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Nebeltod Nordsee-Krimi von Ohlandt, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Nebeltod

Die kälteste Seite der Nordsee Ein grauer Novembertag in Nordfriesland. Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo bearbeitet einen bizarren Fall: Bei Niebüll wurde ein Mann auf die Gleise gefesselt und vom Zug überrollt. Wenig später erhält die Polizei ein Foto des Opfers mit der Aufschrift SCHULDIG. Ein Racheakt, vermutet Benthien. Die Ermittlungen führen ihn auf die Insel Föhr, in eine exzentrische Künstlerkommune. Dort schlägt der Mörder erneut zu. Wer steckt hinter den Morden? Ist es einer der Künstler? Privat hat Benthien ebenfalls Sorgen: In seinem Haus auf Sylt scheint ein Geist umzugehen ... Der dritte Fall für den beliebten norddeutschen Hauptkommissar John Benthien

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 511
    Erscheinungsdatum: 11.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732515011
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: John Benthien 3
    Größe: 697 kBytes
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Nebeltod

Kapitel 1

Es ist seltsam:

Die Menschen klagen darüber, dass die Zeiten böse sind.

Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selbst!

Denn: Nicht die Zeiten sind böse, sondern unser Tun.

Wir sind die Zeit.

Augustinus von Hippo (354-430 n. Chr.), Philosoph, Kirchenlehrer

Er hatte sich alles reiflich überlegt.

Dort, wo er sich verstecken wollte, um auf das Auto des alten Mannes zu warten, würde es kalt und feucht sein. Deshalb zog er zwei dicke Norwegerpullover übereinander, stieg in die Anglerhose und verstaute seine Dreadlocks unter einer voluminösen Wollmütze, die er sich tief in die Stirn zog.

Er küsste seine Frau, die noch tief und fest schlief, auf die Wange, dann machte er sich auf den Weg. Er war es nicht gewohnt, so früh aufzustehen. Wann immer es ging, schlief er in den Tag hinein. Doch sein Groll und sein Plan, etwas dagegen zu tun, hatten ihn wachgehalten und ihm schlechte Träume beschert. Jetzt war er froh, dass er endlich handeln konnte.

Er stieg in den Wagen.

Ein dichtes Eichengebüsch, das auch jetzt, im November, noch Blätter trug, sollte ihm als Versteck dienen. Es lag am Rande des Langenberger Forstes, war jedoch von keiner Seite einsehbar. Dort wollte er warten, bis der Geländewagen des Alten in Sicht kam. Und dann ... würde es knallen. Er lächelte befriedigt und tätschelte die Repetierbüchse, die neben ihm auf dem Beifahrersitz lag.

Retzows eigene Büchse!

Noch gestern Nacht war er zu dem einsamen Anwesen gefahren, das mitten im Wald lag; er hatte den Wagen hinter den wilden Brombeeren versteckt und die letzten fünfzig Meter zu Fuß zurückgelegt.

Natürlich war die riesige ehemalige Scheune, die jetzt vier Pkw und etliche Gartengeräte beherbergte, nicht verschlossen gewesen, natürlich hatte der Schlüssel zum Gewehrschrank genau dort gelegen, wo Micha ihn zu "verstecken" pflegte, nämlich in einem alten, dreckigen Blumentopf unter ein paar Tonscherben.

Im Licht seiner Taschenlampe hatte er leise den Schrank geöffnet, die alte Jagdflinte herausgeholt und bei dem Gedanken grinsen müssen, dass der Alte bald Bekanntschaft mit seinen eigenen Patronen machen würde. Er hatte es mehr als verdient! Und nein, eine Absicht würde man ihm nicht nachweisen können, falls man ihn jemals schnappte. Schwarzwild, Fasane, Kaninchen, Feldhasen, Füchse, Waschbären, all dieses Wild durfte zurzeit gejagt werden. Was lag da näher, als einen Unfall zu vermuten, eine verirrte Kugel, die den Wagen erwischt hatte. Tja, so ein Pech aber auch!

Zum Glück hatte er gestern gerade zu der Zeit die Tankstelle betreten, als der Alte, herablassend und gönnerhaft wie immer, dem Pächter erzählte, dass er heute Morgen ganz früh aufbrechen wolle, um im Jardelunder Moor zu jagen. Ihn hatte er selbstverständlich nicht beachtet.

So saß er nun zu dieser gottlos frühen Stunde in seiner Karre und fror sich den Hintern ab, weil die Heizung mal wieder nicht funktionierte. Mit den Unterarmen das Steuer haltend, wickelte er ein Kaugummi aus und schob es sich in den Mund. Das Papier ließ er achtlos fallen. Dann bremste er jäh. Hätte er doch beinahe die Einfahrt in sein Versteck verpasst, nämlich den alten Wirtschaftsweg, der in den Wald führte und so viele vermatschte Reifenspuren aufwies, dass seine eigenen ganz gewiss nicht auffallen würden. Er stellte den Wagen etwas abseits des Fahrweges unter zwei Fichten ab, nahm die Büchse und machte sich auf den Weg zu seinem Gebüsch. Sobald er ein Auto kommen sah, sprang er hinter einen Baum, aber von Verkehr konnte um diese Zeit keine Rede sein. Wenn der Alte käme, wäre es sicher noch dämmrig, trotzdem, hundert Pro, würde er den Wagen erkennen, da machte er sich gar keine Sorgen. Die LED Angel Eyes zusammen mit dem großen, jetzt verbotenen Frontbügel waren nicht zu übersehen. Aber das war typisch für Retzow. Der war so verliebt in seinen verchromten Kuhfänger, dass er s

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