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Opfer 2117 Der achte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q, Thriller von Adler-Olsen, Jussi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2019
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
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Opfer 2117

Der SPIEGEL Nr.1-Bestseller jetzt im Paperback An Zyperns Küste wird eine tote Frau aus dem Nahen Osten angespült: Auf der Tafel der Schande in Barcelona, wo die Zahl der im Meer ertrunkenen Flüchtlinge angezeigt wird, ist sie >Opfer 2117<. Doch sie ist nicht ertrunken - sondern ermordet worden! Auf verschlungenen Wegen gelangt ihr Foto auch ins Sonderdezernat Q: Als Assad das Bild der toten Frau zu Gesicht bekommt, bricht er zusammen. Denn er kannte sie nur zu gut. Ein hochemotionaler Fall für Carl Mørck und sein Team, der nicht nur Assad an seine Grenzen bringt.

Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Er ist einer der erfolgreichsten Bestsellerautoren weltweit. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erscheinen in über 40 Ländern und werden mehrfach verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 10.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423436649
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1268 kBytes
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Opfer 2117

2

Joan

Unbeirrt von all den Joggern, Inlineskatern und dem ganzen Trubel stand die Reporterin vor der hohen Anzeigetafel und war sich ihrer Wirkung vollkommen bewusst. Mit einer schnellen Kopfbewegung warf sie ihr Haar zurück, befeuchtete die Lippen und hielt sich dann das Mikrofon vor den Mund. Männer allen Alters gafften sie mit offenem Mund an - sie und vor allem ihre Brüste.

»Wie viele Menschen wirklich ertrunken sind auf der Flucht nach Europa, das für viele von ihnen das Paradies und die Freiheit symbolisiert«, sagte sie, »das wissen wir nicht. Aber in den letzten Jahren ist die Zahl auf viele Tausende angestiegen, und allein in diesem Jahr sind schon über zweitausend Menschen umgekommen.«

Sie drehte sich ein bisschen und deutete auf die leuchtende Zahl auf der Tafel.

»Diese Ziffer hier oben zeigt an, wie viele Flüchtlinge bereits im Laufe dieses Jahres im Mittelmeer ertrunken sind. Und dies ist nur die Zahl der erfassten Opfer. Im letzten Jahr hatte es um diese Zeit sogar noch mehr Tote gegeben, im kommenden Jahr rechnen wir mit einer ähnlichen Zahl. Es ist beschämend, dass die Welt - Sie und ich, jeder Einzelne von uns - trotz dieser entsetzlichen Zahl weiterhin wegschaut. Und das wird sich auch nicht ändern, solange diese Toten anonym bleiben. Was ist schon eine Zahl?«

Sie richtete ihre dramatisch schwarz geschminkten Augen direkt in die Kamera. »Tun wir Europäer nicht so, als ginge uns das alles nichts an? Wir wissen um die Zahl der Opfer, aber wir ignorieren sie. Wir blenden die Menschen hinter den Zahlen aus. Und deshalb werden wir von TV 11 unsere kommende Reportage einem Ertrunkenen widmen, dessen Leiche vor weniger als einer Stunde im östlichen Mittelmeerraum, in Zypern, an den Strand geschwemmt wurde. Wir wollen das Leben des Menschen zeigen, der auf der Flucht ins vermeintliche Paradies sein Leben gelassen hat. Das Leben eines Menschen aus Fleisch und Blut.«

Sie blickte auf ihre funkelnde diamantbesetzte Armbanduhr. »Vor nicht einmal einer Stunde fand man die Leiche dieses Mannes am Strand von Ayia Napa. Er war von den Wellen an den Strand gespült worden und zwischen ebenso fröhlichen Badegästen gelandet wie ihnen.« Mit einer ausladenden Armbewegung deutete sie auf die Sonnenanbeter am Platja Sant Miquel.

»Liebe Zuschauer, dieser junge Mann, von dem ich spreche, war der Erste, dessen Leichnam heute Morgen an den beliebten Badestrand Ayia Napa auf Zypern angeschwemmt wurde. Mit ihm stieg die Zahl auf der Tafel hinter mir auf genau zweitausendachtzig.« Sie legte eine Kunstpause ein und sah hoch zu der leuchtenden Ziffer. »Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zahl weiter steigt. Das erste Opfer an diesem Morgen war jedenfalls dieser dunkelhäutige junge Mann mit zweifarbigem Adidas-Shirt und abgelaufenen Schuhen. Warum musste er im Mittelmeer sein Leben verlieren? Wenn wir hier in Barcelona über die friedlichen azurblauen Wellen blicken, können wir uns dann vorstellen, wie dasselbe Meer Tausende von Kilometern entfernt die verzweifelten Hoffnungen von Flüchtlingen auf ein besseres Leben vernichtet?«

Sie unterbrach sich, und ihr Producer spielte Aufnahmen von Zypern ein. Die Strandbesucher konnten das Ganze auf einem Monitor neben dem Kameramann verfolgen, und bei dem Anblick verstummte das Gemurmel augenblicklich. Es waren heftige Bilder von der Leiche eines jungen Mannes, bäuchlings in den Wellen, der von ein paar Helfern an Land gezogen und umgedreht wurde. Dann wurde zurückgeschaltet. Jetzt war wieder die Reporterin in Barcelona auf dem Monitor zu sehen, die zwei Meter entfernt stand, bereit, den Bericht abzuschließen.

»In wenigen Stunden wissen wir hoffentlich mehr über den jungen Mann. Wer er war, woher er kam, was ihn zu der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer veranlasst hat. Gleich nach der Werbung sind wir zurück. Die Zahl auf der Tafel hinter mir wi

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