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Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken von Milchman, Jenny (eBook)

  • Erschienen: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

Denk nicht, du hast alles hinter dir gelassen
Sandra hat alles. Ein Traumhaus mitten in der Natur. Einen Mann, der sie auf Händen trägt. Eine 15-jährige Tochter, ihr großes Glück. Bis aus dem Traum ein Alptraum wird: Zwei Fremde dringen in ihr Haus ein, schlagen ihren Mann brutal nieder und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln. Draußen tobt ein Sturm. Es gibt keinen Ausweg. Schon gar nicht für Sandra. Denn sie kennt einen der Männer - und wollte ihn um jeden Preis vergessen.

Jenny Milchman lebt mit ihrer Familie im Staat New York. Wenn sie nicht selbst schreibt, vermittelt sie anderen Autoren die Kunst des Thrillers.

Produktinformationen

    Größe: 2961kBytes
    Herausgeber: Ullstein
    Untertitel: Thriller
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 416
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783843712750
    Erschienen: 15.07.2016
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Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

Kapitel eins

Sandy Tremont stand an ihrer Kücheninsel, starrte auf die gezackte Bergkette vor ihrem Fenster und rührte in einem Topf. Sie wusste gar nicht mehr, was sie da kochte. Erst als die Sauce zu blubbern begann und Sandy Tomaten roch, fiel ihr wieder ein, dass sie sich heute für Spaghetti zum Abendessen entschieden hatte. Sie schüttelte den Kopf und blinzelte, um sich wieder auf das zu konzentrieren, was direkt vor ihr lag. Manchmal ertappte sie sich dabei, dass sie in eine Schublade griff, ohne zu wissen, warum sie sie aufgezogen hatte. Sie sollte wirklich selbst mal ein paar der Achtsamkeitstechniken üben, die sie bei ihren Patienten benutzte.

Das Fenster ging über die ganze Wand hinter der Kücheninsel. Hier war ihr Lieblingsplatz in diesem Raum. Zu einer bestimmten Zeit im Jahr hatten die Berge dasselbe Blau wie der Himmel. Und selbst jetzt, in den tristesten Wochen des schwindenden Jahres, gab es immer noch Schönes zu entdecken. Quer durch den hinteren Teil ihres Grundstücks schlängelte sich ein Bach und hüpfte munter über die Felsen. Offenbar war es kälter geworden, denn das Wasser war fast schwarz und floss zäh wie eine schlammige, teerartige Brühe. Sandy löste nur ganz kurz den Blick davon, um die Gasflamme unter ihrer Sauce niedriger zu stellen.

Als ihr Mann eine beträchtliche Summe von seinem Großvater geerbt hatte, beschloss er, ihr Traumhaus zu bauen. Eigentlich war es eher Bens Traum gewesen als ihrer; denn Sandy hatte sich Sorgen gemacht, ihre Nachbarn, die Leute aus dem Ort oder ihre Patienten könnten das neue Haus vielleicht zu protzig finden. Sandy wollte nicht auffallen. Aber um dem entgegenzuwirken, hatte Ben ein Grundstück gefunden, das so abgeschieden lag, dass es schon fast an Einsiedelei grenzte. Aber Sandy gefiel es, so viel Privatsphäre zu haben. Am Fuß des langgezogenen Hügels stand das nächstgelegene Haus, von dem lediglich das Dach zu sehen war, und das auch nur, wenn die Bäume ihre Blätter verloren hatten. Außerdem gab es zur Linken eine verlassene hochherrschaftliche Adirondack-Ferienvilla auf einem Stück Land, das um Sandys und Bens Grundstück zunehmend verfiel. Das weitverzweigte Holzrahmenhaus stand noch, hielt sich aber nur mit einer gelegentlichen Zementspritze und einem frischen Anstrich auf dem splittrigen Holz aufrecht.

Die einsame Lage machte Sandy keine Angst. Bei ihrer Arbeit drohte stets der Würgegriff von Menschen, die ihre Bedürfnisse nicht nur innerhalb ihrer Termine an den Mann bringen wollten. Da war es gut, nach Hause zu kommen und eine reale Distanz dazu zu schaffen und das Gefühl zu bekommen, wirklich alles hinter sich zu lassen.

Sandy erlaubte sich ein leichtes Lächeln. Meist konnte sie es kaum glauben, dass sie tatsächlich an diesem friedlichen, heiteren Ort wohnen durfte. Sie wünschte, Ben würde sofort nach Hause kommen, damit sie ihm sagen konnte, wie froh sie war, dass er sie zu dem Umzug gedrängt hatte. Sie rührte noch einmal in dem Topf und atmete tief ein. Die Sauce roch würzig und pikant. Als sie sie von der Platte zog, warf sie einen Blick zur Uhr, die ein Signal von sich gab. Ivy hatte noch fünfzehn Minuten, bis sie von der Schule zu Hause sein musste. Und weniger als eine Stunde, bis Ben es erfahren würde, falls sie nicht heimgekommen war.

Als Sandy etwas Pelziges an ihren Knien spürte, griff sie nach unten. "Hey, Mac, guter Junge."

Der Hund gab mit einem kurzen Bellen seine Zustimmung kund und stemmte sich gegen Sandys Hand. Von ihrem Nachmittagsspaziergang hatte er noch ein paar Kletten im Fell. Sandy zupfte und kämmte das Fell mit den Fingern und entfernte erst die filigrane, winzige Kugel und dann die Pollenkrone von einer Wolfsmilchpflanze. Mac war ein Mischling, und einer seiner Vorfahren musste ein Husky gewesen sein, denn er hatte spitze Ohren und ein durchdringend blaues Auge, während das andere braun war. Aber nicht nur an diesen Äußerlichkeiten erkannte man den Husky, es lag auch e

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