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Mord auf Portugiesisch Inspektor Valente und Polizeischwein Raquel ermitteln von Elderen, Heidi van (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Mord auf Portugiesisch

Charmant, pfiffig und einfach sauspannend! Ein kleines Dorf in Portugal: Wie jedes Jahr an Weihnachten soll Fernando, ältester Sohn der Familie und Dorfpolizist, ein Schwein schlachten. Doch diesmal bringt er es nicht fertig, denn die liebenswerte Raquel ist ihm viel zu sehr ans Herz gewachsen. Und so befördert er sie kurzerhand zum ersten Polizeischwein Portugals - zum Entsetzen des ganzen Reviers. Aber dann stürzt eine Frau beim Angeln von den Klippen. Ein Unfall oder doch ein Mord? Fernando will den Fall unbedingt lösen und Raquels Fähigkeiten unter Beweis stellen - denn nur mit einem Ermittlungserfolg darf das Schwein im Polizeidienst bleiben. Sonst droht doch die Schlachtbank ... Heidi van Elderen, 1980 am Niederrhein geboren, ist Weltenbummlerin und freiberufliche Journalistin, hat ihren Lebensunterhalt aber auch schon als Apfelpflückerin und Aushilfsköchin verdient. Sie lebte in Nordschweden, dann vier Jahre lang im portugiesischen Alentejo, wo auch ihr Krimidebüt "Mord auf Portugiesisch" spielt. Heute wohnt die Autorin mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Neuseeland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 10.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641228446
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10306
    Größe: 2893 kBytes
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Mord auf Portugiesisch

1

Zu den Tatsachen, die diese Welt zu einem unerträglichen Ort machen, gehört unbestritten die, dass man Schweine schlachten muss, bevor man sie essen kann. Niemand wusste das besser als Inspektor Fernando Valente, der an jenem Samstag, an dem Raquel sterben sollte, ungewöhnlich früh und ungewöhnlich unglücklich erwachte. Die kaltfeuchte Dezemberluft und der wachsende Widerwille gegen den Lauf der Dinge waren ihm über Wochen in die Knochen gekrochen. Nun knirschten seine Gelenke, und seine Finger waren so steif, dass er daran zweifelte, ob er ihnen guten Gewissens ein Messer anvertrauen konnte.

Einen Moment hoffte er, dass sich der Schmerz ausbreiten, in seine Muskeln und Bronchien wandern und in einer Grippe explodieren würde. So wie es in den alten Häusern in jedem feuchtkalten Winter geschah. Seine Großmutter würde ihn mit einer Suppe zurück ins Bett schicken, wenn er über seiner ersten Bica zitterte, dem Espresso, der fester Bestandteil des portugiesischen Frühstücks war, und salzige Schleimklumpen in den Pyjamaärmel hustete.

Es war gar nicht so, dass der Inspektor nicht schlachten konnte. Wie es die Tradition im Alentejo vom ältesten Sohn verlangte, hatte Fernando Valente schon unzählige Schweine mit einem Stich ins Herz getötet. Und auf den ersten Blick unterschied sich Raquel mit ihren lehmverkrusteten Borsten, ihrer schwarzen Wampe und ihrem unstillbaren Heißhunger auf Eicheln nur wenig von all den Ferkeln, die er in den vergangenen Jahren getroffen, geschlachtet und gegessen hatte.

Aber Raquel hatte er mit der Flasche großgezogen. Er hatte mit ihr Fußball gespielt und erlebt, wie sie sich auf die Seite warf, mit den Beinen in der Luft ruderte, dabei Melodien grunzte und so schlechte Tage ein wenig besser machte. Er wusste, wie es sich anfühlte, wenn Raquel ihre lange Nase in seine Jackentasche steckte, um nach Karamellbonbons zu suchen. In den letzten zwei Jahren war sie zu einem stattlichen schwarzen Schwein, einem Porco preto alentejano, herangewachsen. Mit ihren rund hundertfünfzig Kilogramm brachte sie so viel auf die Waage wie ein ausgewachsener Eber dieser alten Rasse. Die Porco pretos lebten in der Regel halbwild in den weiten Korkeichenwäldern und fraßen dort Unmengen Eicheln, die ihrem Fleisch den typisch würzigen Geschmack verliehen. Raquel fraß zwar auch Unmengen Eicheln, lebte aber im großen Garten der Familie Valente und war alles andere als halbwild. Sie stand nachmittags am Tor und wartete auf Fernandos Heimkehr. Auf gar keinen Fall wollte er sie töten.

Fernando dachte nach. So eine Grippe ließe sich auch simulieren, bis auf den Schleim natürlich. Probeweise hustete er und freute sich, wie echt das klang. Im besten Fall könnte er so einige Wochen Schonfrist herausschlagen. Andererseits traute er seiner Mutter durchaus zu, das Messer an ihren Schwager, Onkel João, weiterzureichen. Der hatte Fernando vor gut zwanzig Jahren, kurz nach seinem achtzehnten Geburtstag, gezeigt, wie man präzise ins Herz sticht, dabei verfehlte er selbst sein Ziel jedoch auffallend häufig um Haaresbreite. Fast jedes Jahr hallten die Schreie seiner an-, aber eben nicht abgestochenen Schweine durchs Tal.

Der Inspektor befand das Risiko für zu groß. Und passieren musste es ja doch irgendwann. Er seufzte, entledigte sich der Decke, die sowieso zu kalt und zu klamm war, um ihn trösten zu können, und stand auf, um die Messer zu schärfen.

In der Küche fiel das erste Tageslicht durch die Ritzen der Fensterläden, und im Fernseher auf der Kommode sprach eine hübsche Frau darüber, dass die Regierung womöglich weitere Sozialabgaben kürzen wolle. Im offenen Kamin glühten ein paar Holzscheite. Gefährlich nah davor baumelten zwei Füße in pinkfarbenen Wollsocken. Sie gehörten zu Mafalda Valente, die in ihrem Lehnsessel thronte. Solange sich Fernando erinnern konnte, hatte seine Großmutter aus diesem Stuhl über den kleinen Bauernhof, die Quinta, regiert, sommers w

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