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Mord im Zeichen des Zen Ein Fall für Louise Bonì von Bottini, Oliver (eBook)

  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Mord im Zeichen des Zen

Auftakt zur Krimireihe des Deutschen Krimipreisträgers 2018 In einem kleinen Ort östlich von Freiburg taucht im dichten Schneetreiben ein japanischer Mönch auf. Woher kommt er? Was hat er vor? Klar scheint nur: Er ist verletzt und auf der Flucht. Louise Bonì von der Freiburger Kripo soll herausfinden, was geschehen ist - und kommt einem schrecklichen Verbrechen auf die Spur. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis Über die Reihe: Louise Bonì ist Hauptkommissarin der Kriminalpolizei in Freiburg. Sie ist Anfang vierzig, geschieden, und sie kämpft mit den Geistern ihrer Vergangenheit. Bonì hat die Härten des Lebens zu spüren bekommen - und ist vielleicht gerade deshalb so gut in ihrem Job. Intuitiv, kompromisslos, aber auch einfühlsam geht sie vor, um ihre Fälle zu lösen, und schont dabei weder sich noch ihr Team. Der einzige Weg, den menschlichen wie politischen Abgründen zu begegnen, die sich ihr täglich eröffnen. Für die ARD verfilmt mit Melika Foroutan in der Hauptrolle. Louise-Bonì-Krimireihe: Vorgeschichte: Dunkler Tod Band 1: Mord im Zeichen des Zen Band 2: Im Sommer der Mörder Band 3: Im Auftrag der Väter Band 4: Jäger in der Nacht Band 5: Das verborgene Netz Band 6: Im weißen Kreis Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner Krimifuchs Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens Der kalte Traum Ein paar Tage Licht

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 370
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188894
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Serie: Louise Bonì Bd.1
    Originaltitel: Zen and the Art of Murder
    Größe: 1535 kBytes
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Mord im Zeichen des Zen

PROLOG

ALS JOHANN GEORG HOLLERER am Samstagmorgen einen ersten Blick aus dem Küchenfenster auf die verschneite Hauptstraße von Liebau warf, hatte er eine Vision. Aus dem dichten Schneetreiben manifestierte sich ein asiatischer Mönch, der nur mit einer dunklen Kutte und Sandalen bekleidet war. Sein fast kahler, feuchter Schädel glänzte im trüben Morgenlicht. Langsam schritt er an Hollerers Küchenfenster vorbei Richtung Kirchplatz. Mit der linken Hand stützte er sich auf einen einfachen, mannshohen Stock, in der rechten hielt er eine kleine Schale. Hollerer dachte eben: Den hat mir die Amelie geschickt, als sich die Vision im Schnee wieder entmaterialisierte.

Hollerer kehrte an den Frühstückstisch zurück. Dort saß er minutenlang, ohne sich zu bewegen, und dachte darüber nach, welche Botschaft ihm Amelie wohl hatte übermitteln wollen. Vor allem irritierte ihn, dass sie, zu Lebzeiten eine gottesfürchtige Katholikin, sich ausgerechnet einen buddhistischen Asiaten ausgesucht hatte, um zu ihm zu sprechen.

Schließlich stand er erbost auf. Selbst im Tod sprach Amelie in Rätseln und verdarb ihm die Laune.

Dass er keiner Vision aufgesessen war, begriff Hollerer erst eine halbe Stunde später.

Während er die Uniformjacke über dem ausladenden Bauch zuknöpfte, fiel ihm ein, dass er über dem rechten Ohr des Mönchs einen großen, dunklen Fleck bemerkt hatte. Im ersten Schreck hatte er nicht weiter darauf geachtet. Im Nachhinein kam ihm der Fleck merkwürdig vor - eine längliche, dunkelblaue Verfärbung der Haut. Hollerer kannte solche Flecken zur Genüge, in allen Stadien der Verfärbung, in allen Größen, in allen Körperregionen.

Der Mönch hatte eine Wunde am Kopf. Als wäre er irgendwo dagegengestoßen - oder geschlagen worden.

Beunruhigt trat er zum Nachttischchen. Unter dem verstaubten Alten Testament lag seine Dienstpistole. Er hatte sie in dreißig Jahren kein einziges Mal getragen, geschweige denn benutzt. Jetzt hob er sie mit Daumen und Zeigefinger heraus.

Hollerer fand den Mönch auf dem Kirchplatz. Obwohl es noch immer stark schneite, saß er im Schneidersitz vor den Stufen der katholischen Kirche. Seine Augen waren geschlossen. Er bewegte den Mund, als spräche er. Zu hören war nichts.

Vor dem Mönch stand die kleine Schüssel. Sie schien aus Holz zu sein und war leer. Auf dem schmalen Rand sammelten sich Schneeflocken zu einem weißen Kreis.

Zwanzig, fünfundzwanzig Liebauer hatten sich im Halbkreis um den Mönch versammelt. Flüchtig nickte Hollerer in die Runde. Der Bürgermeister war da, die beiden Pfarrer, andere Honoratioren, ein paar Bauern, ein paar Kinder. Niemand sprach. Nicht einmal ein erstauntes Flüstern vernahm Hollerer. Er hatte das Gefühl, alle warteten darauf, dass etwas geschah. Dass der Mönch die Augen aufschlug und erklärte, was er da machte und woher er kam. Oder dass jemand die Initiative ergriff.

Hollerer trat von der Seite bis auf zwei Meter an den Mönch heran. Da war die Wunde. Zehn Zentimeter lang, fünf Zentimeter hoch. Ein bläuliches Mal, an den Rändern gelbgrün, im Zentrum blaurot, von einem heftigen, versehentlichen Stoß oder einem gezielten Schlag. Hollerer wusste nicht weshalb, aber er tippte auf einen Schlag. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.

Er reihte sich in den Halbkreis ein. Jetzt bemerkte er, dass der Mönch auf der linken Wange eine weitere Wunde hatte. Eine Platzwunde, die noch vor kurzem geblutet haben musste. Schorf hatte sich gebildet, der im Schneefall nicht trocknen konnte.

"Wir müssen was tun, der erfriert uns ja", sagte Hollerer zu niemand Bestimmtem. In die Menge kam Bewegung, verhaltenes Stimmengewirr setzte ein.

Der Mönch rührte sich ebenfalls. Er hob den Kopf und schlug die Augen auf. Sie waren sehr schmal und wirkten, fand Hollerer, leblos und traurig. Langsam glitten sie über die Liebauer. Hin und wieder schien der Blick des Mönchs für einen Mo

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