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Mord zur Teestunde Kate Shackleton ermittelt von Brody, Frances (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Mord zur Teestunde

Kate Shackleton erlebt eine Überraschung: Ihre bisher unbekannte Schwester Mary Jane steht plötzlich vor der Tür. Und sie hat ein Anliegen: Ihr Ehemann Ethan ist verschwunden, und sie fürchtet, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.Daher bittet sie die Amateurdetektivin um Hilfe. Bei ihren Nachforschungen wird Kate schnell klar, dass Ethan als Gewerkschaftsaktivist für viel böses Blut gesorgt hat, es aber auch noch zahlreiche andere Gründe für seinen mutmaßlichen Tod geben könnte. Frances Brody ist das Pseudonym einer preisgekrönten britischen Autorin von Theaterstücken, Drehbüchern und Romanen. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA kehrte sie nach England zurück, wo sie an verschiedenen Universitäten Englische Literatur, Geschichte und Kreatives Schreiben unterrichtet. Heute lebt sie wieder in Yorkshire.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 28.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572328
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Kate Shackleton 3
    Originaltitel: Murder in the Afternoon
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Mord zur Teestunde

Eins

Der Eisenbahnwagen ruckelte, sodass ich nach vorn fiel. Blitze zuckten herab, als der Waggon umkippte. Mit einem stummen Aufschrei tastete ich nach einem Halt. Das Kreischen der Bremsen weckte mich jäh. Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass ich im Bett lag und die Reise von King's Cross nach Leeds seit Stunden hinter mir und heil überstanden hatte.

Was mich geweckt hatte, war ein hartnäckiges, lautes Klopfen an meiner Haustür. Da mein Schlafzimmer sich im hinteren Teil des Hauses befindet, mit Blick zum Wald, musste derjenige, der mich aus dem süßen Schlummer gerissen hatte, den Klopfer betätigen, als wollte er mir mitteilen, dass das Haus brannte.

Die Uhr auf meinem Nachttisch sagte mir, dass es vier Uhr am Morgen war. Sookie hatte sich meinen Morgenmantel zu einem Kissen zusammengeknautscht und nahm es nicht gut auf, dass ich ihn unter ihr fortzog. Eine unangenehme Störung für eine Katze von solch zartem Gemüt.

Unten an der Treppe stieß ich mir den Zeh an meinem Reisekoffer, den der Taxifahrer am vergangenen Abend dort abgestellt hatte. Ich schaltete das Licht ein.

Dann schloss ich die Tür auf, öffnete und spähte hinaus in die Dunkelheit, wobei ich mit irgendeinem Unglücksboten rechnete.

Im Schatten des Eingangs stand eine Frau in einem Cape mit aufgezogener Kapuze. "Mrs. Shackleton?" Sie klang etwas atemlos, als wäre sie nervös oder schnell gegangen.

Was für eine Wahnsinnige lief mitten in der Nacht im strömenden Regen durch die Straßen?

"Ja, ich bin Mrs. Shackleton."

"Ich muss mit Ihnen reden."

Da ich nicht sogleich die Tür weiter öffnete, ergänzte sie: "Mein Ehemann ist verschwunden."

Ich empfand eine bleierne Müdigkeit. "Dann gehen Sie am besten zur Polizei."

Dort wären Detectives im Nachtdienst.

Mit einem Schnauben, das teils Lachen, teils Stöhnen war, tat sie meinen Vorschlag ab, bevor sie erwiderte: "Die Polizei? Das habe ich versucht. Die Polizei ist so überflüssig wie ein Kropf."

Sie schien sich der Zeit nicht gewahr zu sein, denn sie entschuldigte sich nicht für die nächtliche Störung. Der Nordwind blies durch die Straße und peitschte den Regen waagerecht vor sich her.

Da ich mir dachte, dass jemand, der Böses im Schilde führte, kaum laut genug an die Tür hämmern würde, um halb Headingley zu wecken, löste ich die Türkette. Im Lichtschein aus der Diele stellte ich fest, dass sie bleich wie der Mond war.

Ohne auf eine Einladung zu warten, trat sie ein und tropfte Regenwasser auf die Fußmatte im Flur.

Ich schloss die Tür hinter ihr. "Geben Sie mir Ihr Cape."

Sie hakte es auf und schüttelte das dunkel karierte Kleidungsstück aus, was eine Wasserlache auf dem polierten Holzboden zur Folge hatte.

"Danke." Ihre Lippen waren blass, doch zwei unnatürlich rote Flecken leuchteten auf ihren Wangen. Vielleicht litt sie unter Schwindsucht. Der Puls an ihrem Hals pochte. "Meinen Schirm habe ich im Zug vergessen. Ich hatte den Milchzug genommen und bin vom Bahnhof Headingley aus gerannt."

Ich hängte ihr Cape über die Treppenspindel, wobei ich mir wieder den Zeh am Koffer anstieß. "Kommen Sie lieber mit durch, Mrs. ..."

"Armstrong. Mary Jane Armstrong."

Das Esszimmer diente mir zugleich als Arbeitszimmer, allerdings war hier drinnen kein Feuer mehr angezündet worden, seit ich nach London gereist war. Deshalb führte ich sie in die Küche. "Kommen Sie bitte mit. Das Feuer wird aus sein, aber es ist wärmer hier." Sie folgte mir. In der Küche reichte ich ihr ein Handtuch. "Trocknen Sie sich ein bisschen ab." Sie bewegte sich wie jemand, der aus dem Meer gewatet war und in Kürze zu Neptun zurückkehren würde.

"Es macht mir nichts, nass zu sein." Dennoch rubbelte sie sich das Haar trocken. Ihr Kapuzencape hatte wenig Schutz gegen die Sintflut draußen geboten.

Sie musste Mitte bis Ende dreißig sein, war ungefähr einen Meter fünfundsechzig groß

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