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Normale Verhältnisse Ein Dorfkrimi von Radke, Horst-Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2012
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Normale Verhältnisse

''Hören Sie', rief Hannes den Polizisten hinterher. 'Das mit dem Josef können sie glatt vergessen. Der schlachtet hier ja noch nicht einmal die Hühner.'' Bauer Hannes versteht die Welt nicht mehr: Wer hat die Axt in das Grabkreuz seiner Mutter geschlagen? Und wer hat damit zuvor die Nachbarin ermordet? Schnell mehren sich die Hinweise, dass Hannes' Bruder etwas damit zu tun haben könnte. Aber das ist unmöglich ... oder? Hannes beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln - und kommt einem Geheimnis auf die Spur, über das viele im Dorf mehr wissen als er. Denn es geht um seine Familie ... Ein abgründiges Lesevergnügen, in dem nichts so ist, wie es scheint. Jetzt als eBook: 'Normale Verhältnisse' von Horst-Dieter Radke. dotbooks - der eBook-Verlag. Horst-Dieter Radke wurde 1953 in Hamm/Westfalen geboren. Er machte eine kaufmännische Ausbildung und studierte Pädagogik an der Universität Landau. Mehrere Jahre arbeitete er als Geschäftsführer und Vorstand in einem mittelständischen Betrieb. Seit mehr als zehn Jahren ist er freiberuflich als Autor, Lektor und Projektleiter im Fachbuchbereich tätig. Er hat zahlreiche Sach- und Fachbücher veröffentlicht, außerdem Märchen, Erzählungen und einen Novellenband. Zusammen mit seiner Kollegin Monika Detering schreibt er Romane und Krimis. Er ist außerdem Mitglied der Autorengruppe 42er Autoren (www.42erautoren.de). Horst-Dieter Radke ist Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt mit seiner Frau in Tauberfranken. Bei dotbooks erschien Horst-Dieter Radkes Roman 'Normale Verhältnisse'. Der Autor im Internet: www.hd-radke.de und fabuloes.blogspot.de.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 90
    Erscheinungsdatum: 27.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943835571
    Verlag: dotbooks
    Größe: 852 kBytes
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Normale Verhältnisse

1. Kapitel

3. Dezember 2004

Möchten Sie auch einen Korn? Nicht? Nun, ich nehme mir einen. Er bringt das Gespräch in Gang, nicht wahr? Wie? Nein, keinen zweiten jetzt. Später vielleicht. Wenn die Wärme verflogen ist und das Gespräch neuen Antrieb braucht. Und in meinem Alter sind zwei an einem Abend mehr als ausreichend.

Ja, ich erinnere mich gut, an manches noch so genau, als wenn es gestern gewesen wäre. Etwa an den Tag, als er das erste Mal in meinen Laden trat. Da stand an einem schönen Frühsommernachmittag plötzlich dieser große, schlanke Zimmermannsgeselle in der Tür, und alle Frauen, die anstanden für ihre Einkäufe und vorher noch geschnattert hatten wie die Gänse, waren still und bekamen leuchtende Augen, zupften an ihren Schürzen oder fuhren sich durchs Haar. Nur die Maria Schmidt setzte ein strenges Gesicht auf und hob den Kopf etwas höher, was aber die Situation eigentlich noch deutlicher machte. Gefahr erkannt, hieß das bei ihr. Und dass er bei ihr nicht landen könne. Was aber nichts genützt hat. Zumindest nicht auf Dauer ...

28. September 2004

Hannes hängte die Axt in der Scheune wieder an ihren angestammten Platz. Die Unruhe der letzten beiden Tage, in denen er nach ihr gesucht hatte, war verschwunden. Eine Weile betrachtete er das blankgeputzte, frisch geschliffene Werkzeug, dann wandte er sich um und verließ die Scheune. Als er sich mit seiner Krücke aus dem Scheunentor schwang und den sonnigen Herbstnachmittag spürte, vergaß er sogar die merkwürdigen Umstände, unter denen er die Axt am Nachmittag gefunden hatte. Das war immer die beste Zeit für ihn, wenn der Sommer in den Herbst überging, der Nachmittag in den Abend wechselte, die schwüle Hitze einer angenehmen Wärme Platz machte. So ganz gefestigt hatte sich diese Hochstimmung aber noch nicht, denn als ein kühler Luftzug durch seine Haare strich, drehte er sich auf halbem Wege um, humpelte zur Scheune zurück, ließ das Vorhängeschloss einschnappen und drehte den Schlüssel zweimal.

Um den wieder aufgetauchten Schatten zu vertreiben, der die letzten beiden Tage über seinem Gemüt gelegen hatte, pfiff er den Walkin' and Whistlin Blues auf dem Weg zum Haus, was einem zufälligen Beobachter makaber hätte vorkommen können, denn in der Originalfassung wird der Rhythmus von einem normal gehenden Mann erzeugt. Aber Hannes liebte diesen alten Les-Paul-Song von ganzem Herzen und hörte den Schritt seines fehlenden Beines sehr wohl.

An der Küchentür legte er seine Krücke ab. Bei den Vorbereitungen für das Abendessen war sie ihm eher hinderlich. Jeder, der ihn dabei einmal beobachtete, bewunderte ihn für die elegante Art, mit der er in diesem engen Raum seine Behinderung durch Einsatz des ganzen Körpers ausglich. Manche Bewegung grenzte allerdings schon ans Akrobatische. So fasste er etwa die Bratpfanne mit den Zähnen am hölzernen Griff, drehte sich auf dem einen Bein, ohne aus der gebückten Haltung aufzustehen, und setzte mit einem unglaublichen Schwung die Pfanne auf den Tisch. Es war für ihn selbstverständlich, die Verwaltung von Hof, Herd und Küche zu übernehmen, nachdem er aus der Rehabilitation zurückgekehrt war. "Ich bin mit meinen siebenunddreißig Jahren noch nicht alt genug, um mich im Rollstuhl auszuruhen oder mit den Alten zu jammern", hatte er seinem Bruder gesagt und sich jede Hilfe verbeten. Es hatte eine Weile gebraucht, bis er seinen jetzt einbeinigen Körper wieder souverän beherrschte, aber von Anfang an hatte er jeden Anflug von

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