text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Mord am Polterabend Roman von Rendell, Ruth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mord am Polterabend

Während eines morgendlichen Spaziergangs entdeckt Chief Inspector Wexford in einem Fluss die Leiche des Fernfahrers Charlie Hatton. Der Tathergang lässt sich rasch rekonstruieren: Der Mann wurde am Polterabend seines besten Freundes brutal mit einem Stein erschlagen. Doch warum begann der bisher mittellose Charlie kurz vor seinem Tod, plötzlich mit Geld nur so um sich zu werfen? Wexford will dem auf den Grund gehen - und gerät mitten in ein tödliches Netz aus Intrigen ...

Ruth Rendell wurde 1930 in London geboren und lebte dort bis zu ihrem Tod 2015. Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. 1997 wurde sie mit dem Grand Master Award der Crime Writers' Association of America, dem renommiertesten Krimipreis, ausgezeichnet und darüber hinaus von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Ruth Rendell ist auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 31.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641161095
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 614kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mord am Polterabend

2

_____

Detective Chief Inspector Wexford machte sich nichts aus Hunden. Er hatte nie einen Hund gehabt, und jetzt, da eine seiner Töchter verheiratet und die andere Schülerin der Schauspielschule war, sah er keinen Grund, weshalb er sich einen ins Haus nehmen sollte. Mancher Hundegegner wechselt in die Reihen der Hundeliebhaber über, weil er zu schwach ist, dem Betteln geliebter Kinder zu widerstehen, aber in Wexfords Haushalt waren solche Bitten immer nur halbherzig gewesen, so hatte er diese Falle umgangen und war unbehelligt davongekommen.

Deshalb war er wenig erfreut, als er spät am Freitagabend nach Hause kam und in seinem Lieblingssessel diesen grauen Köter mit Ohren wie gestrickte Topflappen vorfand.

" Ist sie nicht süß?" fragte die Schauspielschülerin. "Ihr Name ist Klytämnestra. Ich wusste, es würde dir nichts ausmachen, sie hierzuhaben, bloß für vierzehn Tage." Damit huschte sie aus dem Zimmer, um ans Telefon zu gehen.

"Wo hat Sheila ihn her ?" fragte Wexford finster.

Mrs. Wexford war eine Frau, die nie viele Worte machte.

"Sebastian ."

"Und wer um alles in der Welt ist Sebastian?"

"Irgendein Junge", erwiderte Mrs. Wexford, "ist gerade erst weggegangen."

Ihr Mann war drauf und dran, den Hund auf den Boden zu schubsen, aber dann besann er sich und ging schmollend hinaus, ins Bett.

Die Schönheit seiner Tochter war etwas, das nie aufgehört hatte, ihn zu verwundern. Sylvia, die ältere, verheiratete, war wohlgestalt und gesund, aber das war auch das Schmeichelhafteste, was man von ihr sagen konnte. Mrs. Wexford hatte eine großartige Figur und ein feines Profil, obwohl sie nie von dem Schlag gewesen war, der Schönheitskonkurrenzen gewann. Während er selbst ... Alles, was ihm fehlte, dachte er manchmal, war eigentlich ein Rüssel, damit er vollends wie ein Elefant aussähe. Sein Körper war mächtig und schwergewichtig, seine Haut die eines Dickhäuters, faltig und grau, und seine dreieckigen Ohren standen auf absurde Weise unter dem spärlichen Kranz farbloser Haare hervor. Wenn er in den Zoo ging, drückte er sich immer rasch am Elefantenhaus vorbei, damit nicht respektlose Betrachter womöglich Vergleiche anstellten.

Ihre Mutter und ihre Schwester waren gutaussehende Frauen, das Merkwürdige bei Sheila aber war, dass ihre Schönheit nicht etwa einfach eine Steigerung, eine stärkere Ausprägung von deren Beinahe-Hübschheit war. Sie sah aus wie ihr Vater! Als Wexford das zum ersten Mal bemerkte - sie war damals etwa sechs Jahre alt -, da hätte er beinahe losgebrüllt vor Lachen, so grotesk war die Ähnlichkeit zwischen diesem aparten Persönchen und ihrem plumpen Erzeuger. Und doch war diese hohe, breite Stirn seine Stirn, die kleine, schräge Nase war seine Nase, die spitzen - wenn auch in ihrem Falle anliegenden - Ohren waren seine Ohren, und in ihren riesigen grauen Augen fand er seine eigenen kleinen wieder. Als er jung war, hatte sein Haar auch diesen goldenen Flachston gehabt, war genauso weich und genauso fein gewesen. Blieb bloß zu hoffen, dass sie nicht eines Tages wie ihr Vater aussah, dachte er manchmal, nicht ohne sich innerlich ins Fäustchen zu lachen.

Am nächsten Morgen jedoch waren seine Gefühle gegenüber seiner jüngsten Tochter weder zärtlich noch von humorvoller Nachsicht. Der Hund hatte ihn zehn vor sieben durch langgezogenes Heulen geweckt, und jetzt, eine Viertelstunde später, stand er wutschnaubend auf der Schwelle zu Sheilas Zimmer.

"Dies hier ist keine Hundepension, verstehst du? Hörst du den Köter eigentlich nicht ?"

"Den Acryl-Flokati-Hund, Paps? Armer Liebling, sie will doch Gassi gehen ."

"Wie nennst du den?"

"Acryl-Flokati-Hund . Sie ist natürlich eine Promenadenmischung, aber so nennt Sebastian sie. Weil sie so aussieht, als sei sie aus synthetischem

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen