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Olympisches Feuer / Studio 6 Zwei Kriminalromane von Marklund, Liza (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Olympisches Feuer / Studio 6

Die ersten beiden Fälle von Journalistin Annika Bengtzon in einem E-Book Bundle! Band 1: Olympisches Feuer: Ein Bombenattentat erschüttert Stockholm. Nur wenige Monate vor Beginn der Olympischen Spiele wird das neue Stadion komplett zerstört. Sind Terroristen für den Anschlag verantwortlich, der einer Frau das Leben kostete? Das Land ist im Aufruhr und die Polizei fahndet verzweifelt nach den Tätern. Doch auch Annika Bengtzon macht sich auf die Suche nach den Schuldigen. Dabei sieht die Journalistin und Mutter zweier Kinder Verbindungen, die außer ihr niemand erkennen mag. Und bringt sich schließlich selbst in tödliche Gefahr ... Band 2: Studio 6: Ein Mordfall, mitten im Sommerloch – diese Nachricht könnte für die noch unerfahrene Journalistin Annika Bengtzon den großen Durchbruch bedeuten. Die Tote war eine Tänzerin in Stockholms berüchtigtem Nachtclub, dem Studio 6. Annika stürzt sich in die Recherche. Und taucht immer tiefer ein in die Stockholmer Unterwelt, in einen Sumpf aus Sex und Gewalt. Liza Marklund, geboren 1962 in Piteå, arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender, bevor sie mit der Krimiserie um Annika Bengtzon international eine gefeierte Bestsellerautorin wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 896
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843713498
    Verlag: Ullstein
    Serie: Annika Bengtzon 3
    Größe: 3506 kBytes
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Olympisches Feuer / Studio 6

Sonntag, 19. Dezember

Der Sonntag ist für Abendzeitungen schon immer der erfolgreichste Verkaufstag gewesen. Die Leute haben Zeit und Muße für leichtverdauliche Lektüre, sind entspannt genug, um Kreuzworträtsel und gemeinsam Denksportaufgaben vom Typ "Um die Ecke gedacht" zu lösen. Seit vielen Jahren haben die meisten Zeitungen, die am Sonntag erscheinen, sich außerdem auf eine umfangreiche Beilage mit zusätzlichem Lesestoff verlegt. Bei der Auflagenhöhe, die von der "Presse-Statistik" ermittelt wird, unterscheidet man deshalb die Sonntagsauflage von den Auflagen der übrigen Wochentage.

Nichts verkauft sich indes so gut wie eine gute Nachricht. Trifft sie zudem an einem Samstag ein, verspricht es, ein sehr guter Sonntag zu werden. An diesem Sonntag gab es einen richtigen Knaller, das erkannte Anders Schyman, sobald er vom Boten an der Haustür seiner Villa in Saltsjöbaden die beiden großen Abendzeitungen in die Hand gedrückt bekommen hatte. Er nahm die Zeitungen mit an den Frühstückstisch, wo seine Frau gerade Kaffee einschenkte.

"Sieht es gut aus?" fragte seine Ehefrau, aber der Chefredakteur gab als Antwort nur ein Grunzen von sich. Dieser Augenblick war der magischste des ganzen Tages. Seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, und er fokussierte die Zeitungen mit festem Blick, legte sie beide vor sich auf den Frühstückstisch und verglich die Titelseiten. Johansson hatte es wieder einmal geschafft, stellte er mit einem Lächeln fest. Beide Zeitungen hatten die Terrortheorie gebracht, aber die 'Abendpresse' wartete als einziges Blatt mit der Nachricht auf, die geschäftsführende Direktorin Christina Furhage stehe unter Morddrohungen. Das Titelblatt der Abendpresse war eindrucksvoller, bot die interessanteren Promis und dramatischere Bilder vom Stadion. Er lächelte von einem Ohr zum anderen und entspannte sich.

"Ja, doch", sagte er zu seiner Frau und griff nach dem Kaffeebecher. "Es sieht sehr gut aus, in der Tat."

Die Zeichentrickstimmen, die im Frühstücksfernsehen auf dem dritten Programm daherquakten, waren das erste, was an Annikas Ohr drang. Das Heulen und die Spezialeffekte sickerten wie ein hysterisch gewordener Wasserfall unter der Schlafzimmertür hervor. Sie deckte sich den Kopf mit dem Kopfkissen zu, um nichts mehr hören zu müssen. Das war einer der wenigen Nachteile, wenn man Kinder hatte: Die drittklassigen Schauspieler, die Darkwing Duck und Co ihre schwedischen Stimmen liehen, waren mehr, als sie ertragen konnte. Thomas bekam wie üblich nichts mit. Er schlief mit der Decke zwischen den Beinen zusammengeknüllt weiter.

Sie lag einen Augenblick lang still da und horchte in sich hinein, wie es um ihre Gemütslage bestellt war. Sie war müde, der Schmerz in den Beinen hatte nicht ganz nachgelassen. Die Gedanken um den Bombenleger setzten unmittelbar wieder ein, ihr fiel ein, daß sie vom Attentat geträumt hatte. So war es immer bei einer neuen Story, sie ging in einen langen Tunnel und kam erst wieder zum Vorschein, wenn die Sache durch war. Manchmal mußte sie sich zwingen, eine Verschnaufpause einzulegen, um ihrer selbst willen und um der Kinder willen. Thomas mochte es nicht, wenn sie sich derart auf ihre Arbeit konzentrierte.

"Es ist doch bloß ein Job", sagte er dann immer. "Immer schreibst du, als ginge es um Leben und Tod."

Das war schließich auch fast immer der Fall, dachte Annika, zumindest in ihrer Branche.

Sie seufzte, schleuderte Kissen und Decke fort und stand auf. Sie stand einen Moment schwankend da, noch müder, als sie anfangs geglaubt hatte. Die Frau, die in der Fensterscheibe des Schlafzimmers reflektiert wurde, sah hundert Jahre alt aus. Sie seufzte wieder und schlurfte in die Küche.

Die Kinder hatten bereits gefrühstückt. Die Teller standen noch auf dem Küchentisch, in kleinen Seen aus verschütteter Milch schwimmend. Kalle konnte mittlerweile Joghurt und Haferflocken selbst aus dem Schrank holen. Seit e

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