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Mitten im Revier von Andechs, Georg von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mitten im Revier

Ein ehemaliger Fußballer stürzt im Duisburger Forum in den Tod. In der Tasche hat er einen Zettel mit Torfolge und Ergebnis eines Bundesligaspiels, das noch gar nicht stattgefunden hat. Einen Tag später wird ein ehemaliger Mannschaftskamerad des Toten vor dem "Tiger and Turtle" ermordet aufgefunden. Was haben die Taten mit den Machenschaften der rechtspopulistischen "Partei aufrechter Deutscher" gemeinsam? Klaus Heppner vom Duisburger KK11 trifft bei seiner Suche nach Antworten auf eine Tätergruppe von ungeahnter Brutalität und Skrupellosigkeit . . .

Georg von Andechs ist das Pseudonym des Kriminalbeamten Jörg Ziemer, der seit mehr als 25 Jahren in seiner Heimatstadt Duisburg unter anderem als langjähriges Mitglied der Mordkommission Verbrechern das Handwerk legt. Jörg Ziemer ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Kindern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 21.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960410102
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Ruhr Krimi
    Größe: 3234 kBytes
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Mitten im Revier

ZWEI

15. März 2015, morgens

"Liebling, langsam kriege ich zu viel mit den beiden." Marion Paschen stand im Flur, die Hände in die Seiten gestützt, und schüttelte den Kopf. "Ich putze mir hier die Seele aus dem Leib, und kaum habe ich gesaugt, fliegen mir schon wieder die Haare unserer Katzen um die Nase."

Heppner grinste nur. Marions Lamentieren war ihm alles andere als neu. "Schon klar, was du mir damit sagen willst." Er bückte sich, um Percy zu kraulen, der sofort und unüberhörbar zu schnurren begann. "Ich werde sie heute Abend bürsten, bis sie ein Kilo leichter sind."

"Übertreib's nicht", konterte Marion, "sonst sind sie morgen nicht mehr da, und einen Pullover wollte ich auch nicht aus ihren Haaren stricken."

"Das ginge aber, so wie sie jetzt ihr Winterfell verlieren", knurrte Heppner in plötzlicher Erkenntnis. "Meine beste schwarze Hose geht inzwischen als Kunstfell-Kleidungsstück durch."

Marion lachte auf. "Hat doch einen tollen modischen Effekt. Vielleicht kreierst du damit einen neuen Style." Heppner zog ein Gesicht, offenbar war er skeptisch.

"Na ja, ich habe heute jedenfalls eine andere haarige Aufgabe. Professor Kürten erwartet mich in der Uni Düsseldorf bei der Obduktion. Mal sehen, was er zu unserem Toten herausfindet."

Marion schüttelte sich. Sie war zwar einiges gewohnt, erinnerte sich aber offenbar an das letzte Mittagessen, bei dem ihr Lebensgefährte ihr brühwarm alle Einzelheiten aus der Leichenöffnung berichtet hatte. Bei der Schilderung des Zustandes der Magenwand des Toten hatte sie das Essen zwar nicht er-, aber kurzerhand abgebrochen.



"Herr Heppner, ich freue mich, Sie zu sehen." Professor Kürten trat dem Polizisten breit lächelnd entgegen, doch der zog einen Flunsch.

"Tatsächlich? Ich wäre lieber mit meiner Verlobten in der Sauna, als hier mit Ihnen Leichen zu zerschnippeln. Wir wollten uns einen schönen Tag in Goch Ness machen, aber ..."

Kürten winkte ab. "Ach Quatsch. Sauna ist doch viel zu heiß. Bleiben Sie lieber bei mir im Kühlraum, das ist besser für den Kreislauf." Er hielt Heppner grinsend die Tür zum Sektionssaal auf.

Heppner rollte die Augen. Kürtens Humor war schon sehr speziell. Aufseufzend folgte er dem Pathologen, der sich bereits in OP -Kittel und Schürze geworfen hatte und jetzt Chirurgenhaube, Mundschutz und Handschuhe anlegte. Als er weitersprach, klang seine Stimme dumpf.

"Ich habe mir den Korpus schon mal angesehen. Sie hatten mich im Gespräch gestern Abend darauf hingewiesen, dass es ein unappetitlicher Anblick wird. Sie haben nicht übertrieben, scheint mir."

Die nackte Leiche Bauerfeinds lag auf dem unvermeidlichen Stahltisch, und Heppner schluckte beim Anblick des deformierten Kopfes schwer. Kürten sah dies und lächelte hinter seiner Maske. "Bei manchen Menschen behauptet man, sie hätten eine fliehende Stirn. Wenn das stimmt, muss man bei dem Burschen sagen, sie ist schon entkommen."

Schwarzer Pathologenhumor, dachte Heppner, aber der Anblick stimmte mit Kürtens Beschreibung überein. Bauerfeind war mit dem Kopf zuerst aufgeschlagen, und seine Augenbrauen bildeten bereits den oberen Rand des Schädels. Der Polizist trat drei Schritte zurück und bildete in seinem Geist eine unsichtbare Wand, die ihm half, den blutigen Anblick auf dem Tisch abzublocken.

Kürten summte wie üblich eine Melodie vor sich hin, die Heppner vage bekannt vorkam. Als der Rechtsmediziner erstmals zum Refrain kam, stöhnte der Kriminalist gequält auf. War ja klar, dachte er. "Hmm, hmm, hmm ..." Beim Anblick von Bauerfeinds Kopf musste man an Kürtens Stelle ja an Crash Test Dummies denken. Insbesondere wenn man die Anzahl gebrochener Knochen bedachte, die Kürten während seiner Arbeit an Bauerfeinds Leiche aufzählte.

"Ich bin jetzt so weit, Herr Heppne

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