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Mord in der Rue Dumas Ein Provence-Krimi von Longworth, Mary L. (eBook)

  • Verlag: Aufbau Verlag
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Mord in der Rue Dumas

Es stirbt sich schöner in der Provence Professor Moutte, Dekan der theologischen Fakultät der Uni von Aix-on-Provence, wurde ermordet. War der Täter einer der Bewerber um sein Amt und seine schöne Wohnung in der Rue Dumas? Denn Professor Moutte hat den Zeitpunkt, an dem er in den Ruhestand gehen will, immer wieder aufgeschoben. Oder war einer der Studenten der Mörder, die auf das hochdotierte Dumas-Stipendium hoffen? Vielleicht war der ehrenwerte Professor auch in den Handel mit gefälschten Antiquitäten verstrickt? Und dann wird auch noch Professor Mouttes Sekretärin von einem Auto überfahren. Richter Antoine Verlaque, Kommissar Bruno Paulik und die schöne Juraprofessorin Marine Bonnet stehen vor einem komplizierten Fall. Südfranzösische Atmosphäre, Kochkunst und Liebe in einem wunderschönen Provence-Krimi. 'Genau die richtige Sommerlektüre.' Berliner Morgenpost Mary L. Longworth lebt seit 1997 in Aix-en-Provence. Sie hat für die 'Washington Post', die britische 'Times', den 'Independent' und das Magazin 'Bon Appétit' über die Region geschrieben. Außerdem ist sie die Verfasserin des zweisprachigen Essay-Bandes 'Une Américaine en Provence'. Sie teilt ihre Zeit zwischen Aix, wo sie schreibt, und Paris, wo sie an der New York University das Schreiben lehrt. Im Aufbau Taschenbuch erschienen bisher 'Tod auf Schloss Bremont' (2012), 'Mord in der Rue Dumas' (2013), 'Tod auf dem Weingut Beauclaire' (2014) und 'Mord auf der Insel Sordou' (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 349
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841205926
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Murder in the Rue Dumas
    Größe: 2183 kBytes
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Mord in der Rue Dumas

1. Kapitel

Eindruck machen

Die Freundschaft zwischen Yann Falquerho und Thierry Marchive wurde an der ganzen Universität mit Verwunderung gesehen. Die beiden wetteiferten nicht nur um dasselbe Doktorandenstipendium, sondern unterschieden sich auch nach ihrer äußeren Erscheinung und sozialen Stellung stark voneinander. Yann, blond und hochgewachsen, war Sohn geschiedener Eltern - eines Pariser Fernsehproduzenten und einer Innenarchitektin. Thierry, dunkelhaarig und untersetzt, kam aus bescheideneren Verhältnissen: Sein Vater arbeitete als Französischlehrer an einem Gymnasium in Marseille und seine nach wie vor mit ihm verheiratete Mutter als schlechtbezahlte Diätköchin in einem Krankenhaus der Stadt.

Die beiden Studenten schritten rasch aus, wobei sie laut und ohne Unterlass miteinander redeten. Beide waren das jüngste von drei Geschwistern - etwas, das sie miteinander teilten - und daher gewohnt, sich an einem lebhaften Abendbrottisch Gehör zu verschaffen. "Mach hin", rief Yann seinem Freund über die Schulter zu. "Sonst sind die besten Happen weg, ehe wir dort ankommen."

"Ich kann doch nichts dafür, dass ich nicht solche Storchenbeine habe wie du", gab sein Freund zurück und suchte verzweifelt Schritt zu halten. "Wir wären längst da, wenn du nicht noch das Telefon abgenommen und ohne Ende mit der - wie hieß sie doch gleich? - gequatscht hättest."

"Suzanne", antwortete Yann nachdenklich. "Den Namen haben sie ihr nach dem Song gegeben."

"Richtig ... deine Sandkastenliebe ... Die Tochter des Arztes in Carnac an der Bretagneküste, wo du mit deiner bürgerlichen Familie so idyllische Sommerferien verbracht hast." Thierry blieb stehen, um auf der Luftgitarre ganz passabel Leonard Cohen nachzumachen.

"Und sie gibt Orangen dir und Tee,

der von weit her aus China kommt ...",

sang er, hüpfte von dem schmalen Bürgersteig herunter und lief mitten auf der Straße.

"Hör auf, Blödmann", rief Yann lachend. "Ja, idyllisch waren diese Sommer wirklich. So sehr, dass meine Eltern sich getrennt haben. Vielleicht lag es ja am Regen im August ... Da war kein Entkommen aus unserem perfekt eingerichteten Strandhaus." Das war eines der Dinge, die Yann an Thierry mochte: Der ließ sich von keinem noch so perfekt eingerichteten Strandhaus beeindrucken, und wenn man es ihm auf einem silbernen Tablett servierte. Beim Weitergehen dachte Yann mit gerunzelter Stirn an seine Mutter und seinen Vater mit ihren neuen Partnern, von denen ihn keiner interessierte.

Inzwischen hatten die beiden jungen Männer eine mit reichem Schnitzwerk verzierte Haustür an dem Place des Quatre Dauphins erreicht und drückten den Klingelknopf, der in ein blankpoliertes Messingschild mit dem Namen "Professor Moutte" eingelassen war. Der Türöffner summte, und das Schloss klickte. Thierry hielt seinem Freund die Tür auf. "Nach Ihnen, Monsieur!" Er hatte bemerkt, dass Yann plötzlich still geworden war, wie immer, wenn es um seine Eltern ging. Dann bemühte sich Thierry stets, das Thema zu wechseln. Er stellte sich Familie Falquerho vor, wie sie in einem Wohnzimmer hockte, dessen schneeweißes Mobiliar überhaupt nicht in ein Ferienhaus passte, und schweigend zusah, wie graue Wellen an den Strand rollten. Er musste Yann auf andere Gedanken bringen. "Du denkst immer nur ans Essen. Und natürlich an Suzanne." Yann musste lachen und trat in das kalte, feuchte Vestibül des großen Wohnhauses. Er freute sich auf das kostenlose Essen an diesem Abend und dachte an Suzanne, die er in den Weihnachtsferien besuchen wollte.

Thierry hatte seit seinem Eintritt ins Gymnasium auf sein Gewicht achten müssen und dort nie eine Freundin gehabt. Seine erste intime Begegnung mit einer Frau hatte erst im zweiten Jahr an der Universität stattgefunden. Und was für eine Begegnung! Ulla war eine schwedische Austauschstudentin - ein Klischee, das selbst Thierry kannte, der noch nie aus Frankre

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