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Mord in stiller Nacht Zwei knisternd spannende Weihnachtskrimis von Charlotte MacLeod von MacLeod, Charlotte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2015
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Mord in stiller Nacht

Zu Weihnachten gibt's Mord - zwei Fälle in einem Band In Schlaf in himmlischer Ruh Kabeljau und Kaviar Balaclava Boston

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 13.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188993
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: Rest you merry
    Größe: 1785 kBytes
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Mord in stiller Nacht

Zweites Kapitel

D ie Ungeheuerlichkeit seines Tuns wurde Peter Shandy erst schlagartig bewußt, als er am Weihnachtsmorgen halbwegs durch das Frühstück war. Gerade, als er dabei war, eine Gabel voll ausgezeichneter Sülze zum erwartungsvollen Munde zu führen, stockte ihm die rechte Hand.

"Was ist, Mr. Shandy?" fragte der mitleidige Zahlmeister. "Sie werden uns doch nicht seekrank, oder?"

"Die Maschinen - sie haben gestoppt."

Obwohl dies nicht der eigentliche Grund für Shandys Bestürzung war, stimmte es zufällig. Ohne erkennbare Ursache hatte der große Puls des Schiffes plötzlich zu schlagen aufgehört. Der Maschinist warf seine Serviette auf den Tisch, ließ eine blasphemische Äußerung hören und sprang die Kajütstreppe hinab. Der Kapitän stürzte zur Brücke, der Rangordnung gemäß gefolgt von seinem Ersten, Zweiten und Dritten Offizier. Der Steward räusperte sich respektvoll.

"Je nun, Zahlmeister, es sieht so aus, als müßten Sie und Mr. Shandy die Sülze allein aufessen."

"Bitte geben Sie meinen Anteil mit festlichen Glückwünschen der Bordkatze", erwiderte der Professor. "Ich glaube, ich werde meine Schwimmweste anprobieren."

Er war nicht besonders aufgeregt. Verglichen mit dem, was ihn vielleicht daheim in Balaclava Junction erwartete, ermangelte die Aussicht auf einen plötzlichen Tod durch Ertrinken nicht eines gewissen Reizes. Außerdem schien keine unmittelbare Gefahr zu bestehen, insbesondere, da sie die Küste nach Süden hinabgefahren waren. Man warf einen Treibanker aus, um gemächlich zu dümpeln, bis die hochseetüchtigen Schlepper kämen, um sie zum Hafen zu bugsieren. Ein Hubschrauber flog über sie hinweg, um Aufnahmen für das Fernsehen zu machen. Shandy blieb außer Sicht und grübelte über seine Verruchtheit nach.

Als durchaus ehrenwerter Mann konnte er nur eine Handlungsweise erkennen, und dafür entschied er sich. Als sie im Trockendock von Newport News anlegten, packte er seine Tasche, wünschte seinen neuen Kameraden Lebewohl und nahm den nächsten Greyhound nach Balaclava Junction.

Es war, wie der Busfahrer mit sehr häufigen Wiederholungen bemerkte, eine gräßliche Art, Weihnachten zu verbringen. Als er an einer Raststätte einen fettigen Cheeseburger aß, dachte Shandy an Elizabeths Roastbeef und ihren Yorkshire-Pudding. Während sie im gefrorenen Matsch über glatte Straßen holperten, träumte er von ihren Zitronen-Törtchen. Aus verkrampftem Schlummer wachte er steif und fröstelnd auf, um zu bedauern, daß er die Sülze der Bordkatze gespendet hatte, und fiel wieder in den Traum, in dem ihn daheim im Backsteinhaus auf dem Crescent jemand erwartete, um ihm ein heißes Mahl zu bereiten.

Natürlich würde niemand da sein. Mrs. Lomax war über die Feiertage zu Besuch bei ihrer verheirateten Tochter und hätte heute ohnehin nicht gearbeitet. Als er in der kühlen Dämmerung des 26. Dezember ausstieg, war kein einziger verspäteter Zecher zu sehen - nicht einmal das Teer-und-Feder-Komitee, das er halbwegs erwartet hatte. Der Professor schlug seinen Mantelkragen so hoch, wie es ging, und begann den steilen Aufstieg zum Crescent, wobei er sich fragte, an welcher Stelle er mit dem blinkenden und dröhnenden Beweis seines schlecht bedachten Streiches konfrontiert würde.

Er wurde nicht. Das Backsteinhaus stand still und dunkel da. Er hätte sich denken können, daß die wackeren Männer von Balaclava mit solchen Kleinigkeiten wie verschlossenen Türen und einbruchsicheren Schaltkästen fertig würden. Irgendein Ingenieurstudent mit widerrechtlichem Eindringen als Nebenfach mußte die Schalter ausgeschaltet haben.

Erleichtert, aber etwas pikiert, seine ästhetische Bombe so völlig entschärft zu finden, steckte Shandy den Schlüssel ins Schloß, stieß die Haustür auf, die seine Mitverschwörer wie ein riesiges Weihnachtsgeschenk mit einer Krebsgeschwulst aus kitschigen Fliegenpil

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