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Mord auf Rezept Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Mord auf Rezept

Es ist Winter in Crozet, Virginia, als plötzlich Unfassbares passiert: Hank Brevard, der Leiter des Krankenhauses von Crozet, kommt unter mysteriösen Umständen zu Tode. Die Bewohner des Städtchens stehen vor einem Rätsel. Licht ins Dunkel bringt erst die samtpfötige Detektivin Mrs. Murphy, die durch die Schattenwelt des Krankenhauses schleicht, dem Geheimnis auf der Spur. Doch dann wird Frauchen Harry angegriffen und ein Doktor eiskalt umgebracht. Schon bald stehen nur noch die gewitzte Katze, ihre Vertraute Pewter und Corgihündin Tee Tucker zwischen Harry und dem Rezept, auf dem Mord steht ? Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714662
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3896 kBytes
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Mord auf Rezept

1

D ie Menschen erzählen mir 'ne Menge. Klar, ich hab ein nettes Gesicht und ich kann gut zuhören, aber im Grunde erzählen sie mir deshalb so viel, weil sie denken, ich kann ihre Geheimnisse nicht weiterquatschen. Da sind sie aber schief gewickelt."

"Auch mir erzählen die Menschen Geheimnisse." Die Corgihündin sah zu Mrs. Murphy hoch, der Tigerkatze, die sich im Postamt auf der Fensterbank rekelte.

"Du raubst einem aber auch alle Illusionen. Hunde plaudern alles aus."

Sie schnippte lässig mit der Schwanzspitze.

"Du hast gerade gesagt, dass die Menschen denken, du kannst ihre Geheimnisse nicht weiterquatschen, und dass sie da schief gewickelt sind. Siehste, du plauderst auch aus."

"Tu ich gar nicht. Ich kann quatschen, wenn ich will, das wollte ich damit sagen, weiter nichts."

Tucker stand auf, schüttelte den Kopf und trat dicht vor die Fensterbank. "Und, weißt du 'n paar Geheimnisse?"

"Nee, Saure-Gurken-Zeit." Sie seufzte. "Nicht mal Pewter hat was Schmutziges ausgegraben."

"Das verbitte ich mir." Eine kleine Stimme kam von unten aus einem Leinenpostsack.

"Warte nur, bis Miranda sieht, was du mit ihrem Garten angestellt hast. Nicht eine einzige Tulpenzwiebel ist ihr geblieben, Pewter. Und alles bloß, weil du letzte Woche gedacht hast, da ist ein Maulwurf drin."

"Ihre Tulpen waren krank. Ich hab ihr 'ne Menge Arger erspart." Sie machte eine kurze Pause. "Und ich hab das Loch sogar mit Mulch zugedeckt. Sie merkt es frühestens in ein, zwei Monaten. Wer weiß, wann der Frühling kommt?"

"Wann der Frühling kommt, weiß ich nicht, aber Mim, die Mächtige, kommt jetzt." Tucker stand auf den Hinterbeinen und sah aus dem Fenster.

Mim Sanburne, die tonangebende und reichste Bürgerin der Stadt, schloss die Tür ihres Bentley Turbo und trat, ganz vorsichtig, weil große Flächen Mittelvirginias von einer Eisschicht bedeckt waren, auf den geräumten Gehweg, der zum Postamt führte.

Eigenartig, dass Mim einen Bentley fuhr, war sie doch in Virginia geboren und aufgewachsen, wo ihre Familie schon seit Anfang des 17. Jahrhunderts ansässig war. Ein so auffälliges Auto wie einen Bentley zu fahren überschritt die Grenzen des Schicklichen. Nur ein Rolls-Royce wäre noch schlimmer. Und Mim protzte nicht mit ihrem Reichtum. Miranda, die Mim zeit ihres Lebens kannte, mutmaßte, dass es sich hier um eine stumme Rebellion ihrer Freundin handelte. Als sie beide in die Sechziger kamen, was sie natürlich nicht an die große Glocke hängten, war dies Mims Aufruf an die Jugend: Platz da!

Und die Leute machten ihr Platz.

Mary Minor "Harry" Haristeen lächelte, als Mim die Tür aufstieß. "Guten Morgen."

"Guten Morgen, Harry. Hatten Sie heute auf der Fahrt hierher Probleme?"

"Als ich die Zufahrt hinter mir hatte, ging's ganz gut. Die Straßen sind geräumt."

"Mich hast du nicht gefragt, ob ich welche hatte." Miranda trat an den Schalter, der das Postpersonal von den Kunden trennte. Da sie gleich hinter dem Postamt wohnte - nur eine Gasse lag dazwischen -, war sie zu Fuß zur Arbeit gerutscht und geschlittert.

"Da du dir nichts gebrochen hast, ist ja alles in Butter." Mim lehnte sich auf den Schalter. "Grau in grau. Kalt. Grässlich."

"Fünfzehn Grad minus waren's letzte Nacht." Miranda, die Gärtnerin aus Leidenschaft, behielt das Wetter stets im Auge. "Auf Dalmally war's bestimmt noch kälter." So hieß Mims Anwesen gleich außerhalb der Stadt. Da einige von Mims Vorfahren aus Schottland geflohen waren, hatten sie ihre Farm zum Gedenken an Heide und Heimat Dalmally genannt.

"Minus siebzehn." Mim schlenderte zu ihrem Postfach und holte ihren Schlüssel hervor. Das Messingschloss klickte, als sie den Schlüssel herumdrehte.

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