Daisy und der Tod im Wintergarten Miss Daisy und die tote Sopranistin Miss Daisy und der Mord im Flying Scotsman Miss Daisy und die Entführung der Millionärin Miss Daisy und der Tote auf dem Wasser Miss Daisy und der tote Professor Miss Daisy und der Mord im Museum Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner Miss Daisy und der Tote im Chelsea Hotel Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 239
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841211859
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Originaltitel: Requiem for a Mezzo
    Größe: 2693 kBytes
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Miss Daisy und die tote Sopranistin

1

Als Daisy die Hand zum zweiten Mal nach dem glänzenden Messingklopfer ausstreckte, öffnete sich die dunkelgrüne Haustür.

"Ach, Sie sind es, Daisy. Kommen Sie doch herein", forderte Muriel Westlea sie gleich auf, und ihr Lächeln auf dem schmalen, immerzu besorgt wirkenden Gesicht schien um Verzeihung zu bitten. Sie war eine etwas verwelkte Frau in den frühen Dreißigern, und ihr braunes, fleckiges Musselinkleid, das schon bessere Zeiten gesehen hatte, wirkte unscheinbar. "Bitte entschuldigen Sie die Wartezeit, aber unser Dienstmädchen hat heute Ausgang. Sie haben ja noch nicht einmal einen Mantel an."

"Das macht gar nichts, ich wohne ja schließlich nebenan. Außerdem ist heute doch ein prachtvoller Tag. Bald blühen die Narzissen. Der Frühling ist einfach wunderbar." Daisy trat in das Haus. Die Sonne schimmerte durch die viktorianische Buntglas-Lünette und die Buntglas-Fenster links und rechts von der Tür und warf grüne und lilafarbene Flecken auf die weißen Wände und das gebohnerte Parkett. Auf dem Dielentisch stand eine Vase mit scharlachroten Rosen aus dem Gewächshaus.

"Von einem von Betsys - Bettinas Verehrern", sagte Muriel, die Daisys Blick gefolgt war. "So schön wie Freilandrosen duften sie nicht."

"Nein, aber sie sind trotzdem zauberhaft. Der richtige Name Ihrer Schwester ist doch Elizabeth, nicht wahr?"

"Ja. Als Kind hab ich sie immer Betsy genannt, und ich kann es mir einfach nicht abgewöhnen."

"Ich weiß, ich hab auch ewig gebraucht, bis ich Lucy nicht mehr mit ihrem Spitznamen aus der Schule gerufen habe. Sie findet ihn so gräßlich, daß ich ihn lieber nicht verrate."

Daisy streckte Muriel ein leeres Marmeladenglas entgegen. "Ich fürchte, ich komme heute als Bettlerin. Ich will gerade einen Geburtstagskuchen für Lucy backen und habe gemerkt, daß ich nicht mehr genug Mehl habe. Glauben Sie, Ihre Köchin könnte ein Viertelpfund erübrigen?"

"Aber selbstverständlich. Kommen Sie doch in die Küche." Muriel führte sie zur Dienstbotentreppe am hinteren Ende des Flurs. Irgendwo aus den Tiefen des Hauses hörte man, wie eine Frau zu Klavierbegleitung sang. "Wann hat Lucy denn Geburtstag?"

"Morgen. Ich backe einen Biskuitkuchen, weil der so leicht ist, und sie achtet ja immer so auf ihre Figur. Ihre Disziplin möchte ich haben", fügte Daisy ironisch hinzu. "Diese Figur ohne Busen und Hintern werde ich nie haben."

"Das würde Ihnen auch gar nicht stehen", tröstete sie Muriel. "Und außerdem wird sich die Mode bestimmt irgendwann wieder ändern."

Sie öffnete die mit grünem Bois bespannte Tür, und plötzlich wurde die Musik lauter. Die Carmen warnte ihren Liebhaber: "Si je t'aime, prends garde à toi!"

"Ihre Schwester hat ja eine wunderschöne Stimme!"

"Das ist nicht Betsy, das ist Olivia Blaise, eine von Rogers Schülerinnen."

"Blaise? Der Name kommt mir bekannt vor. Kann es sein, daß sie schon einmal bei Lucy war, um sich porträtieren zu lassen?" fragte Daisy, während sie die Treppe hinuntergingen. "Mr. Abernathy hat sie einer ganzen Reihe seiner Schüler empfohlen. Unglaublich nett von ihm. Es muß wunderbar sein, von Musik umgeben zu leben", fügte sie hinzu, als das Klavier zu einer weiteren Arie der Carmen aufspielte.

Muriel seufzte. "Wenn man nur die Musik hätte, ohne die Launen der Künstler! Man sollte sich niemals in Künstler verlieben. Jedenfalls nicht in Solisten. Unbedeutende Chorsänger wie ich sind da natürlich unkomplizierter."

Daisy platzte vor Neugier und hätte gern gefragt, ob Bettina wirklich so temperamentvoll war wie die meisten Künstler. Beinahe wäre sie der Versuchung, alles Taktgefühl in den Wind zu schreiben, erlegen, doch in dem Moment erreichten sie die Küche.

Die Köchin füllte Daisys Marmeladenglas mit Mehl, und als Daisy zugab, noch nie eine Biskuittorte gebacken zu haben, gab sie ihr sogar ein paar gute Ratschläge. "Das Wasser kocht gerade, Miss Westlea", sagte sie dann.

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