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Mord in Wien Wahre Kriminalfälle von Schimmer, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2012
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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Mord in Wien

Der einzig wahre Wien-Krimi! Die Wiener Würgerin, die Frau mit dem Fleischwolf, der Rächer von Stein und der Gerichtsmediziner als Mörder: Die spektakulärsten, schauerlichsten und skurrilsten Kriminalgeschichten Wiens hat das wahre Leben geschrieben. Packend und kenntnisreich erzählt Helga Schimmer von Verbrechen, die sich tatsächlich zugetragen haben vom Haus des Grauens in der Augustinerstraße, in dem die Gräfin Báthory junge Mädchen folterte, bis hin zu aufsehenerregenden Kriminalfällen der Gegenwart. Sie berichtet von genialen Ermittlern, überraschenden Geständnissen, kaltblütigen Mördern und vom fast perfekten Verbrechen. Eine Pflichtlektüre für all jene, die schon immer die dunkle Seite Wiens kennenlernen wollten. Helga Schimmer, geboren 1967, studierte Biologie und Erdwissenschaften an der Universität Wien und lebt als freie Schriftstellerin und Journalistin in Niederösterreich. Ihre Spezialität ist die literarische Aufbereitung wahrer Verbrechen. www.schimmer.at

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 27.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783852189116
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 1360 kBytes
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Mord in Wien

Schleichendes Gift

Toxische Substanzen als Spiegel der Zeit: Eine verdrossene Ehefrau tastet sich an die erste Tötung mit Zelio heran. Wenig später perfektioniert eine verschlagene Schönheit die Anwendung der Rattenpaste am Menschen. Schließlich gibt kohlenmonoxidhältiges Stadtgas forensische Rätsel auf: einmal ist es ein vermeintlicher Mord, der sich als Selbstmord entpuppt, ein andermal die als Suizid getarnte Beseitigung der unliebsamen Gattin samt Schwiegermutter.

Poison à la mode

Wie Kleidung unterliegen die bevorzugten Werkzeuge der Giftmörderinnen modischen Strömungen: In den Goldenen Zwanzigern kam nicht nur der kniekurze Rock auf, sondern auch ein neuartiges Mittel zur Ratten- und Mäusevertilgung, das sich wegen seines dezenten Geschmacks bequem ins Gulasch für den lästigen Ehegatten mixen ließ. Die erste kriminelle Verwendung des Mittels ereignete sich in Wien zu einer Zeit, als die hiesige Gerichtsmedizin noch höchste Reputation genoss: Prof. Albin Haberda kam der Mutter aller Zelio-Mörderinnen auf die Schliche und publizierte den Fall, womit die von der Bayer AG auf den Markt gebrachte Rattenpaste erst recht zum Mode-Hit unter den Giftmischern und Giftmischerinnen avancierte.

Schmerzen in den Beinen

Die seltsame Erkrankung des 29-jährigen Metalldruckergehilfen Hermann Lichtenstein aus Wien-Ottakring beginnt in der letzten Juniwoche des Jahres 1925. Am 24. serviert seine Frau Leopoldine ihm Wurst mit Paradeissauce, wonach er erbricht. Auch den Milchkaffee am nächsten Morgen kann Lichtenstein nicht bei sich behalten. Noch sorgt er sich nicht und denkt an eine vorübergehende Magenverstimmung. Aber anstatt so jäh zu verschwinden wie sie gekommen sind, verschlimmern die Beschwerden sich in den nächsten Tagen zusehends, und es kommen auch neue Symptome hinzu: Durchfall, Magenkrämpfe und vor allem Schmerzen in den Beinen, die am 11. Juli so heftig sind, dass Lichtenstein nicht mehr gehen kann. Der herbeigerufene Arzt spricht von Gelenksrheumatismus und weist den Patienten ins Wilhelminenspital ein.

In den kommenden Wochen, die er im Krankenhaus verbringt, leidet der vormals kräftige Mann weiterhin an Übelkeit, Erbrechen und ziehenden Schmerzen in den Waden sowie in den Endgliedern der Zehen und Finger. Die Durchfälle wandeln sich zur hartnäckigen Stuhlverstopfung, und zu allem Überfluss fallen Lichtenstein auch noch büschelweise die Haare aus. Besonders die Beinschmerzen lassen die Spitalsärzte an eine unnatürliche Ursache der Krankheit denken, denn das Symptom ist typisch für eine chronische Vergiftung mit Arsen, ein bis ins 19. Jahrhundert hinein äußerst beliebtes Mittel, sich unliebsamer Zeitgenossen zu entledigen.

Im Falle Hermann Lichtensteins wird der Verdacht auf eine absichtliche Vergiftung zwar den Behörden gemeldet, die polizeilichen Erhebungen aber führen zu keinem Ergebnis, denn Leopoldine Lichtenstein stellt jedes Verschulden ihrerseits in Abrede und der Kranke selbst sagt, er traue seiner Frau eine feindselige Handlung nicht zu. Im Laufe des Sommers bessern sich dann Lichtensteins Beschwerden, und am 1. September ist der Patient soweit wiederhergestellt, dass er nach Hause entlassen werden kann.

Exakt eine Woche später jedoch, am 8. September, wird der in der Rankgasse 29 wohnhafte Ottakringer erneut ins Wilhelminenspital eingeliefert - mit denselben Beschwerden wie ursprünglich und einer zusätzlichen akuten Entzündung der Gesichtshaut. Allmählich verschlechtert sich auch die Sehkraft des Mannes, seine körperlichen und geistigen Kräfte schwinden rapide, und am 27. September 1925 ist Hermann Lichtenstein tot.

Schwierige Ursachensuche

Sein Leichnam gelangt auf den Seziertisch von Prof. Albin Haberda - zum Glück, ist man versucht zu sagen, denn der aus Galizien stammende Gerichtsmediziner gilt als ein besonders gründlicher Gelehrter. Er führt das Wiener Institut seit 1916 und ist in jenen Tagen gerade dabei, das Lehrbuch

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