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Nordic Stalking von Beer, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2012
  • Verlag: Röschen Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Nordic Stalking

Schauplatz Frankfurt am Main. Der frischgebackene Privatdetektiv und von seiner Freundin - der Wirtin Sandy - zum Nichtrauchen verdammte Kneipenveteran Kurt Bratfisch wartet auf seinen ersten Auftrag. Ausgerechnet seine erste Klientin ist prominent. Klar, dass Bratfisch keine Ahnung hat, wer da vor ihm sitzt. Er soll dem aufstrebenden Topmodel Sarah Morgentau einen Stalker vom Hals schaffen. Bratfisch bezieht vor der Villa des Models Posten. Doch plötzlich fällt ein Schuss - und der harmlose Überwachungsauftrag läuft schwer aus dem Ruder.

Martin Beer wurde 1970 in Frankfurt geboren und ist fur immer dort geblieben. Er studierte Verschiedenes, schlug sich als Spirituosenverkäufer, Musiker und Werbesprecher durchs Leben und spielte mit dem Kabarettduo Die Nasen von Nauru zehn Jahre auf Kleinkunstbuhnen, ehe er sich dem Schreiben zuwandte. Nach zwei Buchern, die in Zusammenarbeit mit Christoph Jenisch entstanden, veröffentlichte er sein Krimidebut Der Blitzer, das u. a. in der Humorkritik der Titanic lobende Erwähnung fand. Nordic Stalking ist sein zweiter Kriminalroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 15.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940908896
    Verlag: Röschen Verlag
    Größe: 1181 kBytes
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Nordic Stalking

"Mit dem Rauchen aufzuhören, heißt mit dem Leben anzufangen."
Was fur ein dämlicher Spruch. Ausgerechnet auf einem Aschenbecher. Einem leeren Aschenbecher. Die Kaffeemaschine
gluckerte in unregelmäßigen Abständen vor sich hin und spielte den Soundtrack zu diesem sinnlosen Gedanken.
Der Aschenbecher war so leer wie ich mich fuhlte. Ich saß gelangweilt davor und konzentrierte mich aufs Nichtrauchen. Zwei
Wochen hatte ich schon rum. Wochen, die mir vorkamen wie Jahre. Ereignislos und todsterbenslangweilig. Doch was sollte
ich tun? Schließlich hatte ich Sandy mein Wort gegeben.
Wir alle hatten das getan. Kanonen-Robert, Harald, Jurgen und
eine Handvoll anderer Spinner, die nicht mehr Herr ihrer Sinne waren. Allesamt hatten wir geschworen, trotz des generellen
Rauchverbots in Kneipen auch weiterhin unser Bier an Sandys Tresen zu trinken. Besser noch, sofort mit dem Nichtrauchen
anzufangen und den Staat durch die ihm so entgehenden Steuern in den Ruin zu treiben. Kalter Entzug als friedliche Revolution.
So hatten wir getönt, neue Schnäpse bestellt
und schließlich irgendein Papier unterschrieben, das dem Ersten, der ruckfällig werden wurde, eine drakonische Strafe in
Aussicht stellte. Die schlimmste aller Strafen uberhaupt: Lokalverbot.
Inzwischen war mir klar, dass die ganze Aktion perfide eingefädelt war: ein heimtuckischer Plan, der uns alle, von den eigenen Spruchen in die Enge getrieben, den längst vorbereiteten
Kontrakt hatte unterzeichnen lassen. Naturlich hätten mich die zahlreichen Runden aufs Haus misstrauisch machen mussen - Whisky, Cognac, Ouzo -, alles kreuz und quer durcheinander. Und am Anfang taten sie das auch, doch was nutzte
das jetzt. Hätten, wurden, mussten - all diese Konjunktive brachten keine Glut an den zernagten Bleistift in meinem Mundwinkel.
Heimlich rauchen und die Zeit im Bad Vibes mit Nikotinpflastern und Kaugummis uberbrucken schied ebenso aus wie das Wechseln der Stammkneipe, da sich meine Wege mit Sandy
bis ins Schlafzimmer uberschnitten und ein Kneipenverbot unweigerlich auch andere, weit unangenehmere Verbote nach
sich ziehen wurde.
Die Situation war vollkommen verfahren.
Ein gallebitterer Geschmack machte sich in meiner Kehle breit.
Ich war bis zur Mine vorgedrungen. Angeekelt spuckte ich das aufgeweichte Holz in den Mulleimer, zog einen neuen Bleistift
aus der Schreibtischschublade und gönnte mir eine Dosis Kaffee mit Schuss.
Ein ereignisloser Vormittag. Seitdem ich mich
selbstständig gemacht hatte, passierte nicht wirklich viel.
Morgens las ich die Zeitung, trank vier Tassen Kaffee und zerkaute zwei Bleistifte. Am Mittag, der nach meiner Zeitrechnung
nur selten vor 15 Uhr begann, vertrat ich mir ein
wenig die Beine und drehte eine Runde entlang der Arbeiterkneipen und Trinkhallen des Osthafens. Den Rest des Tages
brachte ich mit der Königsdisziplin der Detektive herum: Warten.
Von Zeit zu Zeit ...

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