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Mords-Wasserkraft 12 Alpenkrimis von Kärnten, Salzburg bis ins Zillertal

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Mords-Wasserkraft

(TM)sterreichs imposante Bergwelt hat nicht nur sch"ne Seiten. Abseits der Pfade rund um seine Stauseen lauern so manche Gefahren und geschehen etliche Verbrechen. Verantwortlich daf r sind zw"lf namhafte Autorinnen und Autoren: Herbert Dutzler, Oskar Feifar, Nicola F"rg, Michael Gerwien, Beate Maxian, Sigrid Neureiter, Claudia Rossbacher, Ernst Schmid, Jutta Siorpaes, Erich Weidinger, Susanne Wiegele und Hubert Z"llner. Allesamt Verbrecher auf dem Papier. Jeff Maxian arbeitet im Bereich Medien- und Kulturmarketing. Als Tourneeproduzent, Konzertagent, Musiker und Arrangeur hatte er unter anderem mit Falco, Tina Turner oder Michael Jackson zu tun. Erich Weidinger ist Autor und Buchh"ndler in (TM)sterreich und war bereits mit Jeff Maxian Herausgeber der Gmeiner-Anthologie Mords-Zillertal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 02.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839245002
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 6001 kBytes
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Mords-Wasserkraft

Die Akte Bell

Oskar Feifar

Es war ein anstrengender Tag gewesen und Ben Bell freute sich über die Ruhe in der kühlen Hotelbar. Außer ihm war kein Gast anwesend. Leise plätscherte Klaviermusik aus den Lautsprechern in der Decke. Ben nahm eine Tageszeitung und setzte sich an einen Tisch. Er blätterte die Zeitung durch und las auf jeder Seite die Überschriften. Ein Ritual, bei dem es nur darum ging, die Spannung bis zum Literaturteil aufrechtzuerhalten. Ben Bell, der im richtigen Leben Bernhard Maderthaner hieß, war Schriftsteller und als solcher überaus erfolgreich. Seine letzten fünf Romane, allesamt Kriminalromane, hatten es an die Spitze der Bestsellerlisten geschafft, zwei waren bereits verfilmt worden. Jetzt wollte Ben sehen, welchen Platz auf der Liste der Anfang der Woche erschienene, sechste Roman eingenommen hatte.

Er war nur noch wenige Seiten von seinem Ziel entfernt, als ihn wieder dieser etwas penetrante Typ anquatschte, den er vor zwei Tagen kennengelernt hatte. Der Mann hatte sich als David Förster vorgestellt. Ein erfolgreicher Geschäftsmann und glühender Ben-Bell-Fan, wie er sagte. Zwar mochte Ben seine Fans naturgemäß, weil sie seine Bücher kauften, aber dieser Kerl hatte etwas an sich, das ihn störte. Was genau, konnte er allerdings nicht sagen. Vielleicht war es die aufdringliche Art, mit der Förster seine Nähe suchte.

Zweifellos hatte es Ben gefallen, als Förster einen Flachmann aus der Brusttasche zauberte und ihn auf ein Glas Armagnac einlud. Baron de Sigognac. Ein Genuss, mit dem an Hotelbars normalerweise nicht zu rechnen war. Förster erzählte, er wisse aus einer Biografie von Bens Vorliebe für diesen Armagnac und habe immer eine Flasche dabei. Das schmeichelte dem Schriftsteller und brach fürs Erste das Eis.

Aber jetzt, in diesem Moment war David Förster dabei, eine ganze Menge Sympathiepunkte zu verspielen, indem er ihn davon abhielt, die Zeitung bis zum Ende durchzusehen. Dennoch bemühte sich Ben, höflich zu bleiben. Förster fühlte sich dadurch aufgefordert, Platz zu nehmen, und von seinem Tag zu erzählen. Ben nickte immer wieder, steuerte gelegentlich Worte wie "schön" oder "aha" zum Gespräch bei, hörte aber in Wahrheit nicht richtig zu.

Dafür bewies David Förster, dass er Ben am Vorabend umso besser zugehört hatte. Der hatte sich nach dem dritten oder vierten Glas dazu hinreißen lassen zu erzählen, weshalb er hier in Kaprun war. Nämlich um für seinen nächsten Roman zu recherchieren. Thema sollte ein Mordfall zur Zeit des Baues der Staumauer sein. Er plante mit Zeitzeugen zu sprechen, das Bauwerk zu besichtigen und sich von Mitarbeitern des Energieanbieters einige technische Details erklären zu lassen. Er berichtete auch, dass er einen Ausflug zu den Stauseen Mooserboden und Wasserfallboden samt Führung durch die Staumauer geplant hatte. Alles in Kombination mit ein paar Erholungstagen in dieser wunderschönen Landschaft. Auf Kosten des Verlages natürlich. Unter dem Vorwand, sich frisch machen zu wollen, entschuldigte sich Ben und ging auf sein Zimmer.

Nach dem Abendessen im Hotelrestaurant führte ihn sein Weg wieder an die Bar, wo David Förster schon an einem der Tische saß und ihm von Weitem zuwinkte und andeutete, dass bei ihm ein Platz frei wäre. Da sich Ben zum Essen eine Flasche Rotwein gegönnt hatte und er in Feierlaune war, nahm er das Angebot trotz der leisen Warnrufe seines Unterbewusstseins an. Immerhin spekulierte er auf einen Digestif in Form eines kräftigen Schlucks Baron de Sigognac. Da konnte man alle Vorsicht schon einmal außer Acht lassen. Tatsächlich hatte David den Flachmann wieder dabei. Kombiniert mit einigen Bier

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