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Nebelbrücke Der achtzehnte Fall für August Häberle von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Nebelbrücke

Botschaft aus dem Jenseits? Ein Unternehmer aus Ulm erh"lt dubiose E-Mails, deren Absender behauptet, vor 49 Jahren ermordet worden zu sein. Die Details, die er dazu offenbart, scheint auáer den Betroffenen niemand zu kennen. Als sich zudem immer mehr Merkw rdiges und Mysteri"ses ereignet, geht der Unternehmer auf den Vorschlag des anonymen E-Mail-Schreibers ein. Ein gef"hrliches Vorhaben, das ihn bis nach Tirol f hrt. Manfred Bomm wohnt am Rande der Schw"bischen Alb. Er hat 2004 mit dem Krimischreiben begonnen und die Figur des August H"berle nach einem realen Vorbild bei der Kriminalpolizei G"ppingen entworfen. Bereits fr hzeitig hat er sich dem Journalismus zugewandt und war lange Zeit in G"ppingen und sp"ter in seiner Heimatstadt Geislingen f r Polizei und Gerichtsreportagen zust"ndig. Seit dem Ruhestand widmet er sich nun ganz den Kriminalromanen. Er f hlt sich eng mit Land und Leuten verbunden, liebt die Natur, das Wandern, Reisen und Radeln und ist auch Sportflieger. Wichtig ist ihm, alle beschriebenen Schaupl"tze selbst aufgesucht zu haben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 537
    Erscheinungsdatum: 07.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839256589
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2203 kBytes
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Nebelbrücke

9

Sven Temming hatte bis spätabends in seinem Büro gearbeitet, E-Mails gelesen und dabei immer wieder den Gedanken an diesen jungen Mann verdrängt. Adam Jarowski war kein sehr angenehmer Zeitgenosse. Aufsässig, egoistisch und unberechenbar. Temming hatte den Umgang mit Personal nie gelernt und kompensierte fehlende Menschenführung mit Arroganz. Zwar hatte er erst ein Jahr lang das Sagen, aber spürte längst, wie ihm von Seiten der Mitarbeiter ein Unbehagen entgegenschlug. Sein Vater Walter war zwar auch herrschsüchtig und polternd gewesen, hatte aber eine natürliche Autorität ausgestrahlt, die ihm Respekt verschaffte. Er, der notgedrungen in dessen Fußstapfen treten musste, verscherzte tagtäglich ein Stück mehr an Sympathie und wurde zur beliebten Zielscheibe eines - wie er es empfand - geradezu militanten Betriebsratsgremiums, das von den Gewerkschaften unterlaufen war.

Jarowski würde gewiss alle Register ziehen, um die Entlassung hinauszuzögern und womöglich eine Abfindung zu erstreiten. Denn die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben wurden, fußten auf einer Reihe von Behauptungen anderer Mitarbeiter. Habhafte Beweise, dass Jarowski mit einer aggressiven Aktionsgruppe von Umweltschützern zusammenarbeitete, gab es hingegen nicht. Und Jarowski war gewiss clever genug, um zu behaupten, er pflege rein aus beruflichem Interesse enge Kontakte zu jenen Kreisen, die in der Chemieindustrie die Giftmischer der Nation sahen.

Temming überkam plötzlich ein ganz anderer Gedanke: Typen wie Jarowski war es auch zuzutrauen, dass sie zu ganz anderen Mitteln griffen. Die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung hatte in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Und womit Politiker jederzeit rechnen mussten, das galt für die Wirtschaftsführer erst recht. Temming junior war von diesem Szenario verunsichert. Er musste an seine junge Frau Sylvia und den vierjährigen Sohn Felix denken. Nicht selten waren in der Vergangenheit die Angehörigen von Inhabern großer Firmen entführt worden. War so etwas auch von Jarowski zu befürchten? Temming versuchte, sich zu beruhigen. Dass er jetzt übernervös und gereizt reagierte, lag ganz gewiss an dem stressigen Tag, den er heute durchzustehen hatte.

Kurz nach 21 Uhr entschied er, den Computer in den Ruhemodus zu schicken und nach Hause zur Familie zu fahren. Er knipste die Lichter im Büro aus und verließ das weiträumige Firmenareal. Wenige Minuten später rollte sein nagelneuer dunkler Mercedes GLC aus der Tiefgarage, vorbei am Pförtner, dem Temming freundlich zuwinkte.

Der Herbstabend war unwirtlich und längst dunkel. Für einen Moment trauerte Temming den hellen Sommertagen nach, die unendlich lang zurückzuliegen schienen. Die Fahrt führte ihn aus dem Ulmer Stadtrandgebiet hinaus auf die B 30, auf der in Richtung Friedrichshafen nur wenig Verkehr herrschte. Bereits zwei Ausfahrten weiter verließ er sie bei Laupheim wieder, um ein beschauliches Wohngebiet in der Nähe des dortigen Flugplatzes anzusteuern. Der Asphalt der kleinen Nebenstraße glänzte feucht, vereinzelt flatterte Laub durch die Oktobernacht. Der Nieselregen schien das Licht der Straßenlampen zu neutralisieren.

In Sichtweite zu seinem geräumigen Einfamilienhaus schwenkte das Garagentor auf, sodass er den SUV-Mercedes auf der breiten Hofeinfahrt mit einem weit ausholenden Bogen ins Trockene chauffieren konnte. Sofort ließ er hinter sich das Tor nach unten gleiten - aufmerksam prüfend, dass sich niemand ungesehen hereinschleichen konnte. Und wieder spürte er das Unbehagen, das ihn seit dem Zusammentreffen mit Jarowski heute beschlichen hatte.

Nie zuvor war ihm die schlechte Beleuchtung dieser Nebenstraßen aufgefallen. Nie zuvor hatte er befürchtet, jemand könnte sich über die Garage Zugang zum Haus verschaffen. Heute hingegen hatte er gelauscht, ob das Tor auch tatsächlich in die automatische Verriegelung fiel. Erst danach öffnete er die Verbindungstür zum Haus, knipste im

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