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Mord im Afrika-Klub von Winges, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2014
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mord im Afrika-Klub

DER SHERLOCK HOLMES von Köln - van Larkens zweiter Fall Köln um 1895. Beim Karnevals-Bankett des exklusiven 'Kölner Afrika-Klubs' geschieht ein Mord. Ein Fremder wird erstochen und sein mutmaßlicher Mörder, ein Schwarzafrikaner, auf der Flucht erschossen. Für Kommissar Strammel ist der Fall klar, wurde der Täter doch anscheinend in flagranti überrascht. Aber Marius van Larken hat Zweifel.

Stefan Winges, geboren 1957 in Rheydt, Studium in Bonn, lebt und arbeitet in Köln. Im Emons Verlag erschienen die historischen Kriminalromane 'Der vierte König' und 'Tod auf dem Rhein' sowie der Köln Krimi 'Honolulu Baby'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 31.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863585730
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Köln Krimi Bd.2
    Größe: 2538kBytes
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Mord im Afrika-Klub

KAPITEL IV

Die Bibliothek lag dem Speisesaal gegenüber und nahm die komplette Gartenfront des linken Seitenflügels ein. Ihre Fenster führten auf eine geflieste Terrasse hinaus. Der auffallend große Raum war genauso repräsentativ eingerichtet wie der Rest der Villa. Üppiger Stuck verzierte die hohe Decke, über den Regalen und Bücherschränken hingen goldgerahmte Historienstücke, und das polierte Eichenparkett verschwand fast völlig unter dicken Teppichen in satten Farben.

Trotz eines Mahagonischreibtischs von beeindruckenden Ausmaßen handelte es sich offenkundig nicht um ein Studierzimmer. Die Bibliothek diente vorwiegend gesellschaftlichen Zwecken, wie zwei Spieltische und die vielen bequemen Sessel und Sofas anzeigten, die über den Raum verteilt waren.

Bücher gab es natürlich auch, so viel Geschmack hatte Böckenhoff doch. Einheitlich in prachtvolles Leder gebunden, füllten sie in langen Reihen die Regale und Vitrinen an den Wänden. Goethe, Schiller, Hackländer – nichts fehlte, der Kommerzienrat hatte angeschafft, was gut und teuer war.

Einzig der Kaminschmuck, eine Sammlung von Afrikana, verriet etwas Privates über den Kommerzienrat. Die Feuerstelle war umrahmt mit Speeren, Schilden und Masken, die Böckenhoff vom schwarzen Kontinent mitgebracht hatte.

Vom Eingang aus war die Leiche nicht zu sehen. Böckenhoff führte Larken und den Kommissar quer durch den Raum zum Kamin. Hinter ihnen drängten sich neugierige Klubmitglieder durch die Tür. Die Proteste der in der Halle postierten Polizisten hatten sie ignoriert, hielten aber auf Strammels Anweisung hin einen gewissen Abstand.

Der Tote saß nahe dem Feuer in einem riesigen Ohrensessel, dessen hohe Rückenlehne ihn gegen Blicke abschirmte. Auf einem kleinen Beistelltisch links neben ihm standen eine angebrochene Cognacflasche und ein Schwenker mit einem Rest Flüssigkeit. Sein schlaffer Körper war tief in das weiche Polster eingesunken.

Auf den ersten Blick hätte man glauben können, er sei mit einem Cognac vor dem Kaminfeuer nur etwas eingenickt. Wenn nicht das Messer in seiner Brust gesteckt hätte. Die Klinge war bis zum Heft eingedrungen, nur der Griff ragte noch heraus. Bis auf zwei, drei kleine Flecken gab es keine Blutspuren.

Der Mann trug keinen Gesellschaftsanzug, war aber gut gekleidet. Sein Alter ließ sich schwer einschätzen, es mochte irgendwo in den Fünfzigern liegen. Er war sehr hager, fast schon ausgemergelt, seine fahlblonden Haare wirkten ausgebleicht und die faltige Gesichtshaut sonnenverbrannt.

Der Kommissar nahm eine rasche Inspektion vor und schickte dann seinen Sergeanten los, um das Personal zu befragen.

"Sie haben den Toten so vorgefunden, Kommerzienrat?", fragte Larken, der sich die Leiche ebenfalls angesehen hatte.

"Ja, genau so. Er saß hier in dem Sessel. Dr. Möring meinte, wir sollten nichts verändern."

"Sehr vernünftig", kommentierte Strammel und beugte sich noch einmal zu dem Messergriff hinunter. "Hm. – An der Todesursache kann es wohl keinen Zweifel geben, nicht wahr, Doktor?"

"Nicht den geringsten. Zwei Einstiche. Der Mörder hat zweimal zugestoßen, beide Male exakt ins Herz."

"Zweimal ins Herz", wiederholte Larken nachdenklich. "Da wusste offenbar jemand genau, wie man mit einer Klinge umgeht. – Doktor, wären Sie wohl so freundlich?"

Möring sah ihn verständnislos an.

"Das Messer!"

"Oh." Möring zog vorsichtig das Messer aus der Wunde und reichte es Larken.

"Danke." Larken nahm es mit spitzen Fingern entgegen und drehte es hin un

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