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Ostseeangst Pia Korittkis vierzehnter Fall von Almstädt, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.03.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ostseeangst

Während einer Kajaktour finden Jugendliche in der Asche eines Lagerfeuers eine menschliche Hand. Die Lübecker Mordkommission ermittelt. In der folgenden Nacht verschwindet die Gruppenleiterin aus der Jugendherberge spurlos. Bei der Suche wird in einem nahe gelegenen Stall ein abgetrennter Unterarm gefunden, doch er gehört nicht zu der verbrannten Hand. Zur gleichen Zeit gerät Kommissarin Pia Korittkis Leben nach dem Tod ihres Freundes immer mehr aus den Fugen. Als ein Konflikt mit Kollegen eskaliert, rät Pias Vorgesetzter ihr zu einer Auszeit. Aber dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile, und die ganze Tragweite des Verbrechens wird sichtbar ... Eva Almstädt absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der STUDIO HAMBURG GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Ihr erster Roman KALTER GRUND wurde zum Auftakt der erfolgreichen Serie um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Kindern in Schleswig-Holstein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 29.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572076
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Pia Korittki .14
    Originaltitel: Pia Korittki Roman 14
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Ostseeangst

1. Kapitel

Fünf Kajaks glitten durch das dunkle Wasser. Es war kaum mehr zu hören als das Ein- und Auftauchen der Paddel und gelegentlich das Knacken oder Rascheln eines kleinen Tieres im Uferdickicht des Hemmelsdorfer Sees.

Becca Merthien wischte sich mit dem nackten Unterarm den Schweiß von der Stirn. Sie schmeckte das Salz auf ihren Lippen. Als sie am Morgen losgefahren waren, hatte sich die Luft angenehm weich und noch ein wenig frisch angefühlt. Ein verheißungsvoller Sommertag Anfang Juli. Jetzt, am frühen Nachmittag, war es beinahe unerträglich schwül. Sie blickte über ihre Schulter. Die seltsame Wolkenformation über dem anderen Ufer des Sees sah noch bedrohlicher aus als vor zehn Minuten. Winzige Moskitos umschwirrten sie, und die Schwalben segelten tief über dem Wasser. Sollte es ein Gewitter geben, mussten sie sofort den See verlassen. Doch das Ufer war zum Anlanden zu dicht bewachsen. Der reinste Urwald. Hoffentlich erreichten sie bald ihren Rastplatz.

Beccas Kajak war etwa zwanzig Meter zurückgefallen. Sie zog kräftig durch, um wieder Anschluss an die Gruppe zu bekommen. Ihre Schultern schmerzten. Sie war nicht gut im Training. Außerdem belastete sie die Verantwortung für die ihr anvertrauten Jugendlichen.

Becca fuhr schon ein paar Jahre Kajak in einem Verein, doch dass sie eine Gruppe begleitete, die auch aus Jugendlichen aus der Wohngruppe bestand, die sie berufsmäßig betreute, war eine Premiere. In der Planungsphase schien es eine gute Idee gewesen zu sein, die kajakbegeisterten Jugendlichen zusammen auf Tour mitzunehmen, ungeachtet ihrer Lebenssituation. Yannik und Nico, beide sechzehn Jahre alt und mitten in der Pubertät, sowie die dreizehnjährigen Zwillinge Mandy und Marc befanden sich in der Obhut des Jugendamtes. Yannik hatte schon so etwas wie eine kriminelle Vergangenheit vorzuweisen. Die fünfzehnjährige Laura lebte bei ihren Eltern und war als Mitglied des Kajakvereins dazugekommen. Eigentlich sollte auch Lauras Freundin Patricia an der Tour teilnehmen, doch sie hatte kurzfristig abgesagt. Becca hatte vermutet, dass Laura dann auch einen Rückzieher machen würde, aber sie schien sich mit den beiden älteren Jungen, Nico und Yannik, bestens zu amüsieren. Auch darauf würde sie ein Auge haben müssen.

Moritz Witte, der Jugendwart des Vereins, ein drahtiger Endzwanziger mit einem Haarknoten im Nacken, fuhr in einem Einzelkajak vorweg. Vor ihm, auf dem Bug seines Kajaks, war ein Kissen befestigt, auf dem sein Rauhaardackel saß. Der Hund hieß Caligula und war quasi das Maskottchen des Vereins. Moritz schien weder das drohende Gewitter noch die Spannungen in der Gruppe wahrzunehmen. Es blieb mal wieder an ihr hängen, den Spielverderber zu geben. Becca keuchte vor Anstrengung, während sie versuchte aufzuholen. Vor ihren Augen flimmerte es, und ihre zahlreichen Mückenstiche juckten.

Laura, die in dem zweiten Einzelkajak direkt hinter Moritz fuhr, zog mit lässiger Eleganz ihr T-Shirt über den Kopf und saß nun, nur mit einem Bikinioberteil und Shorts bekleidet, da. Ihre helle Haut und ihr blondes Haar leuchteten auf, wenn vereinzelt Sonnenstrahlen durch das Blätterdach hindurch auf sie fielen. Yannik und Nico verdoppelten ihre Anstrengungen beim Paddeln und zogen seitlich neben sie. Yannik rief: "Kleine Abkühlung gefällig?", und Nico schaufelte mit der Hand Wasser in Lauras Richtung.

Das Mädchen kreischte auf, warf den Zopf zurück und zog das Paddel so über das Wasser, dass es hoch aufspritzte. "Ich weiß, wer hier eine Abkühlung nötig hat!"

Die Zwillinge schlossen mit ihrem Kajak auf und beteiligten sich an der Wasserspritzerei, ohne dass die Älteren sie beachteten.

Moritz fuhr ungerührt weiter.

"Hört auf mit dem Unsinn!", rief Becca. Sie hatten keine Zeit für solche Spielchen. Außerdem kannte sie die Zwillinge. Besonders Mandy steigerte sich schnell in etwas hinein und verlor dann die Kontrolle über ihr Tun. Die Dreizehnjährige

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