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Nur tote Schwaben schweigen Kriminalroman von Abele, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2020
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)

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Nur tote Schwaben schweigen

Witzig, schräg, skurril - und durch und durch schwäbisch.

Unfassbar - ein Serienkiller im beschaulichen Ländle! Wer ist der Wahnsinnige, der seine Opfer mit Vogelnamen belegt, die Taten mit infantilen Gedichten ankündigt und damit die Polizei foppt? Die bizarren Morde bringen den ehe- und stressgeplagten Kripo-Kommissar Eugen Querlinger an seine Grenzen. Und während der Mörder, der sich selbst 'die Schwarze Henne' nennt, schon wieder den Schnabel wetzt, läuft der Polizei die Zeit davon ...l wetzt, läuft der Polizei die Zeit davon ...

Max Abele hatte schon früh die Nase ständig in Büchern stecken, was ihn unheilbar phantasie- und kreativsüchtig werden ließ. Um diese Sucht zu befriedigen, wurde zunächst die Werbung sein Metier, bis er begann, eigene Welten in Form diverser Romane zu erschaffen. Geboren in Südamerika als Sohn eines ungarischen Vaters und einer ostpreußischen Mutter, lebt Max Abele heute in den Weiten der schwäbischen Pampa glücklich mit seiner Familie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 20.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960416159
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3104 kBytes
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Nur tote Schwaben schweigen

2

Schon von Weitem bemerkte der Kommissar die beiden Streifenwagen, ein weiteres Fahrzeug in Zivil sowie den Mercedes Sprinter der Spurensicherung. Sie parkten etwa zweihundert Meter abseits der Straße am Rand eines Waldes.

Querlinger verließ die Beimerstetter Straße und bog auf den holprigen Feldweg ein, der über Äcker und Wiesen bolzengerade auf das Waldstück zuführte.

Dort, wo der Weg in den Wald mündete, verwehrten Absperrbänder die Weiterfahrt. Außer einigen uniformierten Kollegen, die bei der Absperrung standen und ratschten, erblickte Querlinger beim Näherkommen fünf weitere Personen, die sich lebhaft gestikulierend unterhielten: Gaffer!

Querlinger stellte seinen Nissan Terrano direkt hinter dem Fahrzeug der Spurensicherung ab und stieg aus. Seine Rechte fuhr zur Jackentasche, ein paar Erdnüsse wechselten ihren Bestimmungsort. Die Kollegen grüßten freundlich, er grüßte zurück, man kannte sich. Einer der Gaffer trat mit wichtiger Miene an ihn heran.

"Woiß mer scho, wer's war? Zeit wär's endlich!"

Querlinger scannte den circa dreißigjährigen Fragesteller unter hochgezogenen Brauen. Gedrungene Statur, Segelohren, Glatze, Stirn und Kinn fliehend, wulstige Lippen, blaurote Schnapsnase. Anthropologisch betrachtet ein Homo alkoholiensis aus der Minimalhirn-Epoche, ohne Zweifel.

Obwohl bekennender Schwabe, unterhielt sich Querlinger überwiegend in Schriftdeutsch, sogar zu Hause, wenngleich natürlich mit schwäbischem Einschlag. Doch hin und wieder gab es Ausnahmesituationen, in denen der Urschwabe in ihm durchbrach ...

"Ob mir scho wisset, wer's war? Freilich. Des isch wie beim Furzen. Der wo z'erscht frogt, wer's war, der war's."

"Waas? Wollet Sie mich verarschen, Sie ... Sie ..."

"Was 'Sie'? Passet Sie g'fälligscht auf Ihre Gosch auf, 's könnt teuer werden, gell. Wie heißen Sie überhaupt?"

"Plemberger, Johannes, isch mein Name. Des Stück Wald, wo die Leich liegt, des g'hört uns schon in der fünften Generation. Dass des klar isch, gell!"

Plemberger! Muss von "plemplem" kommen, überlegte Querlinger und sah im Geist die ehrfurchtgebietende Ahnengalerie des Plembergergeschlechts vor sich. Generationen von Frauen und Männern, Angehörige des Alkoholhochadels, die es irgendwie geschafft hatten, ihr Minimalhirn-Genom bis ins 21. Jahrhundert weiterzugeben ...

"Ich muss heut noch liefern, drei Ster Holz. Der Wäg do muss schnellschtens wieder freigegebe werde", unterbrach der Nachfahre der Plembergers die historischen Gedankenflüge des Kommissars.

"Was hier 'schnellstens' passiert, bestimme immer noch ich, gell", beschied ihm dieser. "Ich führe die Ermittlungen. Und wenn ich sage, dass der Weg gesperrt bleibt, dann bleibt er das auch, und wenn's drei Tage dauert."

"Was? Ja spinnet Sie? Ich verlier mein G'schäft, der Kunde wartet. Des isch doch immer wieder des Gleiche mit euch Beamten. Kein Verständnis für den kleinen Mann. Ich werd mich beschweren. Beim Kreisrat. Des isch mein Vetter."

Querlinger wagte nicht, sich vorzustellen, was das für den Landkreis bedeutete. Ein Homo alkoholiensis als Kreisrat! Und als Kreislogo womöglich eine blaue Schnapsnase!

Er hatte die seine jedenfalls voll und beschloss, den Mann einfach stehen zu lassen.

Doch er hatte nicht mit der in zahlreichen Generationen erprobten heroischen Widerstandsmentalität der Plembergersippe gegen die Obrigkeit gerechnet.

Johannes Plemberger packte den Kommissar ziemlich unsanft am Arm und zeterte: "Wenn ich heut Nachmittag nicht in meinen Wald reinfahre und meine drei Ster Holz abhole kann, verklag ich Sie wegen Geschäftsschädigung."

Hatte Querlinger der Situation bisher noch eine leicht humorige Seite abgewinnen können, war jetzt der Tropfen getropft, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Er

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