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Nürnberger Frösche Ein Hänsel und Gretel Krimi von Brackston, Paula J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Nürnberger Frösche

Nürnberg, 1777. Albrecht Dürer der viel viel Jüngere hat nach Gretel geschickt, da ihm einige seiner wertvollsten Bilder gestohlen wurden. Anders als sein fast gleichnamiger Vorfahr hat er sich auf ein einziges Motiv spezialisiert: Frösche. Verdächtige gibt es viele: sein lottriger Sohn Leopold, ein zwielichtiger Hotelmanager, Albrechts viel zu freundliche Pflegerin, sowie sein skrupelloser Kunstagent. Und welche Rolle spielt der mysteriöse 'Geheimbund der Betenden Hände'? Bald geschieht ein erster Mord ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 319
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838759012
    Verlag: Bastei Lübbe
    Originaltitel: The Frog Prince
    Größe: 518 kBytes
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Nürnberger Frösche

2

E igentlich hatte Gretel packen wollen, sobald sie zu Hause ankäme, doch der Anblick ihres geliebten Sofas, verbunden mit der Erkenntnis, dass sie den Ball verpassen würde, sollte sie sofort nach Nürnberg reisen, entfalteten eine lähmende Wirkung.

Sie machte es sich auf dem gemusterten Möbel bequem, ergab sich der schützenden Umarmung von seidenbezogenen Polstern und Kissen und nippte an einer mit Branntwein versetzten heißen Schokolade. Sie kam nicht umhin, sich einzugestehen, dass sie ziemlich von der Rolle war. Normalerweise eine tatkräftige Frau, hatten sie die Last der Sorge darüber, Geld auszugeben, das sie nicht hatte, zu einem Zweck, der sich womöglich nicht auszahlte, gepaart mit dem Gedanken, dass Strudel ihr jeden Moment großen Ärger bereiten konnte, in Kombination mit der Enttäuschung darüber, nicht von General Ferdinand durch den Saal gewalzert zu werden, sie zermürbt.

Und nun war sie der Ennui zum Opfer gefallen. Schwäche beherrschte ihr Dasein. Trägheit hatte sie am Kragen gepackt. Der physische Schmerz, der mit dem Gedanken einherging, sich von derartigen Mengen an Geld zu trennen, wie sie eine Woche oder zwei im Grand Hotel erfordern würde, machte sie handlungsunfähig. Und Hans trug seinerseits zu ihrem Leiden bei, indem er sich beklagte, dass sie ihn nicht mitnehmen wolle. Nur sein Versuch, sie mit köstlichen Naschereien umzustimmen, spendete ihr ein wenig Trost.

"Ich finde immer noch, dass du verdammt knauserig bist, Gretel. Die ganze wurstessende Welt ist neidisch auf das Weißwurstfest, und übernächste Woche findet es statt wann wird mir je wieder solch eine Chance begegnen?"

"Wirklich, Hans, hast du eine Wurst gesehen, dann hast du ohne Zweifel alle gesehen."

"In diesem Punkt irrst du. Dies ist das Megaweißwurstfest, und es findet nur alle siebzehn Jahre statt. Man wird versuchen, die größte Weißwurst der Welt herzustellen. Zeig mir einen Menschen, den das nicht beeindrucken würde."

"Du hast ihn vor dir."

"Du bist ziemlich zynisch geworden auf deine alten Tage, Schwester mein."

"Mich als alt zu bezeichnen, wird dich nicht voranbringen." Als sie sah, dass die Lippe ihres Bruders zu zittern begann, legte sie erst richtig los. "Pass auf, es hat keinen Sinn, deswegen ein großes Trara zu veranstalten. Wie ich schon sagte, es geht ums Geschäft, nicht darum, dass du durch die Stadt schleichst und mit vollen Händen Geld für Schokoladenkuchen ausgibst und dich in teuren Stadtschänken besäufst, obwohl es hier eine billige gibt, die absolut ausreichend ist und in der du dich schon seit Jahren erfolgreich volllaufen lässt."

"Aber das Megawurstfest ?" Hans hob die Arme zu einem inniglichen Appell, nur um sie wieder fallen zu lassen, als die Verzweiflung ihn zu übermannen drohte. "Die größte, die je "

"Wieso ist unser Land eigentlich so besessen von Superlativen? Jede Stadt prahlt mit etwas, das das Größte, das Tiefste, das Älteste ist ein bisschen Mittelmaß kann nicht schaden, wenn du mich fragst. Außerdem werde ich ein Zimmer im Grand Hotel nehmen müssen, und deren Preise treiben mir die Tränen in die Augen", sprach sie, gefolgt von einem reichlich humorlosen: "Ha! Vielleicht versuchen sie ja, das teuerste Hotel mit den höchsten Zimmerpreisen zu werden."

"Das Grand Hotel! Jetzt weiß ich, dass du absichtlich grausam bist. Wolfies Wohnung ist gleich gegenüber. Ich könnte bei ihm absteigen und wäre von dir aus auf der anderen Seite des Platzes, und dann müsstest du nur meine Fahrtkosten und ein bisschen Taschengeld für mich aufbringen."

"Wolfie?"

"Wolfie Brezel. Aus der Schule. Erinnerst du dich nicht?"

"Direkt gegenüber vom Grand Hotel, sagst du?"

"Direkt. Ich erinnere mich, ihn einmal in den Osterferien besucht zu haben, und wir saßen auf seinem Balkon und konnten direkt

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