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Mord auf Selchester Castle Hugo Hawksworth 2 - Kriminalroman von Edmondson, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Mord auf Selchester Castle

England 1953: Während der Kalte Krieg die Welt in Atem hält, erwarten Geheimagent Hugo Hawksworth und die übrigen Bewohner von Selchester Castle gespannt die Ankunft des neuen Schlossherrn: Gus Mason, Sohn des verstorbenen Earls, ist ausgerechnet Amerikaner! Der neue Earl dachte, das englische Landleben würde ihn langweilen, doch dann bekommt er es nach seiner Ankunft mit wertvollen Gemälden dubioser Herkunft zu tun. Und kurz darauf wird im Gewächshaus des Schlosses eine Leiche entdeckt. Hugo hegt keinen Zweifel daran, dass die Ereignisse zusammenhängen, und geht auf Mörderjagd ... Elizabeth Edmondson wurde 1948 in Chile geboren, wuchs in Indien auf und studierte später in Oxford. Schon als Kind entdeckte sie ihr Talent zum Schreiben und veröffentlichte später unter ihrem Klarnamen und ihrem Pseudonym Elizabeth Aston erfolgreich über 30 Romane. Mit "Lady Helenas Geheimnis" gelang ihr der große Durchbruch in Deutschland. Ihre Kriminalromane "Der Tote in der Kapelle" und "Mord auf Selchester Castle" avancierten in Großbritannien zum Publikumsliebling. Elizabeth Edmondson lebte mit ihrer Familie zuletzt in England und Italien. Im Januar 2016 verstarb sie unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641234218
    Verlag: Goldmann
    Serie: Hugo Hawksworth .2
    Originaltitel: A Question of Inheritance
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Mord auf Selchester Castle

Kapitel eins

Szene 1

L ord Selchester riss das Steuer herum, um einem Fasan auszuweichen. "Heute tummelt sich jede Menge Wild auf den Straßen. Immer fest entschlossen, unter die Räder meines Automobils zu kommen."

"Sag Auto, nicht Automobil. Du bist jetzt Engländer", korrigierte ihn Polly.

Davon wollte ihre Schwester Babs nichts wissen. "Ich nicht. Ich bin Amerikanerin und werde es auch immer bleiben."

"Als Amerikanerin kannst du aber nicht Lady Barbara werden", gab Polly zurück.

"Wer will schon Engländer sein? Das müssen Liliputaner sein, wenn sie so kleine Automobile fahren wie dieses hier."

"Die haben kein Öl, deswegen kostet das Benzin für Autos" - Polly betonte das Wort - "mehr als in den Staaten. Kleinere Autos, weniger Verbrauch an Kraftstoff."

Als er in den Rückspiegel schaute, sah Augustine Lambert Fitzwarin, ehemals Gus Mason, nun der achtzehnte Earl of Selchester, dass seine jüngere Tochter sich die Brille hochschob und sich erneut in ihr Buch vertiefte.

Während er das Automobil - nein, Polly hatte schon recht, das Auto - durch die kurvenreichen Straßen der englischen Landschaft steuerte, stellte er sich vor, wie seine Vorfahren diese Strecke über die Jahrhunderte hinweg wohl zurückgelegt hatten. Erst auf Pferden, dann mit Kutschen. Mit dem Zug und jetzt im Auto. Aus London kommend oder von den Schlachtfeldern Frankreichs zurückkehrend oder aus der sengenden Hitze von Jerusalem. Sie kamen zurück nach Hause, nach Selchester. Nach Selchester Castle.

Vorfahren, von denen er nichts wusste; Vorfahren, von deren Existenz er bis vor wenigen Wochen nicht einmal etwas geahnt hatte.

Zweiundvierzig Jahre lang hatte er als Gus Mason gelebt, als amerikanischer Staatsbürger. In Virginia war er groß geworden, an der University of Notre Dame hatte er studiert und sich in die Antike verliebt; er hatte Homer und Vergil übersetzt und im Krieg gedient - das alles hatte Hand und Fuß. Das war vertraut, das war das, was ihn ausmachte. Reisen nach England im Laufe der Jahre und ein Jahr als Stipendiat an einem College in Oxford hatten ihn zwar mit den englischen Gepflogenheiten vertraut gemacht. Doch nie hätte er sich träumen lassen, dass er einmal einen englischen Reisepass, einen englischen Titel und eine englische Burg sein eigen nennen würde.

"Es wird befremdlich sein", sagte er. "Für uns alle."

"Du wirst dich daran gewöhnen", sagte Polly.

"Ich hoffe nur, wenn erst einmal ein bisschen Zeit vergangen ist, werdet ihr es mir nicht übel nehmen, so aus eurer gewohnten Umgebung herausgerissen worden zu sein."

Raschelnd blätterte Polly eine Seite um. "Entwurzelt."

Barbara bedachte ihren Vater mit einem ärgerlichen Blick. "Ich hätte nicht mitkommen müssen. Ich hätte in den Staaten bleiben können."

"Hättest du nicht, nicht mit siebzehn", konterte Polly.

"Ich hätte irgendwo aufs College gehen können und nicht nach England in irgend so eine modrige Burg." Sie starrte aus dem Wagenfenster. "Es ist, als führen wir durch eine Wolke", sagte sie. "England besteht bloß aus einer großen Wolke. Wolke, Regen und Nebel."

"Das ist nur ein bisschen Dunst", beschwichtigte ihr Vater.

"Nebel", entgegnete Polly mit Überzeugung. "Wie der in den Büchern von Dickens."

"In den Zeiten der Römer hat man in England Wein angebaut", erklärte Gus.

Babs stieß einen Seufzer aus. "Bitte sag mir jetzt nicht, dass die Römer es bis nach England geschafft haben."

"Klar haben sie das!", versetzte Polly. "Deshalb heißt es ja auch Großbritannien, weil der römische Name Britannia lautete."

Gus war es nie gelungen, bei Babs auch nur einen Funken Interesse für die alten Römer oder Griechen zu entzünden. "Dunst und Nebel hätten zu Vergil gepasst. Wisst ihr noch, wie nebelig es war, als wir Mantua besuchten, von wo er stammte?"

"Ich kann mich noch sehr gut an Mantua erinnern",

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