text.skipToContent text.skipToNavigation

Mit Speck fängt man Mäuse Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mit Speck fängt man Mäuse

Tazio Chappars wird mit einem Messer in der Hand neben der Leiche der reichen Mrs Paulson gefunden. Wird es Mary Minor 'Harry' Haristeen gelingen, ihre Freundin von dem schrecklichen Verdacht reinzuwaschen? Zu Hilfe eilen: Mrs. Murphy, Pewter und Tee Tucker.
Es ist Mitte September, und der Herbst hält Einzug in Crozet, Virginia. Da werden die Vorbereitungen für den großen Ball im Sommerhaus von Thomas Jefferson von einer schrecklichen Nachricht überschattet: ein Frauenarzt wurde ermordet. Auf dem Ball schließlich geschieht ein weiterer Mord. Der Verdacht fällt auf die junge Architektin Tazio Chappars, die neben der Leiche von Carla Paulson mit einem Messer gefunden wird. Die reiche, egozentrische Carla und Tazio hatten sich Tage zuvor heftig über Planungsfehler bei Carlas neuem Anwesen gestritten. Mary Minor 'Harry' Haristeen und Mrs. Murphy können nicht länger zusehen. Niemals hat ihre Freundin Tazio einen Mord begangen. Und Harry hat auch schon einen Verdacht: Sie traut weder dem undurchsichtigen Bauinspektor Mike McElvoy noch der jungen Arzthelferin aus der Praxis des Frauenarztes.

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710343
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4907kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mit Speck fängt man Mäuse

1

D as Morgenlicht, das aussah wie gesponnenes Gold, machte Harry bewusst, warum sie den September so liebte. Das Licht wurde sanfter, die Nächte wurden frisch, während die Tage warm blieben. An diesem Donnerstag, dem 18. September, zeigte sich nur ein Hauch von Gelb an den Wipfeln der Weiden, die sich Mitte Oktober in einen Farbenrausch verwandeln würden.

Der alte 1978er Ford ratterte die Schotterstraße entlang. Das Geräusch des starken Motors begeisterte Harry. Sie liebte alles, was einen Motor hatte.

Ihre zwei Katzen, Mrs. Murphy, eine getigerte, und Pewter, eine graue Katze, sowie ihre Corgidame Tee Tucker hatten ebenfalls Gefallen an dem Rattern, das sie oft in den Schlaf wiegte. Heute hockten sie alle auf der Sitzbank und waren hellwach. Eine Fahrt in die Stadt verhieß Leckereien und einen Besuch bei anderen Tieren, außerdem wusste man nie, was sonst noch alles passieren würde.

Harry war am 7. August vierzig geworden, und sie behauptete, das lasse sie kalt. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Fair, ihr geliebter Ehemann, hatte sie mit einer großen Geburtstagsparty überrascht, und sie hatte sich darin gesonnt, im Mittelpunkt zu stehen, auch wenn es um den Eintritt ins mittlere Alter ging. Sie trug den herrlichen Hufeisenring, den ihr Mann ihr beim Shelbyville-Turnier gekauft hatte. Protzerei oder Mädchenkram lag ihr ansonsten gar nicht, doch jedes Mal, wenn sie auf das Prachtstück blickte, musste sie grinsen.

"So, Kinder, benehmt euch, verstanden? Ich will nicht, dass ihr auf Tazios Blaupausen springt. Keine Radiergummis auf den Boden werfen. Nicht auf den Gummienden von Bleistiften rumkauen. Tucker." Harrys Stimme behielt den Kommandoton bei. "Dass du Brinkley keine Knochen klaust. Das ist mein voller Ernst."

Die drei Tiere richteten die Blicke auf sie. In ihren Augen stand Liebe und das Versprechen, brav zu sein.

Tazio Chappars, eine junge Architektin in Crozet, erhielt große Aufträge für öffentliche Gebäude, aber auch eine stattliche Anzahl von Aufträgen für schöne, teure Privathäuser, überwiegend von Nichtvirginiern. Für alteingesessene Virginier waren diese Häuser zu protzig.

Doch wie wir alle in dieser Welt, musste Tazio ihren Lebensunterhalt verdienen, und wenn der Kunde ein marmorverkleidetes Badezimmer von der Größe einer Garage wünschte, dann bekam er es auch.

Als Harry den Wagen abstellte, bemerkte sie auf dem kleinen Parkplatz einen nagelneuen Range Rover, der flammend orange lackiert war. Sie ging hin, um ihn zu bewundern.

"Toller Wagen", murmelte sie vor sich hin.

Toll war er, das schon, doch der nächste Händler war hundertvierzig Kilometer entfernt in Richmond, was den Reiz ein wenig schmälerte. Dazu kam dann noch der Preis.

Bevor sie die Tür erreichte, drang eine Schimpfkanonade an ihre Ohren. Als sie die Tür öffnete, bekam sie die volle Ladung ab.

"Wurmholz! Ist mir egal, was es kostet und ob da der Holzwurm reinkommt. Ich will Wurmholz!" Eine ausgesprochen gepflegte Dame von Mitte vierzig fuchtelte mit bunten Plänen vor Tazios Nase herum.

"Gerne, Mrs. Paulson. Aber das wird die Fertigstellung der Bibliothek verzögern, weil es Monate dauert, um das Holz zu präparieren."

"Ist mir egal. Tun Sie, was ich Ihnen sage."

Tazios Gesicht lief dunkelrot an, aber sie sagte nichts.

Mrs. Paulson drehte sich auf ihren aquamarinblauen Dreihundert-Dollar-Schuhen um und musterte Harry. Harrys weißes T-Shirt ließ einen üppigen Busen erkennen, ihre Jeans saß perfekt auf einem trainierten Körper, der von der Sonne gebräunt war. Mrs. Paulson blieb einen Moment stehen, denn obwohl sie nicht aus Virginia war, hatte sie intuitiv erkannt, dass oftmals die reichsten Leute oder jene aus alten Familien Sachen trugen, die für ihren Geschmack Kleidung für Wanderarbeiter waren. Carla Paulson würde sich niemals in weißem T-Shirt und einer Wrangler unter die Leute w

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen