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Mit Haut und Haar Roman von Reichs, Kathy (eBook)

  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Mit Haut und Haar

Die Arbeit einer echten Anthropologin umgesetzt in hochspannende Fiktion
Der Sommer ist brütend heiß in Charlotte, North Carolina. Gerade will Tempe Brennan vor der Hitze in den wohlverdienten Urlaub fliehen, als auf einer verlassenen Farm Überreste von brutal abgeschlachteten Schwarzbären gefunden werden. Doch das ist noch nicht alles. Zwischen den skelettierten Pranken stößt Tempe auf menschliche Knochen und damit auf die Spur von Schmugglern, die mit dem Töten von Wildtieren blutiges Geld verdienen. Wer ihnen zu nahe kommt, muss um sein Leben fürchten. Tempe ermittelt.

Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in 30 Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641138271
    Verlag: Blessing
    Serie: Temperance Brennan Bd.6
    Originaltitel: Bare Bones
    Größe: 1910 kBytes
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Mit Haut und Haar

1

Als ich die Überreste des toten Babys einpackte, raste der Mann, den ich töten sollte, nordwärts nach Charlotte.

Zu der Zeit wusste ich das noch nicht. Den Namen des Mannes hatte ich noch nie gehört, ich wusste nichts von dem grausigen Spiel, in dem er mitspielte.

In diesem Augenblick beschäftigte mich nur, was ich Gideon Banks sagen würde. Wie sollte ich ihm beibringen, dass sein Enkel tot und seine jüngste Tochter auf der Flucht war?

Meine Gehirnzellen stritten sich schon den ganzen Vormittag. Du bist forensische Anthropologin, sagten die Logik-Jungs. Ein Besuch bei den Angehörigen gehört nicht zu deinen Pflichten. Der Medical Examiner wird deine Befunde referieren. Die Detectives der Mordkommission werden die Nachricht überbringen. Ein Telefonanruf.

Das stimmt ja alles, entgegneten die Gewissen-Jungs. Aber dieser Fall ist anders. Du kennst Gideon Banks persönlich.

Ich empfand eine tiefe Traurigkeit, als ich das winzige Knochenbündel in seinen Behälter packte, den Deckel schloss und eine Fallnummer auf das Plastik schrieb. So wenig zu untersuchen. So ein kurzes Leben.

Während ich die Röhre in einen Beweismittelschrank einschloss, schickten mir die Gedächtniszellen ein Bild von Gideon Banks. Runzliges braunes Gesicht, krause graue Haare, ein Stimme, als würde Isolierband zerreißen.

Bild vergrößern.

Ein kleiner Mann in einem karierten Flanellhemd, der einen Mopp über einen Fliesenboden schiebt.

Die Gedächtniszellen präsentierten mir schon den ganzen Vormittag dasselbe Bild. Ich versuchte, andere heraufzubeschwören, sah jedoch immer nur das eine.

Gideon Banks und ich hatten bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren fast zwei Jahrzehnte lang in der University of North Carolina zusammengearbeitet. Hin und wieder hatte ich ihm dafür gedankt, dass er mein Büro und mein Labor sauber hielt, hatte ihm Geburtstagskarten geschickt und ihm jedes Weihnachten ein kleines Geschenk gemacht. Ich wusste, dass er sehr gewissenhaft und tiefreligiös war und seine Kinder abgöttisch liebte.

Und er hielt die Korridore makellos sauber.

Das war alles. Außerhalb des Büros kreuzten sich unsere Wege nicht.

Bis Tamela Banks ihr Neugeborenes in einen Holzofen legte und verschwand.

Ich ging in mein Büro, fuhr meinen Laptop hoch und breitete meine Notizen auf dem Schreibtisch aus. Ich hatte meinen Bericht noch kaum begonnen, als eine Gestalt in der Tür erschien.

"Ein Hausbesuch kommt nun wirklich nicht in Frage."

Ich drückte "Speichern" und hob den Kopf.

Der Medical Examiner des Mecklenburg County trug grüne Chirurgenkluft. Ein Fleck auf seiner rechten Schulter ahmte in dunklem Rot die Form von Massachusetts nach.

"Macht mir nichts aus." So wie mir eiternde Pickel auf meinem Hintern nichts ausmachten.

"Ich übernehme das gerne."

Tim Larabee hätte recht attraktiv sein können, wäre er nicht endorphinsüchtig. Das tägliche Marathontraining hatte seinen Körper ausgezehrt, sein Haar schütter werden lassen und seine Gesichtshaut gegerbt. Die immer gleiche Bräune schien sich in den Höhlungen seiner Wangen zu sammeln und sich um seine viel zu tief liegenden Augen zu verdichten. Augen, die jetzt verkniffen waren vor Besorgnis.

"Neben Gott und der Baptistenkirche war die Familie die Grundfeste von Gideon Banks' Leben", sagte ich. "Das wird ihn erschüttern."

"Vielleicht ist es nicht so schlimm, wie es aussieht."

Ich warf Larabee den Blick zu. Wir hatten dieselbe Unterhaltung schon vor einer Stunde geführt.

"Okay." Er hob eine sehnige

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