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Mord allein macht auch nicht glücklich Ein Provinzkrimi von Duncker, Maximo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2013
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Mord allein macht auch nicht glücklich

Blutig, böse, Brandenburg In seiner Zeit als Kulturredakteur ist der Berliner Journalist Kai van Harm so manchem Buchautor mit seinen schonungslosen Kritiken auf die Füße getreten. Jedoch ahnte er nicht, dass ihm das einmal zum blutigen Verhängnis werden würde. Nachdem Kais Freund Bruno Zabel mit einem Messer angegriffen und verletzt wird, begeben die beiden sich auf die Spur des Täters. Diese führt sie zu einem einsamen Gehöft in Brandenburg, hinter dessen Mauern eine grausige Entdeckung wartet ... Maximilian Olaf Duncker, von seinen Freunden 'Maximo' genannt, wurde 1970 in Berlin-Zehlendorf geboren. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie arbeitete er zwei Jahre als Lektor und Korrektor. Seit 2005 lebt er im ländlichen Teil Berlin-Pankows als freier Software-Berater und hat endlich wieder die Zeit, sich verstärkt seiner wirklichen Leidenschaft zu widmen: dem Schreiben. Wer hier stirbt, ist wirklich tot ist der erste Roman, den er nicht unter einem seiner zahlreichen Pseudonyme veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 18.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641109745
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 731 kBytes
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Mord allein macht auch nicht glücklich

Was zuvor geschah

Es hatte sich einiges getan im Leben Kai van Harms. Zwei Jahre hatten gereicht, um einen völlig neuen Menschen aus ihm zu machen. Jahrelang ein angesehener Literaturkritiker der traditionsreichsten Westberliner Tageszeitung, war er im Januar 2010 Knall auf Fall entlassen worden. Und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Denn seinem Rauswurf, den der Zeitungsverlag mit der üblichen Jammerei über das Internet und die Gratiskultur und den daraus folgenden Sparzwängen begründet hatte, war eine handfeste Explosion der Kreuzberger Redaktionsetage vorangegangen. Jemand hatte einen Sprengsatz in der Redaktion deponiert und zwar, wie sich später herausstellte, direkt unter Kai van Harms Schreibtisch. Wenn er heute, zwei Jahre nach dem Ereignis, daran dachte, wurden ihm die Knie fast noch weicher als damals, bekam er Herzrasen und feuchte Hände. Warum ausgerechnet unter seinem Tisch? War das Zufall gewesen oder ein Zeichen?

Die Detonation in den frühen Morgenstunden jedenfalls hatte das gesamte Viertel erschüttert. Statiker hatten später empfohlen, das Redaktionsgebäude abzureißen. Und so war es mittlerweile auch geschehen. Dort, wo van Harm lange und erfolgreiche Berufsjahre verbracht hatte, stand nun einer der neuen Eigentumswohnungsbunker, die alle ein bisschen nach Altersheim aussahen, egal wo sie errichtet wurden in Berlin, ob im Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Nordneukölln. Glatter, heller Beton, dunkelgerahmte Riesenfenster, angepappte, ausladende Balkone, auf denen sich zur Not auch ein Rollstuhl wenden ließ.

Das Schlimmste allerdings an jenem klirrenden Januarmorgen war eine abgetrennte Hand gewesen, die van Harm zufällig aus dem Explosionsschutt zog, während er nach seinem heruntergefallenen Handy gesucht hatte. Eine Frauenhand. Viel mehr wusste man nicht. Es war eine verdammte Schande, dass die Polizei bis heute nicht hatte herausfinden können, was es mit dieser Hand auf sich hatte.

Seiner Gattin Constanze hatte er noch eine ganze Weile den Rauswurf verschwiegen. Sie saß im Berliner Abgeordnetenhaus für eine ökologischen Partei, die gern von Beamten gewählt wurde und von Lehrern, und die van Harm stets nur "Die Guten" nannte, weil er sie nicht bei ihrem richtigen Namen nennen wollte. Wofür es keinen wirklichen Grund gab. Irgendwann hatte Constanze das mit seiner Arbeitslosigkeit natürlich trotzdem herausbekommen, was für Kai van Harm der Startschuss gewesen war, sich gehen zu lassen. Von nun an kaufte er nicht mehr ein, er kochte nicht mehr für die Familie, was er vorher mit einer gewissen Begeisterung stets getan hatte. Er redete nicht mehr mit ihr. Der Graben, der sich zwischen Kai auf der einen Seite und Constanze und den Kindern auf der anderen Seite auftat, wurde täglich breiter. Das war zu sehen und zwar ohne große Mühe.

So konnte es nicht ewig weitergehen. Eines Tages hatte Kai daher die bürgerliche Altbauwohnung am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer verlassen und war Richtung Sonnenallee nach Südneukölln gezogen. Da, wo die arabischen Großfamilien den Ton angaben, von denen man häufig in der Zeitung las, wenn sie sich Massenschlägereien untereinander lieferten, wo türkische und libanesische Läden das Straßenbild dominierten, wo die verbliebenen deutschen Proleten in der Minderheit waren, ebenso wie Studenten und Künstler, die es eher in den angesagten Norden des Stadtbezirks zog, der jetzt schon in den internationalen Reiseführern als hippe Ausgehmeile angepriesen wurde.

Zwei Zimmer zur Miete genügten van Harm durchaus. Hier wollte er sich sammeln, überlegen, was er in Zukunft tun konnte, ganz allgemein seine seelische Verfassung stabilisieren. Er brauchte ein paar Wochen, um sich an seine neue Umgebung zu gewöh

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