text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Mucho Mojo Ein Hap & Leonard-Roman von Lansdale, Joe R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2015
  • Verlag: Golkonda Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mucho Mojo

Was ist schlimmer: Das vermüllte Haus eines Messie-Onkels zu erben, mitsamt Kinderleiche im Keller, oder Nachbarn, die dummdreiste Drogendealer sind? Jedenfalls müssen Leonard Pine und sein treuer Kumpel Hap Collins da erst mal richtig aufräumen. Und dann, mit oder ohne Hilfe der Polizei, das Rätsel um die furchtbaren Kindermorde lösen. 'Mucho Mojo' ist, nach 'Wilder Winter', das zweite Abenteuer des texanischen Desaster-Duos, und auch hier fließen wieder jede Menge Blut, Schweiß und Lachtränen! 'Sag mal, der Pfahl mit den Flaschen dran. Was soll das darstellen? Gartenschmuck?' 'Das is so 'n Mojo-Scheiß. Schützt vor bösen Geistern. Die sollen in die Flaschen kriechen und sich verfangen. Oder vielleicht werden sie auch in was Harmloses verwandelt, wenn sie drin stecken. Weiß nich so genau. Als kleiner Junge hab ich die Dinger hin und wieder gesehn. Und davon reden gehört. Aber Onkel Chester hat nie an so 'n Müll geglaubt. Der war Realist. Rational wie 'n Scharfrichter.' 'Es gibt öfter Sachen, die man nich vermutet, Leonard. Selbst bei so engen Freunden wie uns beiden. Mein Gott, wer weiß, vielleicht hör ich zu Hause Polka.' Dt. Erstausgabe 1996 unter dem Titel 'Texas Blues' Krimi, Horror, Science Fiction, historischer Roman ? Joe R. Lansdale ist als Schriftsteller in zahlreichen Gefilden zu Hause. Der gebürtige Texaner weiß nicht nur durch seine Ideenvielfalt und seinen schwarzen Humor zu überzeugen, es ist vor allem seine erzählerische Urwüchsigkeit, die seine Fans begeistert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 268
    Erscheinungsdatum: 30.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944720821
    Verlag: Golkonda Verlag
    Serie: Hap & Leonard 2
    Originaltitel: Mucho Mojo
    Größe: 4951 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mucho Mojo

Kapitel 4

Im Haus war es heiß und muffig, der Kamin mit Müll vollgestopft, Spinnweben in allen Ecken. Bei jeder Bewegung wirbelte Staub auf und schwebte im Sonnenlicht, das durch die dick verhängten Fenster leckte. Hinzu kam ein übler Gestank aus den verschiedensten Quellen. Eine musste Onkel Chester höchstpersönlich gewesen sein, da war ich ziemlich sicher. Wenn man in einem Haus stirbt und dort noch ein paar Tage in der Hitze rumliegt, wird man halt etwas überreif, genau wie die Umgebung.

Ich ließ die Haustür offen. Nicht dass es viel genützt hätte. Draußen wehte kein Lüftchen.

"O Mann", sagte Leonard. "Kann man sich gar nich vorstellen, dass er hier gewohnt hat."

Angesichts seiner aromatischen Hinterlassenschaft erschien mir das strittig, aber ich sagte nur: "Er war 'n alter Mann, Leonard. Vielleicht hat er sich nich mehr viel bewegt."

"So alt war er nich."

"Du hast seit Jahren nichts von ihm gesehn oder gehört. Wer weiß, wie schlecht er drauf gewesen is."

"Vielleicht war's so was wie 'n letzter Stich ins Herz, dass er mir das hier vererbt hat. Als Kind hab ich das Haus geliebt. Das war ihm klar. Scheiße, sieh's dir jetzt an."

"Ach, vielleicht hat er auf seine alten Tage seinen Frieden gemacht. Die Vergangenheit ruhen lassen. Miss Grange hat doch gesagt, du erbst auch 'n bisschen Geld von ihm."

"Konföderiertes wahrscheinlich."

Wir gingen weiter durch das Haus. Die Küche war heillos zugemüllt, im Spülbecken türmte sich verdrecktes Geschirr, und der Mülleimer quoll über vor Papptellern und Fast-Food-Verpackungen. Ringsum stapelten sich Abfälle. Offenbar hatte Chester den Eimer irgendwann nicht mehr rausgebracht und dafür alles in die Ecke drum herum geschmissen.

Darüber kreisten Fliegen als surrende Flugstreife. In einer Fast-Food-Schachtel auf der Küchentheke wuselte etwas in einem grünen Matsch herum, der entfernt an ein Stück Enchilada erinnerte: Maden.

"Also, wenn du mich fragst, hat er todsicher hier gewohnt", sagte ich.

"Scheiße", fluchte Leonard. "Die Bescherung is nich in drei Tagen entstanden."

"Nee. Da hat er 'ne Weile dran gearbeitet."

Hinter der Küche war ein Schlafzimmer. Wir gingen rein, es war vergleichsweise ordentlich. Auf dem Nachttisch neben dem Bett lag eine abgegriffene Hardcover-Ausgabe von Thoreaus Tagebuch Walden . Das war Leonards Lieblingsbuch, besonders wegen des Kapitels Selbstvertrauen . Ich schaute mich im Zimmer um. Eine Wand war zum größten Teil von einem Bücherschrank mit gläsernen Schiebetüren verdeckt.

Leonard ging zum Vorhang und zog ihn auf. Das Fensterglas war schmutzig gelb und voller Fliegendreck. Der Rahmen war von außen vergittert, dahinter sah man das Haus, wo Mohawk, Festwagen und die anderen Ärsche hausten.

"Der alte Mann hatte Schiss", sagte ich.

"Der hat niemals vor irgendwas Schiss gehabt", widersprach Leonard.

"Mit dem Alter muss man irgendwann Schiss kriegen. Mut hängt immer von deiner Größe und körperlichen Verfassung ab, und vom Kaliber deiner Knarre. Manchmal auch davon, wie viel Schnaps, Crack oder Heroin du intus hast."

"Alter, das war nie 'ne piekfeine Gegend hier, aber jetzt is sie echt total vor die Hunde gegangen."

"Da sind nich mal mehr die Hunde scharf drauf."

"Der Mist da drüben. Das is mir echt zu hoch. 'n Crackhaus, sieht doch jeder Blinde mit 'm Krückstock, und was machen die Bullen? Der Kleine auf der Veranda, der hat 'ne volle Ladung Smack gekriegt. Einfach so, vor Gott und der ganzen Welt."

"Der Schuss war bestimmt gratis", sagte ich. "Smack is nich billig. Später, wenn er angefixt is, drehn sie ihm Crack an, nur mal so zum Probieren. Das nimmt er, und danach kommt er wieder, weil er drauf is und weil's billig is. Mit fünf Dollar sind die Kiddies dabei. Dafür müssen sie natürlich geklauten Kleinkram versilbern, aber was soll's."

Leonard zog den Vorhang zu,

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen