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Mord in San Francisco Kriminalroman von Turèll, Dan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Mord in San Francisco

Der 10. Band der Krimi-Klassiker-Serie vom dänischen Kultautor Dan Turèll. Rechtsanwältin Gitte Bristol und ihr frisch angetrauter Mann sind fassungslos. Der junge Chemieingenieur, den sie auf dem Flug von Kopenhagen kennengelernt haben, wird kurz nach ihrer Ankunft in San Francisco ermordet. Die Hauptverdächtigen sind bald gefunden: Bristol und ihr Ehemann. Schnell wird die Hochzeitsreise zum Katz- und Mausspiel mit der Polizei - und der Mafia ... Weitere Krimis aus der Reihe um den unbekannten Journalisten: Mord im Dunkeln. Mord in Rodby. Mord auf Malta. Mord am Rondell. Mord im März. Mord im Herbst. Mord in der Dämmerung. Mord in Vesterbro. Mord im Straßengraben. Mord im Waschsalon. Mord auf Bornholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 12.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732518685
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 368 kBytes
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Mord in San Francisco

2

I ch fühlte mich sehr bedeutend. Nicht jeder kann von sich behaupten, beschattet zu werden.

Um mich selbst davon zu überzeugen, dass ich nicht paranoid geworden war, machte ich die Probe aufs Exempel, direkt aus dem Lehrbuch für Anfänger. Ich tat so, als wäre ich wahnsinnig an den Angeboten von David's Delikatessen interessiert, worauf mein Verfolger von den Schaukästen vor dem Geary Theater ebenso fasziniert zu sein schien.

Wir rissen uns gleichzeitig los.

Dann begann ich in die entgegengesetzte Richtung zu gehen, dahin, von wo ich gekommen war, auf die Jones Street zu.

Ich erwischte eine gute Nahaufnahme von ihm, als auch ich plötzlich mein Interesse für die Kunst des Theaters entdeckte.

Er war so ungefähr in meinem Alter, um die vierzig, in grauem Mantel und mit grauem Hut, trug eine Sonnenbrille und sah ansonsten völlig anonym aus. Der Typ des unsichtbaren Mannes, den niemand irgendwo bemerken würde, es sei denn, er vollführte auf einmal etwas Aufsehenerregendes, zum Beispiel ein Striptease mitten auf der Straße.

Nachdem ich ein Dutzend Schritte gemacht hatte, folgte er mir in die entgegengesetzte Richtung, als hätte er es sich anders überlegt.

An der Ecke zur Jones Street lag ein Lokal namens High Tide. Ich ging hinein, bestellte mir ein Anchor Steam, das lokale Bier, und trank es, während die Mills Brothers aus der Musicbox tönten You Always Hurt The One You Love . Es gelang ihnen, es ziemlich wahrscheinlich klingen zu lassen. Sie überredeten mich geradezu mit samtweichen Stimmen, Gitte im Hotel Sir Francis Drake anzurufen.

Sie war da.

"Wo bist du gerade?", fragte sie, genau mit dem kleinen verängstigten Unterton, der jeden Mann zum Schmelzen bringen würde.

"Gerade entlassen", antwortete ich. "Aber ich werde von jemandem verfolgt."

"Das ist sicher ein Polizist. Hier sind sie auch gewesen - noch einmal. Vor einer halben Stunde sind sie gegangen."

"Was wollten sie?"

"Sie haben unser ganzes Gepäck durchsucht. Auch das Bettzeug und das gesamte Zimmer."

"Haben sie was mitgenommen?"

"Meinen Fotoapparat - sonst nichts. Da war noch ein Film drin. Sie haben versprochen, mir die Kamera zurückzugeben, sobald sie den Film entwickelt hätten."

"Wie nett von ihnen."

"Ja. Hast du mit Vater gesprochen?"

"Deinem Vater? Nein. Warum sollte ich?"

"Ich habe ihn angerufen, und er hat versprochen, alles in seiner Macht Stehende zu tun. Er sagte, er werde sich an das Außenministerium und die Botschaft wenden. Ich habe auch deinen Chefredakteur angerufen. Er sagte, du solltest dich schnellstmöglich mit ihm in Verbindung setzen."

"'Dänischer Journalist unter Mordverdacht in den USA'?"

"Das glaube ich nicht. Wohl eher 'Däne in San Francisco ermordet'."

"Hast du schon etwas gegessen?"

"Nein."

"Sollen wir uns dann nicht im Lefty's treffen?"

"Lefty's?"

"Lefty O'Doul's - in der Geary Street. Da, wo wir gestern waren."

"Ich komme. Pass gut auf dich auf."

"Gleichfalls. Bis dann, Schatz."

Ich warf fünfzig Cents auf den Tresen und trat wieder in den Sonnenschein hinaus. Mein Schatten stand auf der gegenüberliegenden Seite der Straßenecke, der äußeren Welt anscheinend entrückt und völlig vertieft in die aktuelle Ausgabe des Chronicle.

Ich konnte seine Augen in meinem Rücken spüren, als ich hinunter zum Lefty's ging, er ging aber nicht mit.

Lefty O'Doul's ist eine meiner Lieblingsbars in dieser Stadt, auch wenn ich eigentlich nicht recht weiß, warum. Lefty war Baseballspieler gewesen, und folglich wird seine Bar bis auf den heutigen Tag, noch Jahre nach seinem Tod, besonders von Baseballspielern heimgesucht, auch von Tippern und begeisterten Anhängern dieses Spiels, das heißt von halb San Francisco. An den Wänden hängen alte, vergilbte Fotos von Lefty. Lefty, wie er General MacArthur die Hand schü

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