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Mr. Perkin kauft sich eine Bank von Buthe, Hef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Mr. Perkin kauft sich eine Bank

Perkin erbt nach dem Tod seiner Frau Siu ein Milliardenvermögen. Schnell wird ihm klar, dass er diesen Nachlass besser nicht angenommen hätte. Die eigentlichen Eigentümer des Geldes melden sich. Es ist die Stiftung einer chinesischen Auslandstriade. Und die ist alles andere als gemeinnützig in ihren Methoden Forderungen einzutreiben...

Hef Buthe, geboren 1946, durchstreifte von 1968-1975 die USA, Südamerika und Südostasien und berichtete als Reporter über den Vietnamkrieg, den Bürgerkrieg in Nicaragua und Yom Kippur. Danach folgten Aufenthalte auf Borneo, in Japan und Sibirien. Während seines anschließenden Studiums der Wirtschaftswissenschaften gründete er mit einem Freund eine Beraterfirma in Hongkong. 2000 zog er sich aus den Geschäftsleben zurück. Heute wohnt er mit seiner Frau, einer bekannten Drehbuchautorin, in Deutschland und widmet sich dem Schreiben von Krimis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 10.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958650329
    Verlag: 110th
    Größe: 1060 kBytes
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Mr. Perkin kauft sich eine Bank

30. Juli 1999, Changi Airport, Singapur

Der Flughafen hatte nach eigenen Angaben mehr als fünftausend Starts und Landungen pro Woche. Das waren mehr als siebenhundert pro Tag, und ausgerechnet die Zwanzig Uhr Maschine aus Hongkong hatte Verspätung.

Nicht, dass es ChiChi irgendwie peinlich war, dass er sich den Rolls-Royce samt Fahrer Louis ohne Perkins Genehmigung ausgeliehen hatte. Nein, es war ärgerlich, dass der Strauß Rosen, den er aus dem Kühlautomaten einer Selbstbedienungskette für viel Geld gezogen hatte, bereits zu verwelken begann.

ChiChi seufzte und suchte sich einen dieser Plastiksitze, die wohl auf allen Flughäfen der Welt gleich aussahen. Zu unbequem zum Sitzen und noch unbequemer zum Schlafen. Aber, er hatte die Ankunftstafel im Blick. Resigniert steckte er den Rosenstrauß in einen Müllbehälter und dachte nach.

Miss Huang war schnell von seiner Idee begeistert gewesen, in ihren Spielcasinos in Las Vegas und Atlantic City nicht immer die gleichen Künstler, sondern einen Teil des chinesischen Staatszirkus auftreten zu lassen. Sie hatte ihm eine entsprechende Vollmacht ausgestellt, im Namen der Stiftung zu verhandeln. Die Verhandlungen in Peking waren auch nicht schlecht gelaufen, bis irgendetwas im politischen Hintergrund umgeschlagen war. Man hatte ihm nur eine Person zugestanden hatte, die das Land für drei Monate verlassen durfte. Und auf die wartete er nun auf seinem Plastiksitz und baumelte mit den Beinen, die zu kurz waren, um den Boden zu erreichen. Ihm lief die Zeit davon, da es um 21.00 Uhr ein Dinner mit Perkin und ein paar wichtigen Personen geben sollte, die er dringend für seinen Plan brauchte.

Gleichzeitig Peking, Wirtschaftsministerium

Anwesende:

Herr So Kam, Sekretär für wirtschaftliche Entwicklung

Herr Tam Chi, Sekretär für Finanzdienstleistungen und den Staatsschatz

Herr Tong Hin, Sekretär für Finanzen

Herr Wong Yan, Abgeordneter der Sonderentwicklungszone Hongkong

Herr Lee Sun, Sekretär für Transport und Sicherheit, Hongkong

Herr Chan Tak, Staatssicherheit und Information

Herr So eröffnete die eilig zu später Zeit anberaumte Sitzung und deutete mit seinem Stift auf Herrn Chan.

"Chan, was ist da in Las Vegas schief gegangen? Wir brauchen Informationen, was die Amerikaner planen. Werden sie in die Ausschreibung um die Spiellizenzen in Macau einsteigen, und wenn wie? Wir sollten das wissen, sonst müssen wir mit diesem Stanley Ho anders verfahren."

"Der kann ohnehin von der Bildfläche verschwinden!", knurrte Herr Wong. "Der fühlt sich wie der Herrscher von Macau und baut schon wieder ein neues Casino neben dem Alten."

Herr So wehrte mit einer unwirschen Handbewegung ab. "Wir brauchen Ho. Ob es uns passt oder nicht. Wir brauchen ihn nur zusammenstutzen. Aber dazu müssen wir wissen, inwieweit die Amerikaner einsteigen. Also, Chan, Sie sind der Geheimdienstchef, der für Informationen zu sorgen hat." Er lehnte sich zurück und rauchte.

Chan ging seine Aufzeichnungen durch und wog den Kopf hin und her.

"Perkin heißt das Problem. Dieser kleine miese Anwalt aus Singapur scheint alle Teufel auf seiner Seite zu haben."

"Das ist mal wieder typisch unser Geheimdienst. Sobald es Probleme gibt, sind andere schuld. Wo soll das hinführen, wenn wir nicht die geringste Information haben, was die Amerikaner vorhaben?" Lee Sun, Sekretär für Transport und Sicherheit in der Sonderregion Hongkong schlug mit der Hand auf den Tisch. Die übrigen Anwesenden nickten beifällig.

Chan blätterte in den Mappen, die er vorsorglich mitgebracht hatte. Er hatte es vorausgesehen, dass die politische Führung, die in wenigen Monaten für das Spielerparadies Macau verantwortlich sein würde, nervös wurde. Er hatte sich seinem Rang entsprechend als Oberst gekleidet. Vielleicht hielt ihm seine Uni

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