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Mittsommertod Kriminalroman von Nehlsen, Hanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2016
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Mittsommertod

Drugs, Blood & Rock'n'Roll auf Schwedisch Östersund in Schweden: Eine Rockband wird von der rechten Szene gefeiert, was die Polizei mit Argwohn beobachtet. Als ein Polizist auf grausame Art ermordet wird, schickt man Kommissar Jonas Nyström in seine Heimatstadt zurück, um zu ermitteln. Nyström ist ein liebevoller Ehemann und Vater von zwei Kindern und ständig in Geldnot. Niemand ahnt von seiner Vergangenheit, die er mit sich herumträgt. Schnell findet er heraus, dass überall, wo die Band auftrat, Morde geschahen.

Hanne Nehlsen lebt in Nordfriesland. Sie hat bisher zwei sehr erfolgreiche Romane um den Inselpolizisten Frerk Thönnissen geschrieben: 'Tod Im Watt', 'Strandräuber' und 'Der Inselschamane'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841210838
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 4270 kBytes
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Mittsommertod

Zwei

Die Bäume des Kronobergsparken zeigten die erste herbstliche Laubfärbung. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sich der Sommer verabschiedete. In zwei Monaten würden die Kinder, die jetzt in Begleitung ihrer Mütter auf dem Spielplatz tobten, johlend mit ihren Schlitten vom Hügel der idyllischen Grünfläche im Herzen Stockholms nahe dem alten jüdischen Friedhof hinabsausen, auf dem die letzte Beisetzung vor über einhundertfünfzig Jahren stattgefunden hatte.

Jonas Nyström stand am Fenster und verfolgte mit den Augen einen Jogger, der in den Park einbog und diesen in wenigen Minuten durchmaß. Zweihundertfünfzig Meter waren keine Distanz, die zu sportlichen Höchstleistungen herausforderte. Und auch der Hügel hier in einem der Stockholmer Bergparks stellte kein unüberwindbares Hindernis dar, selbst wenn er mit vierzig Metern die höchste Erhebung dieses direkt neben Stockholms City gelegenen Stadtteils Kungsholm war, der, dichtbesiedelt, seinen Bewohnern urbane Lebensqualität bot.

Der Jogger hatte den Park durchquert und war in einer der Seitenstraßen mit den hohen Häusern verschwunden, deren sehenswerte Architektur Jonas Nyström immer wieder bei seinen kurzen Spaziergängen in der Mittagspause begeisterte.

"Guten Morgen, Nyström", wurde er von einer Stimme in seinem Rücken aus seinen Betrachtungen gerissen.

"Hej", antwortete Jonas, drehte sich um und nickte seinem Vorgesetzten zu. Polisintendent Henning Tällberg trug ein Netbook unter dem Arm und nahm am Kopfende des Tisches Platz. Die graue Hose, das am Kragen offene Hemd und das dunkelblaue Sakko passten gut zur drahtigen Erscheinung des Mittfünfzigers. Der kurze Bürstenhaarschnitt mit den nicht mehr zu leugnenden Geheimratsecken war graumeliert, ebenso wie der sorgfältig gestutzte Vollbart.

"Was veranlasst uns zu einer außerplanmäßigen Dienstbesprechung?", wollte Jonas wissen.

"Warten wir noch, bis die anderen da sind", wich der Abteilungsleiter aus, dessen Rang dem eines englischen Chief Superintendent entsprach und mit einem deutschen Kriminalrat vergleichbar war.

Die nächsten zwei Mitarbeiter betraten den Raum, murmelten einen Gruß und nahmen schweigend Platz. Jonas tat es ihnen gleich, griff nach der Thermoskanne, die in der Mitte des Tisches stand, und schenkte den Kollegen ein.

"Sie auch?", fragte er Tällberg.

Der Polisintendent schüttelte den Kopf und sah dabei auf die Uhr. Tällberg wirkte nervös, eine Verhaltensweise, die Jonas selten bei ihm beobachtet hatte. Auch den beiden Kollegen schien es aufgefallen zu sein. Der Chef galt als ausgeglichene und besonnene Persönlichkeit. Sie respektierten ihn, nicht nur aufgrund seiner Erfahrung, sondern auch wegen seiner sozialen Kompetenz und Menschenkenntnis.

"Morgen", sagte Tällberg jetzt. Dr. Henrik Forsberg war eingetroffen.

"Entschuldigung", gab der weißhaarige Rechtsmediziner kurzatmig zurück. "Wer immer meint, in Schweden sei Autofahren ein pures Vergnügen, hat noch nie die Rushhour in Stockholm erlebt." Er schloss die Tür hinter sich und wählte den Stuhl neben Tällberg. "Sind wir vollständig?"

Tällberg schüttelte den Kopf. "Wir erwarten noch Dr. Wallberg aus Linköping vom NFC ."

Vom Swedish National Forensic Centre , dem staatlichen kriminaltechnischen Laboratorium, wunderte sich Jonas. Was mochte vorgefallen sein? Auf den langen Fluren des Hauptquartiers der Rikspolisen kursierten noch keine Gerüchte oder Parolen. Wenn sich irgendwo etwas Ungewöhnliches ereignet haben sollte, war die Reichspolizei stets als Erste informiert.

Tällberg hatte sein Netbook aufgebaut und prüfte die drahtlose Verbindung zum Polizeinetz. Testweise warf er ein Bild auf den großen Schirm an der Stirnwand. Er nickte kaum wahrnehmbar, als dort das Staatswappen mit den drei Kronen erschien.

"Gut." Er räusperte sich. "Fangen wir an." Tällberg ließ seinen Blick zu jedem Einzelnen der Anwesenden wand

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