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Nix Dolci Ein Sina-Teufel-Krimi von Stern, Lara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2012
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Nix Dolci

Sina Teufel, die temperamentvolle und schlagfertige Anwältin in München, wird mit der Abwicklung des Verkaufs einer luxuriösen Wohnanlage am Gardasee betraut. Sie hat jedoch nicht lange Zeit, sich über den lukrativen Auftrag zu freuen, denn bald steckt sie in einem brisanten Fall um Immobilienspekulationen in Millionenhöhe, um Autoklau am Gardasee und eine Spielleidenschaft mit tödlichem Ausgang.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 13.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955300074
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2067 kBytes
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Nix Dolci

2
Im wirklichen Leben war Sina V. Teufel das, was man eine attraktive Frau nennt. Ein auffallender, schmaler Kopf, der Hals lang und anmutig. Unter einer Masse lockigen, tiefmaronenbraunen Haars die Augen dunkel, fast schwarz.

Nachtaugen. Sehr wach.

Auch mit ihrer Nase, die kühn wie ein Sarazenerdolch in ihrem länglichen, leicht gebräunten Gesicht stand, hatte sie sich im Lauf der Jahre angefreundet. Heute war sie froh über diesen unverwechselbaren Stempel, der ihr ein Flair von Leidenschaftlichkeit und unzähmbarer Wildheit verlieh. Heute kostete sie schon mal das Erstaunen in den - vorwiegend - männlichen Augen aus, wenn sie in ihrer mattglänzend besetzten schwarzen Anwaltsrobe den Gerichtssaal betrat.

Was will denn die hier?

In solchen Momenten pflegte ein leises Lächeln ihre Mundwinkel zu kräuseln. Würden sie sehr bald sehen. Die Anwältin Dr. Sina Teufel war berüchtigt für ihre straffen, sehr individuell geführten Rechtsvorträge. Das stellten meist nicht nur ihre Gegner binnen kurzem fest. Auch die Mandanten hatten keine andere Wahl, als sich ihrem entschiedenen, unkonventionellen Führungsstil zu beugen. Wenn sie Aussicht auf Erfolg wünschten.

Sina Teufel haßte es zu verlieren. Noch mehr aber verabscheute sie faule Kompromisse. Das Wort "Vergleich", von ebenso arbeitsscheuen wie einfallslosen bayerischen Richtern allzugern schon im Vorfeld ins Spiel geworfen, genügte, um alle Energien in ihr zu mobilisieren. Und davon besaß sie mehr, als ihre schlanke, knapp mittelgroße Gestalt auf den ersten Blick verriet.

An diesem grauen, nieseligen Aprilmorgen aber fühlte sie sich ausgesprochen schlapp. Aus dem deckenhohen Spiegel, illuminiert von schlecht imitierten Ingo-Maurer-Halos, starrte sie erbarmungslos ein wenig berückendes Spiegelbild an.

Das Gesicht blaß, übernächtigt, mit den Verräterisch dunklen Ringen unter den Augen, die ab dreißig weniger verrucht als vielmehr leicht elend wirken. Das Haar ungeduldig zusammengeknödelt, angeklatscht, schweißnaß.

Schon mehrmals hatte sie am Ende der Übungen passen müssen. Sie spürte die harten Schichten auf ihrem Rücken, die sich sehr unauffällig während des langen, verregneten Winters angepanzert hatten, und wäre um ein Haar vollständig aus dem Takt gekommen.

Mißmutig starrte sie auf die handtuchschmale Turnlady vor ihr, die ihren ausgemergelten Kinderkörper so easy nach allen Seiten verrenkte, als bestehe er aus Knetgummi. Ein starres Lächeln, haarscharf an der routinierten Freundlichkeit vorbei, die sie mehr als geschäftstüchtig von morgens bis abends zu verströmen versuchte, ließ ihre hageren Züge fast gequält wirken. Unter dem enganliegenden quietschgelben Catsuit traten ihre Hüftknochen aggressiv wie gutgeschärfte Sicheln hervor.

Sina versuchte, ihr schmerzendes linkes Bein einen Augenblick zu entlasten. Welch ausgemachte Mistidee, den Tag hier in dieser Mörderfabrik zu beginnen!

Von ganzem Herzen verlangte es sie nach einem schaumigen Milchkaffee - und einer Zigarette. Es hatte wenig Sinn, sich selbst etwas vorzumachen. Trotz aller guten Vorsätze würde sie es auch diesmal wieder nicht schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gut fühlte sie sich allerdings schon lange nicht mehr dabei.

Die Kippen vom Vorabend schienen in ihrer Lunge einen zentimeterdicken Teerfilm hinterlassen zu haben. Und drei großzügig gemixte Cocktails waren offensichtlich auch nicht gerade dazu angetan, ihre Sportlichkeit zu steigern.

Während Moni Jussuf, Besitzerin dieses Movingpoints, gnadenlos zum Endspurt ansetzte und das schlaffe Fünferhäuflein der anwesenden Frauen mit spitzen Schreien in die endgültige Hundehaltung trieb - Bauch! Die Schenkel! Po! -, beschloß Sina keuchend, auf den Erwerb der vielgerühmten Golden Card dieses Etablissements zu verzichten.

Mit weichen Knien schlich sie nach dem mo

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