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Niemals Thriller von Pflüger, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2017
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Niemals

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Da erfährt sie, dass ihr Todfeind ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen hat. Aaron muss nach Marrakesch. Dort wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert. Und die Hölle bricht los ... Andreas Pflüger wurde 1957 in Thüringen geboren. Er wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Zu seinen Werken gehören Theaterstücke, Drehbücher für Kino- und Fernsehfilme, Hörspiele und Romane. Die Reihe um seine blinde Ermittlerin Jenny Aaron, bestehend aus Endgültig , Niemals und Geblendet , erscheint seit 2016 im Suhrkamp Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 475
    Erscheinungsdatum: 09.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518751909
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Jenny Aaron 2
    Größe: 1492 kBytes
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Niemals

ROM
vor zehn Jahren

Sie hat sich den Mann , für den sie vielleicht sterben muss, größer vorgestellt. Als sie aus dem Grand Hyatt Berlin in den Nieselregen tritt, sieht sie ihn an dem James-Dean-Porsche lehnen, im Gesicht ein Lächeln wie eine Postkarte aus dem Süden. Sie geht auf ihn zu, weiß, dass er sie küssen wird. Seine Lippen sind kühl auf ihrer Wange. Er riecht nach einer scharfen Rasur und Selbstvertrauen, das kein Aftershave braucht. Allein die Sekunde, die er sie länger als nötig im Arm hält, verrät seine Überraschung, wie schön sie ist. Das genügt ihr als Kompliment.

Lässig, dass man meinen könnte, es sei eine Spritztour, fährt er zum Flughafen, und sie reden wie zwei, die sich seit Wochen nicht gesehen haben, weil sie beide wahnsinnig beschäftigt sind und sie in Rotterdam lebt. Für einen Iren ist sein Deutsch beeindruckend. Und der Charme, mit dem er an den Umlauten scheitert, macht es perfekt. Er nennt sie Sarah, wie es ihre Legende verlangt; den Namen Jenny Aaron hat er nie gehört.

Sie wissen, dass jedes Wort aufgezeichnet wird.

Aaron erzählt von einem Businesslunch mit einer vielversprechenden Berliner Bildhauerin, die sie für ihr Internet-Auktionshaus gewinnen möchte. Als sie den Checkpoint Charlie passieren und er sie von einem Freund grüßt, Benjamin, der es schade gefunden habe, dass sie gestern Abend noch nicht in der Stadt gewesen sei, zieht sie die Lippen nach und checkt im Spiegel, ob sie verfolgt werden.

7er BMW. Zwei Männer. Ziemlich dicht dran.

Auf der Kochstraße beschleunigt der Porsche.

"Liebling, fahr bitte langsamer, ich habe Kopfschmerzen."

"Tut mir leid, Darling."

Beruhigt sieht sie, dass der BMW überholt.

Gähnend lässt er fallen, dass er erst um eins ins Bett kam, fünf Stunden bis zum Wecker, ein Whiskey zu viel, woran natürlich Benjamin schuld gewesen sei; heute endlose Meetings, er fühle sich wie ein Boxer in der elften Runde. Nur dass seine gletschergrauen Augen glänzen, als sei er nach fünfzig Bahnen entspannt aus einem Pool gestiegen.

Aaron könnte wetten, dass er besser geschlafen hat als sie.

Dabei hätte Leon Keyes allen Grund, Angst zu haben.

Mit Mitte dreißig war er bereits Partner in der führenden Anwaltssozietät Dublins. Er wollte mehr. Keyes ging nach Singapur und lernte, wie man Geld druckt. Als er sich mit einer Wirtschaftskanzlei in Berlin niederließ, hatte er längst ein Vermögen gemacht.

Er ist Junggeselle, joggt jeden Morgen drei Runden um den Grunewaldsee, reißt in einem Glaspalast in der Friedrichstraße achtzig Wochenstunden ab, schätzt Linguini mit Salsiccia beim besten Italiener am Gendarmenmarkt und hatte keine Ahnung, dass seine sämtlichen Telefone vom BKA abgehört wurden.

Man war dahintergekommen, dass er Schwarzgeld von Mandanten in Offshore-Gesellschaften auf Antigua versteckt hatte. In einem solchen Fall gibt es zwei Optionen - Festnahme oder das, was man auf dem Wiesbadener Neroberg unter einem soliden Investment versteht: abwarten und darauf setzen, dass ein smarter Kerl wie Keyes einen Termin mit einem der Top-Spieler in seinen Kalender einträgt.

Ende Juni war Zahltag. Er bekam einen Anruf aus Italien. Und der Name des Mannes, der sich dort mit ihm treffen wollte, war so groß, dass der BKA-Präsident sich sofort einen Termin beim Bundesinnenminister geben ließ.

Matteo Varga.

Capo dei Capi der Camorra. Auf den Fahndungslisten von einem Dutzend Länder.

Er lud Leon Keyes übers Wochenende nach Rom ein, um ein Geschäft mit ihm zu besprechen.

Näheres unter vier Augen.

Natürlich wusste Keyes, mit wem er es zu tun hatte. Es spricht für ihn, dass er sich Bedenkzeit ausbat. Wenig später kreuzten BKA-Fahnder in der Friedrichstraße auf und machten ihm klar, dass sein bisheriges Leben vorbei war. Der Bleistift, den Keyes in der Hand hielt, zerbrach. Eine größere Gefühlsregung gestattete e

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