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Oxen. Das erste Opfer Thriller von Jensen, Jens Henrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2017
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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Oxen. Das erste Opfer

Der Nr. 1-Bestseller aus Dänemark Niels Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurück, um seinen inneren Dämonen zu entkommen. Doch bei einem nächtlichen Besuch des Schlosses Nørlund wird er zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall: Hans-Otto Corfitzen, Exbotschafter und Gründer eines Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen gerät in die Fänge des dänischen Geheimdienstes. Seine einzige Chance: Zusammen mit der toughen Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck muss er die wahren Täter ausfindig machen. Die Spuren führen zu einem übermächtigen Geheimbund.

Jens Henrik Jensen wurde 1963 in Søvind, Dänemark, geboren. Er hat 25 Jahre als Journalist gearbeitet und war in verschiedenen Funktionen, u.a. als Redakteur und Ressortleiter, für die Tageszeitung >JydskeVestkysten< tätig. Seit 2015 widmet er sich ganz dem Schreiben von Büchern. Sein Debütroman >Wienerringen< erschien 1997, in den folgenden Jahren veröffentlichte er die Kazanzki-Trilogie sowie die Nina-Portland-Reihe. Im Rahmen der Recherche für seine Bücher reiste Jensen nach Murmansk, Krakau und durch den Balkan. Weitere Reisen führten ihn nach Australien und Neuseeland sowie nach Nord- und Südamerika. Die drei Bände der OXEN-Reihe, die in Dänemark von 2012 bis 2016 erschienen, stehen an der Spitze der Bestsellerlisten, wurden bereits in zehn Länder verkauft und SF Studios sicherte sich die Filmrechte. 2017 gewann Jens Henrik Jensen den Danish Crime Award. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in seiner Heimatstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 08.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423432351
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 21765
    Originaltitel: De Hængte Hunde
    Größe: 1154 kBytes
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Oxen. Das erste Opfer

6.

Mit angehaltenem Atem beobachtete er, wie das Reh auf dem matschigen Wildwechsel näher trippelte, zu der Stelle an der kleinen Quelle, wo es bereits zahlreiche Spuren gab.

Es war ein Bock, wenn auch kein besonders großer. Nach dem Gesetz durfte man ihn erst in einer Woche jagen, aber mit solchen Details konnte er sich jetzt nicht aufhalten. Er hatte wirklich Hunger.

Vollkommen still saß er in seinem Versteck aus Zweigen, Wurzeln und allem, was er sonst noch gefunden hatte. Er war ungefähr zwanzig Meter von der Wasserstelle entfernt. Vorn in seinem Versteck war ein Loch, gerade groß genug, dass er hindurchschießen konnte, wenn der Winkel stimmte. Und es würde gleich so weit sein, sobald der Bock noch einen Meter nach vorn kam.

Das Tier zögerte, doch dann machte es endlich einen weiteren Schritt. Oxen legte den Pfeil ein, platzierte die Nocke sorgfältig auf der Bogensehne - und wartete. Noch einen Schritt, und der Winkel wäre perfekt.

Mit einem Anflug von Nervosität trippelte der Bock ein kleines Stück weiter und stand einen Moment reglos da, bevor er anfing zu trinken. Oxen spannte den Bogen. Das Tier hob den Kopf und drehte seine Ohren. Aber ausgerechnet in dem Augenblick, als Oxen die Sehne freigab, zuckte sein ausgestreckter Arm kaum merklich. Der Pfeil rauschte über sein Ziel hinweg und verschwand im Gestrüpp. Der Bock ebenso.

Er war eingerostet. Es war viel zu lange her. Wie hatte er so naiv sein können, zu denken, er könne die schwierige Jagd mit Pfeil und Bogen nach so vielen Jahren einfach wieder aufnehmen? Hatte er wirklich geglaubt, dass seine Sinne für diese Art der Jagd ausreichend geschärft und seine Motorik fein genug wären?

Wie idiotisch von ihm, sich in einen Zug zu setzen und Kopenhagen zu verlassen mit der geradezu kindlichen Vorstellung, dass alles wie früher werden würde, wenn er nur draußen in der Natur wäre. Wenn er seine Ruhe hätte, dort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagten.

Es dämmerte bereits, und es begann zu nieseln. In den acht Tagen seit seiner Ankunft hatte es beinahe durchgehend geregnet. Der Wald und das ganze Tal trieften vor Nässe, und wenn er durch die sumpfige Landschaft streifte und von Grasbüschel zu Grasbüschel sprang, stieg ihm der Gestank von Fäulnis in die Nase.

Er blieb in seinem Versteck sitzen und überprüfte seufzend seinen Bogen. Das Gerät war völlig in Ordnung. An dem Fehlschuss war nur er selbst schuld. Sein Bogen war ein Compoundbogen der High Country Archery. Die Pfeile waren speziell für die Jagd konstruiert und mit einer mechanischen Innerloc-Spitze versehen. Bogen und Pfeile hatten einige Tausend Kronen gekostet. Sie waren die letzten wertvollen Dinge, die er aus seinem alten Leben besaß. Wieso er die Ausrüstung nicht schon längst gegen Whisky und Gras eingetauscht hatte, war ihm selbst ein Rätsel.

Er zog sich die Kapuze über die Strickmütze und kroch aus seinem Versteck. Dann hängte er sich Bogen und Köcher über die Schulter und machte sich auf den Heimweg. Er hatte seine alten Gummistiefel an, die er sich im Wertstoffhof besorgt hatte, und watete in der Mitte eines kleinen Wasserlaufs. Der Bach war nur wenige Zentimeter tief, und sein Grund war einigermaßen fest, sodass er einen gangbaren Weg darstellte, in diesem Sumpf und dem Dschungel aus Weiden, die ein nahezu undurchdringliches Dickicht bildeten.

Er folgte dem Bach bis zu seiner Mündung in den Lindenborg Å. Er befand sich weit oben im Tal, das hier zwischen hohen bewaldeten Hängen lag. Der Fluss war noch nicht sehr breit und kräftig, er ähnelte eher einem hübsch gewundenen und schnell fließenden Wildbach. Zurzeit war er so braun wie Trinkschokolade, aber falls der Regen doch irgendwann aufhörte, würde das Wasser schnell wieder klar werden.

Er erinnerte sich daran, dass der Lindenborg Å das beste und sauberste Wasser führte, es wurde von einer Vielzahl schmaler Wasserläufe herangetragen. Im R

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