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Mordskünstler Ein Kunstfälscherkrimi von Lukasch, Peter (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Mordskünstler

Sie betrachtete den Toten und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken und kaltblütig zu wirken. 'Was für eine Schweinerei! Hättest du ihn nicht einfach erwürgen können, wie den anderen auch?' 'Ich habe daran gedacht', gestand der Meister, 'aber dann konnte ich nicht widerstehen. Frisches Blut hat so eine wunderbare Farbe. Es lässt sich mit nichts anderem vergleichen, es ist so inspirierend, findest du nicht auch?' Die Sensation ist perfekt, als ein bisher unbekanntes Portrait aus der Hand von Gustav Klimt entdeckt wird. Noch während die Fachwelt über dessen Echtheit diskutiert, wird es aus der Galerie geraubt, in der es ausgestellt werden sollte. An Stelle des Bildes wird von den Tätern der tote Galeriebesitzer an die Wand gehängt. Der Privatdetektiv Amadeus Heinrich erhält von der Versicherung den Auftrag, das Bild wieder zu beschaffen. Dabei bekommt er es nicht nur mit einem Meisterfälscher, sondern auch mit einem meisterhaften Mörder zu tun. Peter Lukasch wurde 1942 in Wien geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft trat er in den Staatsdienst ein, wo er bis zu seiner Pensionierung im Bereich der Strafjustiz tätig war. Seinem Interesse für Geschichte und Kriminalistik folgt der Autor in einem Zyklus historischer Kriminalromane. Bisher sind erschienen: 'Zu Hainburg verblieb man über Nacht' (auf der Suche nach dem Schatz der Nibelungen), 'Teufels-Liebchen' (aus der Zeit der Hexenverfolgungen), 'Aschenspuren' (ein Kriminalfall um den Brand des Ringtheaters in Wien), 'Der Spion von Hainburg' (aus der Zeit der Türkenkriege) und 'Solo Valat' (ein Kriminalroman aus dem Wien des Jahres 1905).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 244
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741260810
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1104kBytes
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Mordskünstler

Kapitel 1

D er Raum war groß, fast schon ein kleiner Saal, die Möbel Designerkunstwerke aus Stahl, Glas und edlem Holz. An den Wänden hingen farbenprächtige abstrakte Gemälde, die wahrscheinlich echt und sündteuer waren. Ein überdimensionierter Schriftzug aus Glasmosaiken zwischen den hohen Fenstern, die auf die Ringstraße hinausgingen, machte dem Besucher klar, wo er war: 'Glabus, die Versicherung für alle Wechselfälle des Lebens.' Es war das Wartezimmer zum Allerheiligsten, das Wartezimmer zur Generaldirektion. Amadeus saß auf einem Sessel, der den Körperkonturen angepasst war, an einem der Glastische zwischen wunderbar gepflegten, großen Blattpflanzen und blätterte in Firmenprospekten. Mehr gab es hier nicht zu lesen. Gelegentlich eilten Angestellte durch den Raum. Ihre Schritte waren auf dem dicken Teppich nicht zu hören. Auch sonst war es still hier, gesprochen wurde nur im Flüsterton, wie in einer Kirche. Niemand nahm von ihm Notiz. Trotzdem, das wusste Amadeus genau, war seine Anwesenheit längst registriert und auf geheimnisvollen Kanälen weitergemeldet worden. Er blickte auf die Uhr an der Wand und fragte sich, wie lange er diesmal würde warten müssen. Er kannte das Ritual. Direktor Anton Hochkutzer ließ seine Besucher meist warten. Die Dauer dieser Wartezeit hing von der Wichtigkeit des Besuchers ab. Wichtige Besucher - aus Sicht Hochkutzers - wurden schon nach wenigen Minuten vorgelassen. Unwichtige, die ein Anliegen hatten, mussten sich unter Umständen bis zu einer halben Stunde gedulden, um ihnen die Belanglosigkeit ihrer Person und ihres Problems vor Augen zu führen. Bittsteller ohne Termin hatten natürlich überhaupt keine Chance auch nur bis in dieses Wartezimmer vorzudringen, das versteht sich von selbst.

Amadeus hatte einen Termin um vierzehn Uhr. Jetzt war es fünf Minuten davor. Eine Sekretärin trat an ihn heran und sagte mit gedämpfter Stimme: "Der Herr Direktor erwartet Sie bereits, Herr Heinrich. Wenn Sie bitte mitkommen wollen."

Amadeus verbarg seine Überraschung und folgte ihr durch einen kurzen Gang zu einer hohen Polstertür. Sie war eine hochgewachsene Frau mit einer perfekten Figur und einem Bubikopf. Zu hochhackigen Schuhen trug sie Strümpfe mit Naht. Amadeus, der Hochkutzers Faible für die Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts kannte, fragte sich, ob die Dame nur für die Termine des Herrn Direktors, oder auch für die Regulierung seines Hormonhaushaltes zuständig war. Neben der Tür war ein Leuchtschild mit der roten Aufschrift 'Nicht eintreten'. Die Sekretärin drückte einen Knopf. Sogleich erlosch das Verbot und machte der grünen Aufforderung 'Bitte eintreten' Platz. Die Sekretärin öffnete die Tür und verkündete feierlich: "Herr Amadeus Heinrich von der Detektei Heinrich & Co ist hier, Herr Direktor."

Hochkutzer, der hinter einem mächtigen Mahagonischreibtisch saß, blickte hoch und tat, als ob er überrascht sei. Dann sprang er auf, eilte mit ausgestreckten Armen auf seinen Besucher zu und rief geradezu enthusiastisch: "Wie schön, dass Sie Zeit gefunden haben, um mich zu besuchen, lieber Amadeus. Kommen Sie, nehmen Sie Platz, mein Lieber!"

Er komplimentierte Amadeus zu einer bequemen Sitzgarnitur. Üblicherweise hatten Besucher auf dem Sessel vor dem Schreibtisch Platz zu nehmen.

"Es ist Feuer am Dach", dachte Amadeus, der hier noch nie eine so zuvorkommende Behandlung erlebt hatte.

Wie durch Zauberhand erschienen auf dem Tisch zwei Tassen Kaffee mit Milch und Zucker und ein Aschenbecher.

"Danke, Isabella", sagte Hochkutzer. "Die Unterlagen, bitte."

Isabella legte einen Ordner vor ihren Chef und versäumte nicht, ihm dabei einen tiefen Blick in ihren Ausschnitt zu gewähren. "Also doch", dachte Amadeus. Hochkutzer lächelte wohlwollend und sah Isabella nach, wie sie mit wiegendem Hinterteil aus dem Zimmer stöckelte. Er klappte ein Kistchen auf und hielt es Amadeus hin. "Zigarre?"

"Nein, danke. Wenn Sie ge

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