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Novemberfeuer Psycho-Thriller von Eckert, Renate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.04.2016
  • Verlag: mainbook Verlag
eBook (ePUB)
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Novemberfeuer

'Intelligente, spannende Unterhaltung' (Zitat Sebastian Fitzek zu 'Novemberfeuer') Im Elite-Internat Wetterstein bei Schweinfurt wagt die Deutschlehrerin Franziska nach einer gescheiterten Ehe einen Neubeginn. Ihre 16-jährige Tochter Hannah ist alles andere als begeistert von dem Umzug in das alte Schloss. Franziskas erfolgreicher Neustart wird jäh gestoppt, als einer ihrer Schüler vom Turm des Schlosses stürzt. War es Selbstmord? Mord? Hat sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt? Die Polizei ermittelt. Franziskas Glaubwürdigkeit, ja ihr ganzes neues Leben sind in Gefahr. Bei ihren Nachforschungen gerät sie in ein Labyrinth aus persönlichen Konflikten, dubiosen Machenschaften im Lehrerkollegium und sorgsam gehüteten Geheimnissen. Und ein mysteriöser Unbekannter kommt ihr und ihrer Tochter immer näher ...

Renate Eckert, 1946 in Schweinfurt geboren, war von 1977 bis 1987 Journalistin beim Schweinfurter Tagblatt, von 1987 bis 2005 Pressereferentin im Landratsamt Schweinfurt, arbeitet seit 2005 als freie Autorin und hat sich dem psychologischen Krimi/Thriller verschrieben. Ihr Roman 'Hungrige Schatten' ist im Heyne-Verlag erschienen. Die Autorin ist verheiratet, hat eine Tochter und eine Enkelin und lebt in der Nähe Schweinfurts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 06.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946413233
    Verlag: mainbook Verlag
    Größe: 708 kBytes
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Novemberfeuer

In wendiger Drehung reihte sich der kleine Mini in die Linie der Wagen ein, die auf dem riesigen Platz parkten, unauffällig und war nur Sekunden später Teil einer anonymen, in der Sonne funkelnden Masse aus Chrom und Stahl. Franziska zögerte, aus dem klimatisierten Fahrzeug auszusteigen, fürchtete die gnadenlose Sommersonne, die sich im Pflaster spiegelte.

Der monumentale Platz vor Würzburgs Residenz und UNESCO-Welterbe, einst Schauplatz fürstbischöflichen Glanzes, sog die Wärme auf und verdichtete sie, so schien es ihr, als läge ein riesiges Brennglas über ihm. Der Brunnen in der Mitte, ein hilfloser Versuch, Kühle zu suggerieren. Immer noch vermittelte der Residenzplatz eine Spur einstiger Grandezza, auch wenn er derzeit als Parkplatz zweckentfremdet wurde. Er ertrug diesen Zustand wohl mit demselben Gleichmut wie lange vorher militärische Aufmärsche. Der Platz würde auch diese Laune eines fehlgeleiteten Zeitgeistes überdauern, dachte Franziska, als sie ihren Blick über die vielen Autos gleiten ließ.

Eine Gruppe von Japanern huschte vorbei, ein junger Mann ging mit lockeren Schritten auf dem Pflaster, bevor er einen Autoschlüssel aus seiner Hosentasche zog, lauernd nach rechts und links schaute und einen nachhaltigen Kratzer auf der Motorhaube eines silberglänzenden Mercedes hinterließ.

Franziska öffnete den Mund, schloss ihn wieder, schüttelte fassungslos den Kopf über den Akt purer Willkür, dessen Zeuge sie gerade geworden war, während der junge Mann in kaum zu fassender Dreistigkeit zwischen den geparkten Wagen davon schlenderte.

Der Tag, der für sie zum Neubeginn werden sollte, hatte seinen Glanz verloren und der Vorgang erschien ihr plötzlich wie eine Metapher auf ihr Leben: passiv abwartend und bestürzt, wenn die Realität ihre Illusionsblase zertrümmerte. Nein, das hatte sie hinter sich.

Ein unerwarteter Energieschub ließ sie aussteigen und sie folgte dem Mann, während sie sich fragte, was sie denn eigentlich tun könne. Wenn sie ihn anspräche, würde er wohl kaum freundlich seinen Ausweis zeigen, um seine Personalien der Polizei zu melden, oder? Aber feige wegschauen war keine Alternative, nicht mehr!

Die Entscheidung wurde ihr aus der Hand genommen, als der Mann ohne irgendeinen Skrupel in einen angejahrten Honda stieg und wegfuhr. Immerhin sah Franziska das Kennzeichen. Die Buchstaben- und Ziffernfolge brannte sich in ihr Gedächtnis. Sollte sie die Polizei verständigen? Nein - das würde sich hinziehen, so viel Zeit hatte sie nicht.

Sie beschloss, dem Besitzer des Mercedes einen Zettel hinter die Windschutzscheibe zu klemmen mit einer kurzen Erklärung ihrer Beobachtung, der Nummer des Hondas und ihres Handys. Sollte er entscheiden.

Sie musste sich jetzt beeilen, wenn sie ihre Freundin Claire noch sehen wollte, bevor sie aufbrach. Aber Franziska brauchte Claires aufmunternden Zuspruch vor dem Weg, der vor ihr lag. Auf ihr eigenes Selbstbewusstsein konnte sie sich nur bedingt verlassen, es hatte in den zurückliegenden Wochen zu viele Tiefschläge verkraften müssen. Umso überraschter registrierte sie ihre Silhouette in einem Schaufenster, eine fast noch junge Frau im Sommerkleid mit nackten Beinen und schwungvollem Schritt. Der neue Stufenschnitt mit den hellen Strähnchen, den sie sich am Vortag gegönnt hatte, schmeichelte ihr tatsächlich.

Dicke Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben, als sie an Claires Praxis ankam. Der Himmel hatte die Farbe von altem Zinn und von Ferne hörte sie ein verhaltenes Donnergrollen. Sie schaffte es gerade noch durch die Tür, als schon die ersten dicken Regentropfen in den Straßenstaub platschten.

Das Wartezimmer war voll und Franziska fragte sich, ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, ihre Freundin zu stören, als Claire schon in eines der Behandlungszimmer kam.

"Du bist noch einmal hergekommen, wie schön", sagte sie und Franziska entschied sich, den gerade erlebten Vorfall zu verschweigen. Später vie

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