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Mordsplan. Ostfrieslandkrimi von Wolff, Ele (eBook)

  • Verlag: Klarant
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Mordsplan. Ostfrieslandkrimi

Ein scheinbar harmloser Auftrag für Privatdetektivin Henriette Honig wird zum brisanten Mordfall. Ihre Klientin, die Druckerei-Erbin Femke Ahlrichs, wird in ihrem Haus im ostfriesischen Nüttermoor tot aufgefunden – brutal erwürgt, mit gebrochenem Kehlkopf. Henriette sollte herausfinden, weshalb sich Femkes Mann Harm, der Chef der Druckerei, nach einer Tagung in Bensersiel plötzlich so verändert hat. Nun ermittelt sie im Auftrag von Femkes Tochter gemeinsam mit ihrer Nichte Jantje im Mordfall weiter. Der mögliche Täterkreis ist groß, denn die Hintertür des Hauses stand immer offen. Doch wer hatte ein Motiv für diese Tat? Der Fall ist ein großes Rätsel, und noch ahnen die Detektivinnen nichts von dem gewissenlosen Plan des Täters...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955735470
    Verlag: Klarant
    Größe: 573 kBytes
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Mordsplan. Ostfrieslandkrimi

1. Kapitel

Fest umklammerte sie die gummibereiften Räder, schob sie nach vorne und positionierte den Rollstuhl seitlich zur Fensterbank ihrer Küche. Mit beiden Händen stützte sich Femke Ahlrichs etwas ab und beugte sich vor, um besser durch die Sprossenfenster nach draußen sehen zu können. Was sie sah, war eine dicke Nebelsuppe, die die Straße des ostfriesischen Ortes Nüttermoor in einen grauen Schleier hüllte. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass es erst halb zehn am Vormittag war.

Kraftlos ließ sie sich zurückfallen, lenkte dann den Rollstuhl zur Anrichte, auf der ein Stövchen mit einer Teekanne stand, und goss sich eine Tasse Tee ein. Auf Kluntje und Sahne verzichtete sie weitgehend, aber nicht ganz freiwillig. Sie hatte seit ihrem Reitunfall vor fast zwei Jahren einige Kilos zugenommen. Um nicht noch mehr Einschränkungen bei der Beweglichkeit hinnehmen zu müssen, hatte sie beschlossen, auf die zusätzlichen Kalorien zu verzichten.

Wie eine alte Frau, schoss es ihr durch den Kopf. Dabei war sie erst fünfundfünfzig Jahre alt. War das alt? Nein, sie war gerade in der Mitte des Lebens angekommen. Die Tage glichen sich wie eine Perle der anderen auf einer Perlenkette. Kaum unterscheidbar und immer gleichförmig. Wie sollte sie diesen Tag herumbringen? Zäh verging eine Stunde nach der anderen. Manchmal kam ihre Nachbarin Trientje herüber und leistete ihr Gesellschaft.

"Ik hebb kien Tied", ließ sie meistens schon beim Eintreten in Femkes Küche verlauten.

"Auch wenn du keine Zeit hast, für einen Tee wird es schon noch reichen", bemerkte Femke stets und schob einen Stuhl einladend zurecht.

"Gut, ein Koppke Tee geht immer, dann muss ich aber los", meinte Trientje daraufhin. "Wim benötigt schließlich seine Kartoffeln zum Mittagessen und legt Wert auf eine anständige Tasse Tee nach seinem Mittagsschlaf."

Wenn sie alleine im Haus war, wandte sich Femke dem Wäschekorb zu, der auf einem der Küchenstühle stand. Britta, eine junge Mutter aus dem Ort, kam jeden Tag und kümmerte sich um den Haushalt.

So gut es ging, versuchte Femke, selbst Ordnung zu halten, aber ihr waren Grenzen gesetzt. Harm schmiss seine Klamotten überallhin, wobei Femke nur das Erdgeschoss im Auge hatte. Seit dem Unfall war sie nie wieder im ersten Stock ihres Elternhauses gewesen. Sie kannte jede Ecke des Gulfhofs, roch jeden Tag den etwas muffigen Geruch aus dem Keller, der durch die Ritzen der Holztür drang. Das Knarren der Treppe und des Gebälks war ihr so vertraut wie anderen Leuten ihr Fernsehsessel. Im Sommer hielt sie sich lange im Garten auf, beschnitt die Rosen, soweit es ihr möglich war, pflanzte Setzlinge ein oder bemalte Blumentöpfe. In dem ehemaligen Stallgebäude lagerten Dinge aus der Druckerei.

"Bist du schon wieder fleißig?", fragte Trientje, die abwartend in der Küchentür stand. "Ich muss gleich zum Bus. Zahnarzt." Dabei verzog sie schmerzverzerrt das Gesicht.

"Tee?", bot Femke ihrer Nachbarin eilig an, in der Hoffnung auf ein wenig Unterhaltung.

Statt einer Antwort nahm Trientje den Wäschekorb vom Stuhl und setzte sich. Femke nahm eine saubere Teetasse und goss ihrer Besucherin ein.

"Harm schon weg?", wollte Trientje wissen, ließ zwei Kluntje in ihren Tee fallen und goss einen großen Schwung Sahne hinterher.

"Er geht ja immer früh in die Firma, obwohl es ihm schwerfällt, morgens aus dem Bett zu finden. Aber du weißt ja, wie das ist, die ganzen Drucksachen müssen raus." Ihr Vater, Gründer der Druckerei Remmers, hatte es ebenso gehalten und war immer einer der Ersten in der Druckerei gewesen.

"Du musst mehr unter Leute, Femke." Trientje Peters war jetzt sehr ernst. "Du versauerst hier noch. Und das Leben geht an dir vorbei."

"Ich weiß, aber Harm hat so wenig Zeit und die Kinder, die haben ihr eigenes Leben." Das war eine der stereotypen Antworten, die Femke für solche Fälle bereithielt.

Trientje Peters schlang ihren Schal

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